„Peter und Alexander“: Jommeke geht nach China

In Flandern kennt fast jedes Kind die Comics von Jommeke - und wahrscheinlich genauso viele Erwachsene. Auch bei den Deutschsprachigen ist der Junge mit der markanten Strohdachfrisur kein Unbekannter. Die ersten Bände wurden in den 1970er Jahren zum Teil auch ins Deutsche übersetzt. Hier kennt man Jommeke und Filiberke besser als "Peter und Alexander". Jetzt wartet auf die beiden ein großes neues Abenteuer: Die komplette Comicreihe wird ins Chinesische übersetzt.

"Peter und Alexander": Jommeke geht nach China

Bild: Tijs Vanderstappen BELGA

Aus Jommeke, beziehungsweise Peter, wird „jié miè“. Auch die anderen Namen – Filiberke, alias Alexander, Annemarie und Rosemarie, Papagei Flip, der Affe Schoko, Bösewicht Anatol, Professor Gobelin und die beiden Taugenichtse Kwak und Bummel – sollen Chinas Kinderherzen erobern.

Der Erfolg ist nahezu gewiss. Herausgeber Ballon Media machte im vergangenen Jahr den Test. In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Verlag Bright Media wurden 25 Jommeke-Bände ins Chinesische übersetzt und in die Läden gebracht. In kürzester Zeit waren alle 20.000 Exemplare verkauft. Insgesamt wurden in der Testphase bereits 500.000 Alben verkauft, das sei ein beachtlicher Erfolg, auch auf dem chinesischen Markt, erklärt Liu Qian, von Bright Media. Liu Qian hofft noch mehr verkaufen zu können. Deshalb entschied Bright Media jetzt, alle bisherigen 290 Bände zu veröffentlichen.

Erfinder von Jommeke ist der Flame Jef Nys, Von 1955 bis zu seinem Tod 2009 zeichnete er alle Alben. Ein ehemaliger Mitarbeiter führt seitdem die Reihe weiter. Die Witwe Jef Nys, Jo, sagte, ihr Mann wäre stolz gewesen. Sie bleibt aber skeptisch. Eigentlich sei Jommeke immer eine rein flämische Geschichte gewesen. Selbst auf dem niederländischen Markt sei man nicht erfolgreich gewesen. Ein paar Bände seien ins Deutsche, Französische und Englische übersetzt worden. Ob Jommeke in anderen Sprachen funktioniert, bezweifelt Jo Nys.

Jommeke ist mutig, freundlich, hilfsbereit und liebenswert, und die Bösewichte sind im Grunde ihres Herzens nicht wirklich böse. Alles sei positiv. Gewalt oder Sex gibt es nicht. Nichts schockiert. Was zähle seien Freundschaft und Treue. Das gefällt den Chinesen. Sie betrachten Jommeke gewissermaßen als kleinen Bruder von Tintin, der ebenfalls in China erfolgreich ist, genauso wie die Schlümpfe.

Doch wer Comics sagt, der meint auch Sprachwitz. Und der ist immer schwierig zu übersetzen. Gerade bei einer bildhaften Sprache wie dem Chinesischen. Deshalb versuche man es auch gar nicht, erklärt Alexis Dragonetti von Ballon Media. „Peter und Alexander“: Jommeke geht nach ChinaDie Geschichte stehe eben im Vordergrund.

Volker Krings

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150