Brüssel wieder Comic-Hochburg für ein Wochenende

Wie so viele andere Veranstaltungen konnte auch das Brüsseler Festival "Fête de la BD" die vergangenen zwei Jahre wegen Covid nicht stattfinden. Gute Nachricht also für die Fans der neunten Kunst: Das Brüsseler Festival hat am Freitag wieder begonnen - übrigens unter neuem Namen.

Fête de la BD 2018 (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Fête de la BD 2018 (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Es ist die Welt der Hefte und Bücher mit den vielen Zeichnungen – mal bunt, mal schwarz-weiß – und den Personen, die meist über Sprechblasen miteinander reden. Als „Fête de la BD (Bande Dessinée)“ bezeichnete das Brüsseler Festival sich bislang. Jetzt heißt es ‚BD Comic Strip Festival‘ – „um den internationalen Charakter des Festivals stärker zu betonen“, erklärt Jeroen Roppe vom Tourismusbüro Visit Brussels.

International geht es tatsächlich zu auf dem diesjährigen Festival, das sich wieder für drei Tage in den Gebäuden von Tour & Taxis am Brüsseler Kanal eingerichtet hat. Ein ganzer Pavillon, das Gebäude Shed 2, ist mit internationalen Ausstellern bestückt. Schwerpunkt in diesem Jahr liegt auf Comics aus Spanien und Polen, erklärt Roppe. Als Ehrengast sei die Ukraine geladen. Auch Südkorea, Brasilien und Kanada haben ihre Stände im Shed 2.

Mit den Comics von Anne Simon gibt der Pavillon darüber hinaus Einblick in eine spezielle Ausrichtung des französischen Comics. Zahlreiche Originalzeichnungen führen in das japanisch geprägte Universum des Riesen-Roboters Goldorak, der Ende der 70er Jahre für Furore auch in Europa sorgte.

Und nicht nur darüber kommen dann auch die Mainstream-Comic-Fans auf ihre Kosten. Die großen Verlage mit den bekannten Figuren haben ihre Stände in der Markthalle von Tour & Taxis. Zahlreiche Comic-Zeichner vor Ort, Signierstunden, Workshops, Kinderaktivitäten sowie tausende Comic-Hefte und -Bücher gehören fast schon standardmäßig zur Ausstattung des Festivals, das ganz bewusst ein breites Publikum ansprechen will. „Das Festival will wirklich ein Festival für jeden sein“, sagt Roppe. „Für junge und alte Menschen, für Comic-Fanatiker bis hin zu Leuten, die nur ab und zu mal einen Comic in die Hand nehmen.“

Zwei Sonderausstellungen runden das Festival ab und sind über das Wochenende hinaus im Brüsseler Comic-Museum zu besuchen. Zum einen wird dort bis zum 11. November die Welt des japanischen Ninja-Phänomens Naruto gezeigt. Sogar bis Mitte Januar können Spirou-Fans den 70. Geburtstag des Marsulipami mit einer großen Geburtstagsausstellung feiern.

Während man für das Comic-Museum Karten kaufen muss, ist der Eintritt zum Festival in Tour & Taxis kostenlos. Wohl auch, um das grundsätzliche Ziel des Festivals zu erreichen. „Das Ziel des Festivals ist es, so viele Menschen wie möglich mit der neunten Kunst in Berührung zu bringen und Brüssel als Comic-Hauptstadt weiter zu profilieren.“

Kay Wagner