Bei einem schweren Zugunglück sind in Spanien mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen am Mittwochmorgen in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammen. Es gebe auch Dutzende Verletzte, sagte eine Behördensprecherin im spanischen Fernsehen.
Zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleisten nach dem Zusammenstoß und stürzten nach Angaben des Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. In dem Zug befanden sich 146 Passagiere und ein Baby. An Bord des Zuges der staatlichen Bahngesellschaft Renfe waren knapp 400 Menschen.
Das Außenministerium in Brüssel verfolgt gemeinsam mit den konsularischen Vertretungen in Madrid aufmerksam die Lage. Bislang seien die Nationalitäten der Opfer noch nicht bekannt, sagte ein Sprecher. Deshalb sei auch unklar, ob sich unter den Todesopfern belgische Staatsbürger befänden.
Warum es zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Der Iryo-Zug war offenbar aus bislang unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Der nachfolgende Renfe-Zug sei kurz vor neun Uhr auf ihn aufgefahren, hieß es aus Kreisen des spanischen Bahnnetzbetreibers.
Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Verletzten und den Angehörigen der Todesopfer sein Mitgefühl aus. Das Unglück weckt Erinnerungen an das schwere Zugunglück vom Januar dieses Jahres in Andalusien. Damals war ein Hochgeschwindigkeitszug des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe zusammengestoßen. Auch bei dem jetzigen Unglück sind Züge der beiden Unternehmen beteiligt.
Beileidsbekundungen aus Europa
Premierminister Bart De Wever hat den Opfern des Zugunglücks sein Beileid ausgesprochen. Das menschliche Leid sei unermesslich. Und er wolle den Opfern und ihren Angehörigen sein aufrichtiges Beileid aussprechen. Das ganze Land teile die Trauer des spanischen Volkes, schrieb De Wever auf Spanisch auf der Plattform X.
Auch europäische Spitzenpolitiker haben nach dem tödlichen Zugunglück in Spanien den Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausgedrückt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb in sozialen Medien, ihr Mitgefühl gelte den Familien und Angehörigen der Opfer.
EU-Ratspräsident António Costa drückte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung. Er dankte auch den Rettungskräften. Auch Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, äußerte ihre Bestürzung angesichts des verheerenden Unglücks.
dpa/sh/rop