Syrien: Türkisches Militär setzt Bodenoffensive fort

Das türkische Militär hat seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien fortgesetzt und dabei mehrere Grenzorte unter Beschuss genommen.

Zivilisten fliehen aus dem syrischen Ros al-Ain (Bild: Delil Souleiman /AFP)

Zivilisten fliehen aus dem syrischen Ros al-Ain (Bild: Delil Souleiman /AFP)

Der türkische Präsident Erdogan verwahrte sich derweil gegen Kritik an dem Militäreinsatz – vor allem aus der EU. Ziel der seit Mittwoch laufenden türkischen Offensive ist die YPG, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei und damit eine Terrororganisation.

Die Türkei will entlang der Grenze eine sogenannte Sicherheitszone einrichten und dort auch syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete heftige Kämpfe zwischen türkischen Truppen und Einheiten der von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte.

Die Kämpfe spielten sich in der Umgebung der Stadt Tall Abjad ab. In den ersten Stunden der türkischen Angriffe wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 15 Menschen getötet, darunter auch zwei Kinder.

Erdogan droht EU

Der türkische Präsident Erdogan hat die EU aufgefordert, die Militäroperation seines Landes in Nordsyrien nicht als Invasion zu bezeichnen. Er verband das mit der Drohung, Millionen Flüchtlinge in Richtung Europa ziehen zu lassen.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen – mehr als jedes andere Land der Welt.

Zehntausende in Nordsyrien durch Kämpfe vertrieben

Im Nordosten Syriens sind laut den Vereinten Nationen Zehntausende Zivilisten auf der Flucht vor dem türkischen Militär. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief alle Konfliktparteien auf, das Internationale Humanitäre Recht einzuhalten, das Hilfsorganisationen Zugang in Konfliktgebiete gewährt.

Über die Türkei-Offensive berät der Weltsicherheitsrat am Donnerstag in New York.

dpa/cd

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