Papst Franziskus erinnert an Schicksal von ertrunkenen Migranten

Papst Franziskus hat an das Schicksal ertrunkener Bootsmigranten erinnert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz forderte er die Gläubigen dazu auf, "die Mauern der Gleichgültigkeit" niederzureißen.

Flüchtlingsboote im Mittelmeer

Flüchtlingsboote im Mittelmeer (Illustrationsbild: AFP)

Anlässlich der Einweihung eines Mahnmals im sizilianischen Augusta erklärte der Papst, das Mittelmeer sei zum größten Friedhof Europas geworden.

Nach UN-Angaben sind allein in diesem Jahr bereits mehr als 670 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken.

 

dpa/mh

3 Kommentare
  1. Frank Mandel

    Kann Kirche auch präventiv oder nur erinnern? Glaube als persönliche Überzeugung um Taten aus Worten entstehen lassen und nicht jammern. Prunk und Abbau von glamouröser Einrichtung, Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, vor Ort wo diese gebraucht wird. Der Kukuk kommt zu jeder halben und vollen Stunde aus der Uhr geschossen. Der Papst nur ein Mal im Jahr am Fenster den Segen für die Welt spenden. Steht ihm gar nicht zu. Mehr machen heißt das Motto- nicht so viel reden. Menschen ertrinken, weil dem Glauben zu wenig Taten folgen. Menschenleben retten muss sein! Kein Mensch flieht von Zuhause. Es sein denn politisch motiviert oder bedroht. Da ändert eine Stellungnahme vom Balkon auch nichts dran…

  2. Jochen Decker

    Die Kirche verfügt über einen großen Reichtum, der längst hätte übertragen werden müssen an entsprechende Hilfsorganisationen vor Ort, um dort den Bedürftigen zu helfen und die gefährlichen Überfahrten überflüssig zu machen.
    Warum ist das bis heute nicht geschehen?

    Zeichen setzen! Neue Wege beschreiten! Fortschrittlich, nicht rückwärtsgewandt sein! Auch um den Preis der Selbstaufgabe oder kann man mit der Schwere der Schuld so weiterleben?
    In Zeiten, wo man von ganzen Nationen erwartet, dass sie sich auflösen, muss man vorangehen.
    Das Gleiche wünsche ich mir auch von den unzähligen Promis. Nicht mahnen, auffordern und mal umsonst auftreten, sondern überweisen und zwar alles.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Dieses Mahnmal ist eine Geste und nicht mehr. An den Umständen wird es nichts ändern. Nur durch eine Verbesserung der Lebensumstände in den Herkunftsländern sind diese gefährlichen Überfahren zu stoppen. Und da sind in erster Linie die Regierungen der Herkunftsländer gefordert.

    Um glaubwürdig zu bleiben, sollte der Papst auch ein Mahnmal für die Opfer der Übergriffe durch Kirchenleute errichten lassen.