Fotografien von Robert Gillard: Ausstellung im „Espace Culturel“ in Stavelot

Die ehemalige Schulkapelle von Saint Remacle in Stavelot ist seit drei Jahren ein Forum für Kultur, in dem Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Im "Espace Culturel des Capucins" sind jetzt zum ersten Mal Fotografien von Robert Gillard zu sehen. Der in Lüttich und Stavelot tätige Fotograf verstarb 2007 im Alter von nur 50 Jahren. "Sur les traces de Robert" zeigt eine Auswahl seiner Fotografien.

Bild: Michaela Brück/BRF

Bild: Michaela Brück/BRF

Die ehemalige Kapuziner-Kapelle aus dem 17. Jahrhundert bietet einen würdigen und besonderen Rahmen für Ausstellungen und Konzerte. Und auch die Naturfotografien von Robert Gillard finden hier ihren passenden Ort, um erstmals gezeigt zu werden.

Der junge Fotograf Christophe Roxs hat die Ausstellung mit konzipiert. Zusammen mit der Familie hat er eine Auswahl aus dem umfangreichen Fotografie-Nachlass von Robert Gillard getroffen – keine einfache Wahl. „Wir mussten zunächst einmal alle Fotos ansehen und versuchen, einen roten Faden zu finden. Man spürte, dass er ganz alleine war, wenn er die Bilder machte. Dieser Moment des Alleinseins war das Kriterium für die Auswahl der Fotos“, erklärt Christophe Roxs.

Rund 30 Aufnahmen, die Robert Gillard in seinen letzten Lebensjahren gemacht hat, sind schließlich für die posthume Ausstellung ausgewählt worden. Sie werden in einem ungewöhnlichen quadratischen Format von ca. 40 x 40 auf dunklen Stellwänden präsentiert. Hinzu kommen ein Dutzend kleinformatige Schwarz-Weiß-Fotografien, die der Fotograf bereits selbst entwickelt hatte. „Bei der Hängung der Bilder haben wir uns an den vier Jahreszeiten orientiert. Es beginnt mit warmen Farben und endet mit den blau-kalten Farben des Winters. Sie spiegeln die einsame Stille, in der er durch die Natur spazierte.“

Ein Teil der Aufnahmen wurde im Hohen Venn gemacht, andere im Wald oder am Rande von Ortschaften in der Region: Oft war Robert Gillard am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung unterwegs, um die besonderen Lichtverhältnisse und Stimmungen einzufangen: Landschaften, Flussläufe, Bäume, im Spiel von Licht und Schatten, bei klarer Witterung oder im Nebel, subtile Nahaufnahmen wie die Triologie des Pfeifengrases, die Makroaufnahme einer Baumrinde oder das Stilleben von Blättern im Wasser.

Bei der Bildgestaltung überließ Robert Gillard nichts dem Zufall. „Er arbeitete nur mit Filmen. Das macht schon einen gewissen Charme aus. Er hatte einen genauen Blick für Details und die Bildkomposition“, erklärt Christophe Roxs. „Er achtete sehr auf die Platzierung seiner Motive, die Bäume, die Natur.“

„Sur les traces de Robert“ – „Auf den Spuren von Robert“ lädt zu einem sehr persönlichen und tiefgründigen Blick des Fotografen auf die Natur ein. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. August zu sehen – täglich von 14 bis 18 Uhr im Espace Culutrel des Capucins in Stavelot.

Michaela Brück

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Ein Kommentar
  1. Johannes Weber

    Eine sehenswerte Ausstellung!
    Sie wird dem präzisen Blick von Robert Gillard gerecht.

    Herzlichen Glückwunsch an die Familie und die Ausstellungsmacher!

    Johannes Weber

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