Eine Legende wird 50: Renault 4-Sonderausstellung in Brüssel

Der französische Automobilhersteller Renault feiert 50 Jahre R4. Es ist das Jubiläum einer Legende, das vom 9. bis 24. April im Brüsseler Autoworld-Museum gefeiert wird. Die Sonderausstellung trägt den Titel "Trait de Génie".

50 Jahre Renault R4

Wenn von populären französischen Automodellen die Rede ist, denken viele an den Citroën 2CV. Aber in der Automobilgeschichte ist es nicht das meistverkaufte Modell. In Frankreich ist es der Renault R4: Von ihm wurden in 31 Jahren mehr als acht Millionen Exemplare gebaut. Der Renault 4 ist eine Ikone: Es ist das meistverkaufte französische Auto aller Zeiten. Weltweit belegt Renault mit dem R4 sogar den dritten Platz.

Die Geburt des R4 geht auf das Jahr 1956 zurück. Damals diskutierte Renault-Generaldirektor Pierre Dreyfus das Projekt eines kleineren vielseitigen Wagens, der eine große Hecktür haben sollte und dazu einen Laderaum, dessen freier Zugang nicht durch Karosserie- und Mechanikteile behindert wird. Ein Auto mit gutem Federungskomfort und Handlichkeit. Nach vielen Vorstudien fiel Ende 1958 die Entscheidung zum Bau des R4. Ein Jahr später stand die Form der Karosserie fest und die weltweiten Test- und Erprobungsfahrten liefen an.

Den ersten großen öffentlichen Auftritt hatte der Renault 4 1961 auf dem Frankfurter Automobilsalon. Dort war man natürlich gespannt auf die vom Wirtschaftswunder-Turbo beflügelten Neuheiten der deutschen Hersteller. Aber für die große Überraschung sorgten die Franzosen: Erstens avancierte ein kleines Auto zum Messestar, das zweitens nicht aus Deutschland stammte. Ausgerechnet dort, wo man Kompaktklasse mit Käfer oder Kadett übersetzte, schob Renault einen absolut ungewöhnlichen Kleinwagen ins Rampenlicht.

Der schlicht R 4 getaufte Neuling war die weltweit erste Kombi-Limousine mit vier Türen, großer Heckklappe, geräumigem Gepäckabteil und variablem Innenraum. Vor 50 Jahren setzte er mit diesem Konzept Maßstäbe. Der R4 war der erste Renault mit Frontantrieb. Das Konzept erwies sich als so genial, dass über die Jahre kaum Modfikationen erforderlich waren. Fast unverändert lief der R4 31 Jahre Lang vom Band.

Rallye-Debüt in Monte Carlo

Studenten und Professoren liebten ihn gleichermaßen. Er war Möbelwagen und Liebeslaube, Familienkutsche und Nutzfahrzeug. Abenteurer gingen mit dem R4 auf Weltreise – selbst im Rallyesport, nicht unbedingt die Domäne des R4, schlug er sich wacker. Hier erlebte er sein Debüut 1962 bei der Rallye Monte Carlo. Sogar der Wüsten-Marathon Paris-Dakar fand mit R -Beteiligung statt. Der französische Komiker Jacques Tati setzte ihm im Kinoerfolg „Trafic“ ein filmisches Denkmal und zeigte einen praktischen Zusatznutzen: Auf dem heruntergeklappten Kühlergrill ließ sich im Stau eine warme Mahlzeit bruzzeln.

Der R4 hatte schon herausragende Eigenschaften. Es war das erste Volumenmodell, das auf einem Baukastensystem mit Plattformstrategie basiert. Neben der fünftürigen Limousine gab es den Kastenwagen Fourgonette. 1964 tauchte erstmals eine Allradversion auf oder ein praktischer Pick-up. 1969 debutierte der „Plein Air“, ein Fun-Cabrio ohne Türen, 1970 folgte das Freizeitmobil „Rodeo“ mit eigenständig gestalteter Kunststoff-Karosserie.

Kein Zweifel, der R4 hat Autogeschichte geschrieben. Anlässlich des 50. Jubiläums rückt der R4 wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. In Zusammenarbeit mit dem R4-Club Belgien begeht Renault diesen Geburtstag mit einer Sonderausstellung im Brüsseler Autoworld vom 9. bis zum 24.April.

„Trait de Génie“ ist der Titel dieser Ausstellung, die rund 30 verschiedene R4-Modelle zeigt. Darunter auch das Sondermodell „Miss Sixty“, ein einmaliges Exemplar der Renault Design-Abteilung anlässlich des 50. Jubiläums. Für Interessenten gibt es übrigens schon jetzt im Renault-Händlernetz Ermäßigungskarten für den Besuch der Sonderausstellung in Brüssel.

Bilder: Renault

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2 Kommentare
  1. Klaus Wagner

    Hallo,
    Ich habe auch einen R4, den ich feuerverzinken liess und nun als Brunnen mit Hundertwasser-Inspirationen gebaut habe. ein Hunderwasserbaum wächst aus dem Dach heraus. DArauf kommt eine Krone und daraus fliesst das Wasser an der Hundertwasser-Zwiebel-Baumkrone herunter auf das Dach dann über ienen Waserfall auf die Motorhaube und dann in den Teich.
    Es besteht aus vielen Zigtausen Mosaiksteinchen und Glaskugeln. Einfach ein Traum
    Wäre als Leihhgabe zu haben Am 18.6. sind wir zwei auf jeden Fall beim Nürburgring zum Versuch der längsten R4-Kette der WElt.
    Ich bin am besten unter 0049-172-8125004 zu erreichen.
    Klaus Wagner

  2. Dirk Rackwitz

    Ich fahre von Anfang an R4 und es haben im laufe der Zeit sechs Fahrzeuge zu mir oder ich zu ihnen gefunden. Schon als Kind saß ich hinter den Schiebescheiben.
    Obwohl es eine R4 lose Zeit gab, war mein erstes Auto ein solcher und auch wenn es ihn nur noch in Teilen gibt, blieben die nächsten bis heute (64er,69er,76er,84er,85erF4,88er).
    Wenn es nicht sollche verückten wie mich gegeben hätte, wäre wohl nichts mehr übrig geblieben.
    Renault hat kein wirkliches Interesse daran, außer man kann es werbewirksam für sich einsetzen. Wer schon mit den eigenen Modellen zur Abwragprämie auch noch im letztem Jahr wirbt. Oder wer sich die Ersatzteilversorgung und deren Preispolitk ansieht. Der Wirbel um den 50ten hat aus meiner Sicht nichts mit dem Typ, sondern nur mit dem Gefühl der umworbenen Kundschaft zu tun.
    Hier soll nur Absatz stattfinden, der nicht verwerflich ist aber geht es nur mit dem Gefühl der guten alten Zeit?
    Zum Wochemende 9.-10.4 sollen bei den Händlern R4 im Zustand eins ausgestellt werden. So habe sie noch nicht mal das Werk verlassen und genau dies hat auch einen Teil seiner Geschichte ausgemacht.
    Geburtstage die wie beim R4 wirklich eine Automobile Geschichte feiern, benötigen ander Orte wie die IAA
    Schade und zugleich peinlich!

    Wie brauchen Renault nicht, aber Renault braucht uns

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