Bei ihrem informellen Gipfel auf Zypern ringen die EU-Staaten um den richtigen Kurs im Umgang mit dem Iran-Krieg und den deswegen stark gestiegenen Energiepreisen.
Am Donnerstagabend berieten die Staats- und Regierungschefs über mögliche Schritte zur Beruhigung der Lage. Ein Vorschlag sieht vor, die Sanktionen gegen den Iran schrittweise zu lockern, wenn es im Gegenzug eine Wiederfreigabe der Straße von Hormus geben sollte.
Über den genauen Verlauf der EU-Beratungen wurde zunächst nichts bekannt. Die Gespräche zum Iran-Konflikt sollen Freitagnachmittag in der Hauptstadt Nikosia mit Vertretern aus der Region fortgesetzt werden.
Bereits am Donnerstag ging es bei dem Gipfel auch um mögliche Maßnahmen, um die Energiekosten für Europas Verbraucher und Unternehmen zu senken. Die EU-Kommission hatte unter anderem vorgeschlagen, die Kraftstoffversorgung stärker zu koordinieren. Premierminister Bart De Wever sagte auf die Frage, ob die Europäische Kommission genug tue, um die Menschen vor hohen Energiepreisen zu schützen, sie tue, was sie könne.
Selenskyj begrüßt Freigabe für neues EU-Hilfspaket
Der ukrainische Präsident Selenskyj nimmt an dem EU-Gipfel auf Zypern als Gast teil. Dort begrüßte er die kurz zuvor in Brüssel erfolgten Beschlüsse für ein neues 90 Milliarden Euro schweres EU-Unterstützungsdarlehen und ein neues Paket mit Russland-Sanktionen.
Möglich geworden waren sie nachdem der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orban seine monatelange Blockade aufgegeben hatte. Orban nimmt nicht an dem informellen Gipfel auf Zypern teil. Er wird sein Amt voraussichtlich am 9. Mai an Peter Magyar abgeben müssen. Dieser hatte mit seiner Tisza-Partei vor knapp zwei Wochen klar die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen.
dpa/sh