Putin: „Spezialoperation“ in der Ukraine läuft nach Plan

Mehr als vier Monate nach Kriegsbeginn hat Kremlchef Putin erneut behauptet, die Kampfhandlungen liefen planmäßig.

Russlands Präsident Wladimir Putin (Archivbild: Mikhail Klimentyev/Sputnik/AFP)

Russlands Präsident Wladimir Putin (Archivbild: Mikhail Klimentyev/Sputnik/AFP)

Die russischen Truppen konzentrieren sich im Moment auf das Industriegebiet Donbass in der Ostukraine.

Nach Einschätzung westlicher Experten rückt das russische Militär vor. Es erleidet dabei aber hohe Verluste und verbraucht in hohem Tempo seine Bestände von Artillerie-Geschossen.

dpa/cd

7 Kommentare
  1. Alessandro Vega

    „nach Plan“ Nach den ersten Propaganda Nachrichten sollte Kiev innerhalb einer Woche fallen..

    Putin verheizt grade seine Armee wie im Fleischwolf und erkauft sich so teuer das Vorrücken. Man darf gespannt sein. Auch ist die Inflation in Russland auf deutlich höherem Niveau als man nach Aussen versucht zu vermitteln. Früher oder Später wird die Bevölkerung die tausenden Tote und die Sanktionen nicht mehr akzeptieren. Ich hoffe das passiert früher und Putin geschied es wie dem Französischem Adel.

  2. Lutz-René Jusczyk

    Herr Vega, machen wir uns nicht selbst etwas vor?
    In einer Diktatur wie Russland geht niemand auf die Straße und protestiert, weil er dann damit rechnen muss, weggesperrt zu werden.
    Sollte Russland seine Gaslieferungen komplett einstellen, werden wir in der EU die härteste wirtschaftliche Krise seit Ende des 2. Weltkriegs erleiden.
    Außerdem erfahren wir doch, wie erfolgreich Putins Truppen im Donbass sind.

    Ich habe kein Patentrezept, wie dieser Krieg beendet werden kann, glaube aber, dass es für den Westen nur einen gangbaren Weg gibt, nämlich die Waffenlieferungen in die Ukraine massiv zu intensivieren und zu hoffen, dass Putin irgendwann zu Verhandlungen bereit ist.
    Das Hauptproblem ist, dass man Russland nicht wie seinerzeit Nazideutschland besiegen kann, da das Land viel zu groß ist und über Nuklearwaffen verfügt.
    Überspitzt formuliert: Es wird in Moskau keine Siegesparade geben, in der ukrainische Panzer über den Roten Platz rollen.

  3. Jürgen Margraff

    „Erfahren wir doch wie erfolgreich“jeder Soldat wird ihnen sagen das beim Angriff eine personelle Überlegenheit von 6 oder 7 Angreifern für 1 Verteidiger nötig ist, Angreifer sind per se gezwungen vorzugehen, während der Verteidiger hinter seiner Stellung wartet ein lohnenswertes Ziel zu erfassen, dadurch das er geschützt ist sind Treffer in seiner Deckung für ihn NICHT relevant – nur nahe u/o direkte Ari oder Mörsertreffer sind für gefährlich, aber Ari kann nicht feuern wenn die eigene Truppe vorgeht, also nach einem Angriff ab in die Bunker, sobald das Feuer aufhört wieder raus, normal sind Verlustraten für Angreifer DEUTLICH höher als für den Verteidiger – wenn die Russen wie gestern sagen es seien 40 Ukrainer eliminiert worden, heisst das im Umkehrschluss es sind bei dem Angriff mindestens 200 Russen gefallen, die russische Armee mag gross sein aber mittlerweile hat die UA zirka 80000 Mann/Frau mobilisiert, demzufolge war’s das für Wladimir

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    In Afrika findet Putin genug Kanonenfutter.Sind Billig und willig. Deswegen interessieren ihn die Verluste nicht.Die Wagner-Gruppe organisiert das.(n-tv 30.03.2022).

    Russland könnte sogar den Krieg verlieren.Wegen der Riesengröße ist eine militärische Besetzung nicht möglich.Napoleon hatte diese Erfahrung schon gemacht.Er hatte mehrere Schlachten gegen die Russen gewonnen und sogar Moskau besetzt. Genutzt hat es ihm nichts.Der russische Winter hat ihm den Rest besorgt.Selbst wenn die die Ukrainer die Russen vertreiben, können die Russen vom eigenen Gebiet aus weiter bombardieren und schießen.In so einer Pattsituation, wo es egal ist wer gewinnt oder verliert, muss verhandelt werden.Schlussendlich gewinnt der mit dem besten Verhandlungsgeschick.

  5. Guido Scholzen

    Dieser Krieg ist doch eher ein konventionneller Krieg wie vor Jahrzehnten.
    Allein schon die Tatsache, dass es in Russland noch eine Wehrpflicht gibt und die Ukraine ebenfalls Neulinge mit Grundausbildung an die Front schickt, zeigt, dass hier nicht viel Spitzentechnologie im Spiel ist. Masse statt Klasse.
    Der Golfkrieg 1990 zeigte klar, dass eine technologisch hochgerüstete US-Armee mit Berufssoldaten den irakischen Streitkräften mit Wehrdienst-Soldaten total überlegen ist.
    Der Beruf eines US-Soldaten ist ein qualifizierter Beruf, der Fachwissen erfordert. Die Waffen, Uniform und Helm eines GI sind elektronisch miteinander verbunden, ein GI muss in der Lage sein, eine Drohne zu manövrieren…etc… Mit einer mehrmonatigen Grundausbildung ist es nicht getan, jahrelange Fachkenntnis ist gefragt. Ein NATO-Soldat ist eine qualifierte Arbeit, kein Job mit Grundkenntnissen.

    Wenn die NATO nicht schon direkt beteiligt sein soll/darf, warum dann keine NATO-kontrollierte Flugverbotszone über der Ukraine?
    Darf die Ukraine (rein rechtlich) nicht darüber entscheiden, wer dies bewerkstelligt gegen „Putin’s Plan“?

  6. Lutz-René Jusczyk

    »Selbst wenn die die Ukrainer die Russen vertreiben, können die Russen vom eigenen Gebiet aus weiter bombardieren und schießen.«

    Genau darin liegt eines der zentralen Probleme dieses Krieges: Ein so riesiges Land wie die Ukraine lässt sich nicht hinreichend absichern, um die Bevölkerung vor Raketenangriffen zu schützen.
    Russland verfügt über Hyperschallwaffen, die sich kaum abfangen lassen.
    Es gibt meines Erachtens somit nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Ukraine ist ab einem bestimmten Leidendruck zu Verhandlungen mit Putin bereit oder man versucht die russischen Truppen so lange an einem weiteren Vormarsch zu hindern oder zurückzudrängen, bis der Kremlherscher irgendwann (auf natürlichem Wege oder anderweitig) das Zeitliche segnet; – vorausgesetzt, es kommt dann nicht ein noch größerer Hardliner an die Macht. Solche, die am liebsten sofort die baltischen Länder angreifen wollen, gibt es in der Staatsduma nämlich auch.

  7. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr jusczyk.

    Sie als Theologe kennen doch bestimmt das Consalvi Paradoxon.

    Zitat aus Wikipedia :

    „…Die Zähigkeit, mit der Consalvi als Kardinalstaatssekretär die Verhandlungen führte, brachte Napoleon an den Rand der Verzweiflung. Eines Tages verlor er die Geduld und stellte Consalvi folgende Frage:

    Ist Ihnen klar, Eminenz, dass ich Ihre Kirche jederzeit zerstören kann?

    Die Antwort von Consalvi war:

    Ist Ihnen klar, Majestät, dass nicht einmal wir Priester das in achtzehn Jahrhunderten fertiggebracht haben…“

    Egal wie, niemand konnte die Kirche zerstören, weder Napoleon noch die Priester.Eine klassische Pattsituation. Und so ist es auch mit Russland.Da bleibt nur verhandeln.Von aussen kann man Russland nichts aufzwingen