Dänische Behörde: Insgesamt drei Lecks an Nord-Stream-Leitungen – Sabotage nicht ausgeschlossen

Nach den mysteriösen Gaslecks und Druckabfällen an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 wird Sabotage als Ursache nicht ausgeschlossen.

Die Nord-Stream-1-Pipeline

Illustrationsbild: Odd Andersen/AFP

Die beiden Ostseepipelines sind seit Monaten im Fokus. Nord Stream 2 wurde nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gestoppt.

Durch die andere Pipeline fließt mittlerweile auch kein Gas mehr. Jetzt wurde in beiden Pipelines ein plötzlicher Druckabfall festgestellt. Fachleute untersuchen die Probleme.

Die dänischen Behörden hatten an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 insgesamt drei Lecks entdeckt.

Wegen der Zwischenfälle bat die Behörde das staatliche Unternehmen Energinet, im Hinblick auf die Sicherheit ihrer Anlagen besonders aufmerksam zu sein. Brüche in Gasleitungen kämen höchst selten vor. Deshalb werde das sogenannte Bereitschaftsniveau im Gas- und Stromsektor auf die zweithöchste Stufe „orange“ angehoben.

dpa/cd/jp

13 Kommentare
  1. Lutz-René Jusczyk

    Ich tippe mal auf Aktivisten von Extinction Rebellion. 😄

  2. Willy Hoffmann

    Dann haben die Grünen ja nun, was sie wollten, kein Gas mehr aus diesen Leitungen. Jetzt wird es uns allen besser gehen.

  3. Lutz-René Jusczyk

    Spaß beiseite: Ausgerechnet heute wird die „Baltic Pipe“ zwischen Norwegen und Polen in Betrieb genommen. Der Anschlag auf Nordstream 1 und 2 kommt also nicht zufällig und natürlich weiß auch jeder, wer die Verantwortung trägt.
    Wir müssen uns die Fragen stellen:
    Wie können solche Leitungen vor U-Boot-Angriffen geschützt werden?
    Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, sie davor zu schützen?

    Ohne Erdgas aus Norwegen sind wir aufgeschmissen. Das kann nicht im erforderlichen Umfang durch LNG-Tanker angeliefert werden, zumal die Terminals ohnehin bereits am Limit sind.
    Allein die „Baltic Pipe“ ist 900 Kilometer lang!

    Würde ein Angriff auf in der Nord- und Ostsee liegende Erdgas- und Erdölpipelines sowie Unterseekabel einen Bündnisfall der NATO hervorrufen?
    Wobei sich die Frage anschließt, ob ein solcher ausschließlich auf einen naheliegenden Verdacht gründen kann.

    Es scheint so, als habe der Kreml im derzeitigen Wirtschaftskrieg einen äußerst wunden Punkt entdeckt, den man in der EU zuvor nicht oder zumindest nicht ausreichend auf dem Radar hatte.

  4. Alexander Hezel

    Na Herr Jusczyk, jetzt beschwören Sie aber Geister herauf, die es nicht gibt und wir sollten auch nicht der Angstmache des Kreml verfallen.
    Jedes Land und die EU haben ihre kritische Infrastruktur ganz genau im Auge und ein U-Boot-Angriff wäre wohl sehr schnell entdeckt worden. Eine Taucher-Spezialeinheit liegt da näher als Hypothese.
    Zudem wurde technisch gesehen Infrastruktur von Gazprom angegriffen, durch die ohnehin kein Gas fließt – es ist also das gewohnte Säbelrasseln aus dem Kreml mit dem Ziel die europäische Bevölkerung einzuschüchtern.
    Jeder Angriff auf ‚aktive‘ – wie oftmals betont – Energieinfrastruktur würde mit Sicherheit eine sehr entschlossene Reaktion hervorrufen und womöglich auch den Bündnisfall, nachdem andere Optionen ausgeschöpft wurden.

    Ich denke, wir sollten als Gesellschaft endlich einmal anfangen, mehr auf den Staat, seine Institutionen und Verantwortungsträger – die anders als in Diktaturen der demokratischen Kontrolle unterstehen – zu vertrauen, denn es ist genau dieser Staat, der uns gerade vor letzteren schützt!

  5. Guido Scholzen

    „Cui bono?“ hiess es bei den alten Römern, „Wem nützt es?“
    Nehmen wir an, die hohe Politik steht dahinter, dann könnte es der Politik Russlands aber auch den USA nutzen.

  6. Alexander Hezel

    …hat ja nicht lange gedauert, bis die Putin-Versteher wieder einmal die Kreml-Propaganda „die einen genau so wie die anderen“ bemüht. Jaja, alle sind sie doch schlecht, außer Schultze und Schulze, die haben als einzige den Durchblick.

  7. Edgar Dujardin

    Noch ist nicht sicher, ob die Lecks in den Pipelines durch technischen Defekt oder Sabotage entstanden sind. Sollte Sabotage die Ursache sein führt uns diese Tatsache vor Augen, wie fragil das Netz „Energieversorgung mit Gas“ eigentlich ist. Wenn schon die Unterwasserleitungen vom Gas nur schwer vor Anschlägen zu schützen sind wieviel schwerer sind dann die Überlandleitungen, die durch etliche Staaten führen und von mehreren Staaten zu kontrollieren sind vor solchen Anschlägen zu schützen.

  8. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Wer könnte der Täter gewesen sein ?

    Verdächtiger Nr 1 : Russland. Durch das ausströmende Gas wird die Schifffahrt in der Ostsee gestört, Unsicherheit und Angst werden geschürt.

    Verdächtiger Nr 2 : USA. Waren schon immer gegen diese Pipeline. Wollen ihr eigenes Gas verkaufen. Sind durchaus fähig, eine „false flag operation“ durchzuführen, um den Konflikt zu schüren. Dies weil dieses Jahr in den USA Parlamentswahlen stattfinden und nächstes Jahr Präsidentschaftswahlen.

    Aber warten wir die Untersuchungen ab. Bin gespannt.

  9. Dieter Leonard

    Was genau haben die Grünen damit zu tun, Herr Hoffmann? Stimmt, Sie wissen es selber nicht.
    Selbst die Grünen wissen, dass es eine Energiewende ohne Brückentechnologie, die z.T. auf Gas stützt, nicht funktionieren kann.
    Fast alle europäischen Länder haben Deutschland vor der Abhängigkeit von russischem Gas gewarnt und Nordstream 2 – zurecht – abgelehnt.
    Aber dies interessiert Sie ja ohnehin nicht, geht es Ihnen doch nur darum, mal wieder einfältiges Grünen-Bashing zu betreiben.

  10. Uwe Chemnitz

    Und es war wohl wieder eine „Spezialoperation“ des Herrn Putain…und er wird das in sein Grab mit nehmen…vermute ich mal

  11. Lutz-René Jusczyk

    Herr Scholzen-Eimerscheid, alle Indizien deuten auf Russland hin: Der Zeitpunkt, sogar der Ort des Anschlags in unmittelbarer Nähe zu jenem Punkt, an dem sich die Nordstream-Pipelines mit der Baltic Pipe kreuzen.
    Russland geht es bei der Aktion auch nicht darum, die Schifffahrt zu gefährden (nach ein paar Wochen ist eh nahezu alles Gas entwichen), sondern zu zeigen, wozu das Land fähig ist und wie verwundbar wir sind.
    Eine weitere positive Nebenfolge aus russischer Sicht liegt im Wiederanstieg der Gaspreise, die bis zu diesem Ereignis im Fallen begriffen waren.
    Jeder, der nicht ideologisch verblendet ist, erkennt doch, dass dies ein Zeichen des Kremls war.
    Im Übrigen hat die CIA bereits vor einem Jahr vor Anschlägen auf die Pipeline-Infrastruktur in der Ost- und Nordsee gewarnt. Europäischerseits hat man dies leider komplett ignoriert.

  12. Klaus Kramer

    Es ist sehr schlimm, wenn man anderer Meinung ist und sofort als Putinversteher dasteht.
    Genau das zeugt doch von ideologischer Verblendung.
    Nachdem der Druck, Nordstream 2 in Betrieb zu nehmen, vom deutschen Volk immer größer wurde, hätte es nur den Interessen der Amerikaner widersprochen.
    Der Russe hätte sein Ziel, was ihm hier unterstellt wird, viel leichter hinbekommen, den Hahn für immer zuzulassen.
    Ich bin der Meinung, hier sucht jemand einen Grund, den Bündnisfall auszurufen.
    Was das bedeutet, ist wohl allen klar.
    Warten wir die Untersuchung ab. Es werden garantiert Teile mit russischen Hoheitszeichen gefunden. Diese Machenschaften der Amerikaner kennen wir doch zur Genüge, zum Beispiel die irakischen mobilen Anlagen um Giftgas herzustellen, die es, wie es sich dann herausstellte, garnicht gab.

  13. Yves Tychon

    Und wenn’s gewissermaßen ein Warnschuss der Russen war? So nach dem Motto: “Schaut mal, wir haben ein Stück unserer eigenen Pipeline in die Luft gejagt, aber damit auch bewiesen, dass wir überall in Nord- oder Ostsee eine Gasröhre sprengen können – egal von wem sie betrieben wird.”