Russlands Außenminister Lawrow hat die Führung der Europäischen Union sowie das UN-Generalsekretariat scharf kritisiert. Bei einem Treffen mit ausländischen Botschaftern äußerte er sich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS abfällig über EU-Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg.
Diese lassen laut Lawrow an den "geistigen Fähigkeiten" der europäischen Führung zweifeln. Die Spitzen der Vereinten Nationen bezeichnete er als "traurige Gestalten". Zugleich warf Lawrow der Ukraine vor, Gespräche über ein Ende des von Russland begonnenen Krieges zu blockieren. Westliche Vermittlungsversuche wies er zurück. Der Westen habe sich diskreditiert, so Lawrow.
Der russische Präsident Putin hat unterdessen der Nato vorgeworfen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Das sagte er bei einer Rede vor Absolventen russischer Militärakademien im Kreml. Bisher hätten sich die Nato-Staaten auf die Unterstützung der Ukraine beschränkt, inzwischen werde im Westen jedoch offen über einen möglichen Konflikt mit Russland gesprochen.
Putin warf den Nato- und EU-Staaten vor, ihre Aufrüstung mit angeblichen Bedrohungen durch Russland zu rechtfertigen. Diese Darstellungen seien falsch. Russland setze sich für eine multipolare Weltordnung ein, die die Sicherheit aller Staaten gewährleisten solle, so der Kreml-Chef.
dpa/mh