Schuldspruch für „Hotel-Ruanda“-Helden Rusesabagina in Terrorismus-Verfahren

Ein Gericht in Ruanda hat Paul Rusesabagina des Terrorismus für schuldig befunden.

Paul Rusesabagina am 17.2.2021 vor Gericht in Kigali (Bild: Simon Wohlfahrt/AFP)

Paul Rusesabagina am 17.2.2021 vor Gericht in Kigali (Bild: Simon Wohlfahrt/AFP)

Der 67-Jährige muss 25 Jahre ins Gefängnis. Rusesabagina habe die Nationale Befreiungsfront (FLN), den bewaffneten Flügel der Oppositionspartei MRCD, finanziell und logistisch unterstützt, urteilte das Gericht in Kigali. Der FLN sei verantwortlich für tödliche Anschläge in Ruanda in den Jahren 2018 und 2019.

Rusesabagina wurde durch den Hollywood-Film „Hotel Ruanda“ bekannt. Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager – selbst ein Angehöriger der Hutu – während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1.200 Menschen das Leben rettete. Damals wurden mehr als 800.000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu getötet, größtenteils Tutsi.

Später wurde Rusesabagina zu einem scharfen Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame und kam ins Exil nach Belgien. Nach Angaben seiner Anwältin wurde er in Dubai von den ruandischen Behörden entführt, um vor Gericht gestellt werden zu können. Das Europaparlament, US-Kongressabgeordnete und Menschenrechtler haben die Art der Festnahme und die Haftbedingungen heftig kritisiert.

belga/dpa/km