US-Präsident Donald Trump setzt seine aggressive Handelspolitik fort und hat ein neues Zollpaket auf den Weg gebracht. Er werde ein System wechselseitiger Abgaben für Waren aus der ganzen Welt einführen, kündigte Trump in Washington an. Das bedeutet, dass die USA die Zölle dort anheben, wo sie aktuell unter denen anderer Staaten liegen. Trump sprach von einem "Tag der Befreiung". Nun komme das goldene Zeitalter der USA zurück.
Der US-Präsident warf selbst engen Handelspartnern vor, die USA mit ihrer Zollpolitik geplündert zu haben. Er sagte, die Aufschläge würden Arbeitsplätze in die Vereinigten Staaten zurückholen und die Wirtschaft ankurbeln.
Für Importe aus der EU werden demnach ab dem 9. April Zölle von 20 Prozent fällig. Trump warf der EU vor, sie hätte die USA ausgenutzt. Nun schlage man zurück. Waren aus China werden künftig mit 34 Prozent belegt, für Produkte aus Vietnam und Kambodscha gelten sogar fast 50 Prozent.
Von der Leyen: Schwerer Schlag für die Weltwirtschaft
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die neuen US-Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft bezeichnet. Millionen Menschen auf der ganzen Welt und sämtliche Branchen würden darunter zu leiden haben, sagte sie in Brüssel. Die Europäische Union sei immer bereit gewesen, mit den USA über mögliche Handelsungleichheiten zu sprechen. Falls Verhandlungen aber keinen Erfolg hätten, werde Europa Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen zu schützen.
Auch zahlreiche Regierungen kritisierten die neuen Zölle. China forderte die Vereinigten Staaten auf, die Zölle umgehend aufzuheben. Die japanische Regierung warf den USA einen Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation und gegen bilaterale Abkommen vor. Australiens Ministerpräsident Albanese meinte, die Zölle seien "nicht die Tat eines Freundes".
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