Unesco kennt sieben Kultur- und Naturstätten als Welterbe an

Die Unesco hat sieben Kultur- und Naturstätten als Welterbe anerkannt.

Die antiken Stätten von Babylon im Irak (Bild: Hussein Faleh/AFP)

Die antiken Stätten von Babylon im Irak (Bild: Hussein Faleh/AFP)

Neu auf der Welterbeliste stehen unter anderem die antiken Stätten von Babylon im Irak. Der Irak hatte seit mehr als dreißig Jahren versucht, die ehemalige Metropole des antiken babylonischen Reichs auf die Liste zu bringen.

Zu den schützenswerten Schätzen der Erde gehören künftig auch der Nationalpark Vatnajökull, eine Vulkanregion, die über zehn Prozent der Fläche Islands bedeckt, die Französischen Südgebiete und -meere im südlichen Indischen Ozean und die Hyrkanischen Wälder im Iran, die sich über rund 850 Kilometer entlang der Südküste des Kaspischen Meeres erstrecken.

Darüber hinaus erhielten auch die Historischen Stätten der Eisenverhüttung in Burkina Faso und die Zugvogelschutzgebiete entlang der Küste des Gelben Meeres und des Golfes von Bohai in China die begehrte Auszeichnung.

Welterbe-Antrag zum Donaulimes gescheitert

Der ursprünglich äußerst aussichtsreiche Antrag, den Donaulimes in Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn zum Weltkulturerbe zu erklären, ist bei der Sitzung der Unesco gescheitert. Ungarn änderte den gemeinsamen Antrag der vier Länder zum besonderen Status der Überreste der einstigen römischen Militärgrenze kurzfristig ab, wie das Gremium am Samstag mitteilte. Die ungarische Regierung will einen Teil des Limes in Budapest vom Welterbe-Status ausgenommen wissen, hieß es. Das Unesco-Welterbekomitee vertagte die Entscheidung.

Der ungarische Delegierte sagte bei der Sitzung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, dass jede Regierung das Recht auf Änderung habe. Er bedauere, dass die anderen Staaten die Leidtragenden seien. Für Österreich war es der zweite Rückschlag bei der Sitzung. Auch der Antrag, die Großglockner Hochalpenstraße in die Liste aufzunehmen, scheiterte zunächst. Die Antragsteller haben die Möglichkeit, ihre Dokumente zu überarbeiten und sich erneut um das Gütesiegel der UN-Kulturorganisation zu bewerben.

Mit dem Antrag zum Limes wollten die vier Staaten insgesamt 98 Teile der ehemaligen Grenzbefestigung entlang der Donau in ihrem Wert betonen und besonders schützen. Unter dem Projekttitel „Frontiers of the Roman Empire“ (Grenzen des Römischen Reichs) soll der gesamte Verlauf des Limes als Welterbe in den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gestellt werden.

Der Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien sowie der Obergermanisch-Raetische Limes in Deutschland haben diesen Status bereits. Der Limes erstreckte sich, entsprechend der Ausdehnung des Imperium Romanum, von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika.

Das Welterbe-Komitee berät noch bis Mittwoch in Baku über die Aufnahme von 35 nominierten Stätten in die Welterbe-Liste.

dlf/dpa/rkr/sr

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150