Für historische Verdienste um die europäische Einigung wird der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi (78), mit dem Karlspreis 2026 ausgezeichnet.
Das Karlspreis-Direktorium begründete seine Entscheidung damit, dass der ehemalige italienische Regierungschef "zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Großes für Europa geleistet" habe.
Das Direktorium hob unter anderem den 2024 von Draghi veröffentlichten und nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit hervor. Draghi hatte darin gemahnt, dass die Europäische Union dringend innovativer werden müsse, wenn sie nicht den Anschluss an konkurrierende Wirtschaftsmächte wie die USA und China verlieren wolle.
Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist nach eigenen Worten "äußerst dankbar" für die Zuerkennung des Karlspreises. Die Entscheidung komme zu einer Zeit, in der Europa viele Feinde habe - vielleicht mehr Feinde denn je, sowohl innere als auch äußere Feinde, sagte Draghi in einer eingespielten Videobotschaft während der Verkündung des diesjährigen Preisträgers in Aachen. Um die Europäische Union zu bewahren, müssten die Europäer enger denn je zusammenstehen, mahnte der frühere italienische Regierungschef. Wörtlich sagte Draghi: "Wir müssen unsere selbst verschuldeten Schwächen überwinden. Und wir müssen stärker werden: militärisch, wirtschaftlich und politisch."
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai.
dpa/mh