Die EU hat neue Russland-Sanktionen offiziell beschlossen und den Weg für ein Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine freigemacht. Das hat die zyprische EU-Ratspräsidentschaft mitgeteilt. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte am Mittwoch seine Blockade aufgegeben.
Jetzt können die neuen Sanktionen in Kraft gesetzt und die Auszahlung der ersten Darlehensbeträge an die Ukraine geplant werden. Für die Ukraine ist vor allem das Geld wichtig. Es soll dem Land die Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und es vor einer Staatspleite bewahren.
Das neue Sanktionspaket zielt unterdessen besonders darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Zudem sollen weitere Finanzinstitute vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten und zusätzliche Handelsbeschränkungen erlassen werden.
Das Paket war von Ungarn und der Slowakei blockiert worden. Um Orban und den slowakischen Regierungschef Robert Fico zur Aufgabe ihrer Vetos zu bewegen, hatte die Ukraine am Dienstag die Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba-Pipeline ermöglicht. Über diese wird russisches Öl über das ukrainische Staatsgebiet nach Ungarn und in die Slowakei geliefert.
dpa/est