Comic-Ikone François Walthéry stellt in der Bibliothek von Stavelot aus

Er wird vor allem mit "Natacha" in Verbindung gebracht, der ewig jungen Stewardess, die die tollsten Abenteuer zu bestehen hat. Die Welt des Comic-Zeichners François Walthéry hat aber auch andere Charaktere hervorgebracht wie die Brieftaube "Le vieux bleu" und den "Taubenzüchter Jules" oder "Le P'tit Bout d'chique". Ein kleiner Querschnitt seines Schaffens ist bis Ende Juni in der öffentlichen Bibliothek in Stavelot zu sehen.

François Walthéry trägt das Herz auf der Zunge. Dass er in Stavelot ausstelle, sei dem Zufall geschuldet, sagt er, und den Sammlern zu verdanken, von denen die Ausstellungsstücke stammen. Denn er selbst hätte wohl Schwierigkeiten gehabt, sie zusammenzutragen.

Immerhin kommt da einiges zusammen. Der heute 71 Jahre alte Walthéry ist seit mehr als einem halben Jahrhundert im Geschäft. Mit Peyo, dem Vater der Schlümpfe, hatte für François Walthéry Anfang der sechziger Jahre alles angefangen – auch die Gewohnheit, die Nächte durchzuarbeiten. Das tut er heute noch – bei eingeschaltetem Fernsehgerät als Geräuschkulisse: So begleiten ihn TV-Dokumentationen und Talkshows bei der zeichnerischen Arbeit.

Längst hat sich François Walthéry von Peyo und der Welt der Schlümpfe emanzipiert. Bei der kleinen, aber feinen Ausstellung in Stavelot steht natürlich seine Hauptfigur Natacha im Vordergrund – in Comicauszügen, aber auch als etwas schlüpfrige Darstellung in 3-D oder auf abgezweigten Produkten wie Flaschenetiketten oder Plattencovern. Was nach cleverer Marketingstrategie aussieht, entsprang laut François Walthéry häufig einem Freundschaftsdienst.

Er sei schon solange dabei wie die Rolling Stones, sagt der 71 Jahre alte Walthéry mit einem Augenzwinkern. Zwar habe er im Laufe der Jahre nicht soviel Geld verdient wie Mick Jagger & Co. Dafür denkt aber auch er noch nicht ans Aufhören. Zur Zeit arbeitet er an Band 23 der Natacha-Reihe, einer Fortsetzung von „L’épervier bleu“. Erscheinen soll das neue Abenteuer Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres. Das, so der Comic-Zeichner, wisse man bei den Verlagen nie so ganz genau.

Text und Bilder: Stephan Pesch

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