Die Europäische Union sollte sich aus Sicht von Ratspräsident António Costa trotz des laufenden Ukraine-Kriegs auf mögliche Gespräche mit Russland vorbereiten. Es könnte eines Tages nötig sein, die Bemühungen von US-Präsident Trump um einen Frieden in der Ukraine zu übernehmen, sagte Costa in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr).
Costa mahnte zugleich an, bei Kontakten mit Russland keine Alleingänge zu unternehmen. Derzeit sollten Trumps Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine nicht gestört werden. Der Hauptbeitrag der EU bestehe darin, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen und die Ukraine weiterhin mit allen Mitteln zu unterstützen. Die gestiegenen Preise für Öl, Gas und Sprit ändern laut Costa nichts an der Strategie der EU.
Zu der aktuellen ungarischen Blockade der EU-Finanzhilfen für die Ukraine sagte Costa, die Haltung der Regierung in Budapest sei vollkommen inakzeptabel.
dpa/sh