Russland meldet Einnahme von Lyssytschansk

In der Ostukraine ist die Stadt Lyssytschansk offenbar gefallen. Der russische Verteidigungsminister Schoigu soll Präsident Putin gemeldet haben, dass die Armee und prorussische Separatisten die vollständige Kontrolle über Lyssitschansk erlangt hätten und damit über das gesamte Gebiet Luhansk. Das meldet die Agentur Interfax.

Blick auf Lyssytschansk am 21. Juni (Bild: Anatolii Stepanov/AFP)

Blick auf Lyssytschansk am 21. Juni (Bild: Anatolii Stepanov/AFP)

Die Ukraine hat den Angaben widersprochen. Ein Regierungssprecher in Kiew hatte zuvor allerdings eingeräumt, dass russische Truppen die Stadt permanent angriffen und die Lage dramatisch sei.

Lyssytschansk ist eine Nachbarstadt von Sjewjerodonezk, die Russland zuvor bereits erobert hatte. Beide Städte liegen in der Region Luhansk, die zusammen mit Donezk den Donbass bildet. Ziel Russlands ist es, den gesamten Donbass einzunehmen.

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dpa/vrt/jp

16 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Das haben wir jetzt davon keine Reserve mehr zu haben… Wenn auch nur einer der europäischen NATO Verbündeten der UA Panzer, Panzerhaubitzen oder gepanzerte Mannschaftstransporter moderner Bauart liefern möchte, steht er vor dem Problem seine eigenen Streitkräfte um eben diese Waffensysteme zu bringen. KEIN einziges Land in Europa (NATO Europa wohlgemerkt) hat nennenswerte Reserven diesbezüglich, F =254 Leclerc, GB = +/- 200 Challenger 2, D = 328 Leopard 2, I = 140 Ariete, E = 218 Leopard 2 (ältern Musters), B = 0, NL = weniger als 50 Leo 2 aber die neueste Version – MAN kann sich garnicht leisten etwas davon abzugeben sonst steht man mit heruntergelassener Hose da, falls es dem da im Kreml nach mehr gelüstet – einzige Option, USA und Abrahams, aber eh‘ das passiert wird noch viel Wasser den Rhein runterlaufen

  2. Lutz-René Jusczyk

    Herr Margraff, seien wir ehrlich: In der Einschätzung Russlands und vor allem Wladimir Putins haben sich die meisten kolossal verschätzt.
    Wer hätte ihm denn vor einem Jahr ernsthaft zugetraut, dass er einen Angriff gegen die komplette Ukraine startet?
    Wir waren viel zu naiv.
    „Frieden schaffen ohne Waffen“, so lautete vor 40 Jahren der Berliner Appell; – das Ergebnis sehen wir heute mit Blick auf die Streitkräfte.
    Wenn vor 10 Jahren jemand gefordert hätte, ins Militär zu investieren, wäre er schief angesehen worden.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr jusczyk

    Stimmt was Sie schreiben.

    Unter anderem war Gretchens Klimakram, Postenjägerei, etc wesentlich wichtiger als das Militär. Die Politik lebte in ihrer eigenen Welt, „déconnecté de la réalité“, träumte von Co2freien Emissionen und Elektromobilität. Den Realitäten wurden nicht Rechnung getragen und jetzt haben wir den Salat.

  4. Jürgen Margraff

    „Haben wir den Salat“ – „Gretchens Klimakram“ die Toten in den Dolomiten lassen grüssen, die Überschwemmten in Sydney & an der Weser auch… Vor dem Zerfall des Warschauer Pakts wurde der Verteidigungshaushalt quasi nirgends reduziert, die Dividenden des Zusammenbruchs erst haben zu einer Neuorientierung der Haushaltsgelder geführt. Das hat schlussendlich dazu geführt das im europäischen NATOraum nirgendwo mehr Reserven sind aber die Gelder sind garantiert NICHT in grüne Hirngespinste geflossen, sondern in Bereiche die nach Ansicht unserer Politiker eine Finanzspritze benötigten, wobei man trefflich über die Neuorientierung diskutieren kann, aber WAS tun JETZT? Ein Ansatz wäre die hiesige Militärindustrie (FN, MECAR. Poudrerie réunie, SABCA John Cockrill Industries etc pp) aufforden die Produktion hochzufahren. Die Franzosen haben das bereits getan, ich nehm‘ an die Preussen & Engländer werden ins gleiche Horn blasen…

  5. Norbert Schleck

    Erstaunlich wie auf einmal auch in Ostbelgien die Militaristen aus ihren Verstecken gekrochen kommen und sich gegenseitig mit ihrer Kritik an der bisherigen Verteidigungspolitik übertreffen wollen.

    Wo waren sie denn, als die Wehrpflicht abgeschafft wurde? Als Belgien seine in Deutschland stationierten Truppen abgezogen hat? Als die Bewaffnung von Heer, Marine und Luftwaffe zusammengestrichen wurde?
    Als Trump die NATO an die versprochenen 2% erinnerte?

    Haben sie dafür demonstriert, den Truppenübungsplatz Elsenborn voll zu nutzen? Haben sie denjenigen widersprochen, die in den umliegenden Gemeinden auch vor Kurzem wieder eine Begrenzung der Lärmbelästigung forderten, dabei aber vergessen, dass „das Lager“ für viele früher ein ganz angenehmer Arbeitgeber war?

    Lesenswert: „La Belgique tourne le dos à trois décennies de désarmement“ (LA LIBRE).

    Hat jemand bisher dagegen protestiert und im Gegenzug die entsprechende Steuererhöhung gefordert? Oder sollte das gratis gehen?

    Aber es stimmt schon, nachher ist man immer klüger als vorher.
    Mit China werden wir das auch noch erleben…

  6. Jürgen Margraff

    Wo ich war? Auf der Arbeit. Selbstredend hab‘ ich bei Abschaffung des Militärdienst nicht himmelhoch gejauchzt, aber damals war die SItuation eindeutig eine andere. Der WP zerfiel, die NATO brauchte nicht mehr Gewehr bei Fuss an der innerdeutschen Grenze stehen, denn die gab’s ja schon nicht mehr. Das Lager? Ich stamme aus B/bach, wenn im Lager Artillerieeinheiten übten, dann war’s quasi wie ein Gewitter zuhause, die Fenster (damals noch einfache Scheiben) wackelten bis dick über 22 Uhr hinaus, die ballerten von der Strasse nach Kalterherberg rein nach Vogelsang, ab und an las man das ein Geschoss in Rocherath runtergekommen war… Wir regten uns nicht über Mörserschiessen auf oder die normalen Infanteriewaffen, manchmal fuhr man gar nach Roderhöhe um die Starfighter oder Mirages ihre Angriffe auf die (ausrangierte) Panzerkolonnen zu sehen. Krach war ein Normalzustand. Nee, Militärgeräusche sind mir nicht fremd, fremd sind mir Kritiker die ncht’s kapieren.

  7. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Schleck.

    Wo ich war ? Nicht an entscheidender Stelle.

    Steuererhöhungen sind nicht notwendig. Die Staatsschulden neu organisieren mit längeren Laufzeiten macht Mittel frei.

  8. Norbert Schleck

    „aber damals war die SItuation eindeutig eine andere.“
    Eben, und deshalb hat damals und in den folgenden Jahren niemand dagegen protestiert, um eine Beibehaltung des Wehrdienstes und massive Investitionen in die Landesverteidigung mit entsprechenden Steuererhöhungen zu fordern.

    Das „Lager“?
    Eine drastische, aber zutreffende Schilderung früherer Zeiten, in denen es in der Tat vorkam, dass Panzergranaten (Blindgänger, keine Explosivgeschosse) im Ortskern von Rocherath oder in den Mähwiesen der Bauern einschlugen.
    Fakt ist aber, dass erst kürzlich noch gegen die Lärmbelästigung protestiert wurde, die im Vergleich zu früher minimal ist. „Nimby“

    Die Finanzierung der angekündigten Erhöhung der Verteidigungsausgaben?
    „Steuererhöhungen sind nicht notwendig. Die Staatsschulden neu organisieren mit längeren Laufzeiten macht Mittel frei.“

    Klar doch, das Ei des Kolumbus.
    Aber… alte Anlagen mit niedrigem Zinssatz ersetzen durch welche mit höherem und Rückzahlung am St. Nimmerleinstag?
    Ob das wirklich so genial ist? Aber man darf träumen…

  9. Jürgen Margraff

    Ich hab‘ gerade eine Reportage auf Euronews verfolgt die UA Soldaten zeigt die sich aus Lyssytschansk zurück gezogen haben, in einem alten MTW sowjetischer Bauart MTLB sie beklagten sich über ihre veralteten Maschinengewehre sie hatten eine MAXIM 1910/30 auf Rädern von 1944 (mit Datumsstempel versehen) und 1928 entwickelten DPM; ich dachte Belgien hätte zumindest MAG58 und Minmis in genügender Anzahl, zumindest bei der FN, bei den Dingern braucht es keine Ewigkeit die herzustellen, TUT WAS und zwar DRINGEND

  10. Lutz-René Jusczyk

    NATO-Länder können nur so viel an Waffen liefern, dass sie ihre eigene Verteidigungsfähigkeit nicht gefährden.
    Ich möchte nicht irgendwelche gutgemeinten Ratschläge erteilen, aber vielleicht wäre es aus ukrainischer Sicht vorteilhaft, zuerst den Süden des Landes zurückzuerobern, anstatt im Osten viele wertvolle Kräfte zu verlieren.
    Kohle und Stahl, die im Donbass reichlich vorhanden sind, verlieren künftig in zunehmenden Maße an Bedeutung. In wirtschaftlicher Hinsicht wird er immer unbedeutender.
    Erdgas ist dagegen viel wichtiger und da gibt es unerschlossene Felder vor der Küste. Darüber hinaus ist es wichtig, die Landverbindung Russlands zur Krim zu unterbrechen.
    Mit der Rückeroberung der Schlangeninsel wurde doch bereits ein strategischer Sieg erzielt, auf den sich aufbauen lässt.

  11. Norbert Schleck

    „Ich möchte nicht irgendwelche gutgemeinten Ratschläge erteilen, aber…“
    Aber er tut es dann doch.
    Macht nix, die Ukrainer werden die unerbetenen taktischen und strategischen Ratschläge aus Ostbelgien sowieso nicht lesen.

    Schön und gut auch die Forderung, hier in Belgien und anderswo solle man die Rüstungsindustrie so richtig anwerfen.
    Bliebe aber zu klären, wie das kurzfristig gehen sollte: Produktionskapazitäten, Rohmaterial, Elektronikkomponenten, Logistik,und vor allem qualifizierte Arbeitskräfte.
    Liegt das alles brach und braucht nur mit einem Fingerschnippen aktiviert zu werden?

    Wenn ich sehe, wie kompliziert heute auch nur die Planung und Produktion etwa eines Sensors für automatisierte Werks- oder Garagentore ist, kommen mir da echte Zweifel.
    Ein Produktionsteil ist nicht lieferbar, und schon stockt die ganze Montage.

  12. Lutz-René Jusczyk

    Herr Schleck, ich möchte Ihnen keineswegs widersprechen.
    Gegenwärtig ist Putin in einer besseren Position.
    Wenn wir ehrlich zu uns selber sind, sollten wir uns eingestehen, dass zu Beginn des Kriegs wohl kaum jemand damit gerechnet hat, dass die Ukraine siegen könnte. Nach der gelungenen Verteidigung Kiews waren wir wohl alle etwas zu euphorisch. Nun werden wir von der Realität eingeholt.
    Ich glaube dennoch, dass die Ukraine das Blatt wird wenden können, jedoch nicht zeitnah.
    Putin wird nicht ewig an der Macht sein.

  13. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr Schleck.

    Es gibt in der Tat ewige Anleihen, auf english „Perpetuals“ oder „consol“.In Großbritannien schon seit längerem bekannt. (Frankfurter Allgemeine 04.02.2015).

  14. Jürgen Margraff

    MAG & Minimi ist ein Standartprodukt der FN, die liefern deren HAUFENWEISE an alle Welt, die Saudis, die Amis, fast alle Nachbarstaaten ausser D, aber DK, S, N, Suomi, etliche baltische Staaten bei den Amis heissen die M240 & M249 und werden vom amerikanischen Ableger der FN gebaut, aber deren braucht man nicht bei egal welcher Armee erst holen gehen, die werden quasi auf Halde produziert, ebenso wie die dazugehörige Munition, die FN baut auch die Ma Deuce oder .50, solche Waffen sind Massenware

  15. Norbert Schleck

    „Ich glaube dennoch, dass die Ukraine das Blatt wird wenden können, jedoch nicht zeitnah.
    Putin wird nicht ewig an der Macht sein.“

    Es wird darauf ankommen, wie sehr die USA sich engagieren wollen/können.
    Die paar Haubitzen aus Deutschland sind da Kleinkram.

    Wie bei jedem Diktator stellt sich auch bei Putin die Frage: Wer kommt nach ihm? Namen werden gehandelt, aber das ist alles noch Kaffeesatzleserei.
    Darauf sollte man also nicht bauen, zumal nicht sicher ist, dass es nicht ein Mann sein wird, der denselben KGB-Hintergrund hat wie Putin.

  16. Jürgen Margraff

    7Die USA haben M777 Haubitzen geliefert, die sind gut für 2- 7 Schuss/Minute, es sind 118 Stück geliefert worden – Ein gutes Team kommt durchschnittlich auf 3-4 Schuss/Minute 118 x 3 = 354 Granaten von 155mm – Reichweite zirka 30km mit Base Bleed Munition (Reichweitengesteigert) GEFAHR;: Nicht motorisiert, 8 Köpfige Bedienungsmannschaft – Bei Gegenfeuer nicht schnell genug verlegbar – Bei den Amis kein Problem der Transporthubschrauber wartet und nach 2 Minuten Feuer wird damit verlegt, wenn das Geschütz aber angespannt werden muss, dauert das ZU lange. CAESAR & PzH2000 verschiessen mindestens 8 Schuss/Minute; verlegen aber beide in Null Komma Nix – 18 PzH2000 + 18CAESAR legen zusammen also 288 zielgenau ins Ziel, 118 M777 bei 3Schuss/Minute bringens auf 354 ABER nach einmaligem Schiessen gibt’s nur mehr 50 M777, die CAESAR & PzH sind dann noch alle voll da