EU-Spitzenkandidaten: Ska Keller und Bas Eickhout für die Grünen

Jung, ehrgeizig, grün - Ska Keller ist 37 Jahre alt und zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der Grünen bei der EU-Wahl. Die Deutsche kandidiert zusammen mit ihrem niederländischen Kollegen Bas Eickhout für die Präsidentschaft der EU-Kommission. Realistische Chancen auf den Posten haben die Umweltschützer aber nicht.

Ska Keller (Bild: Stephane De Sakutin/AFP)

Naht die grüne Welle? Nach guten Wahlergebnissen in mehreren EU-Ländern in den vergangenen Monaten hoffen die Europa-Grünen auf starke Stimmgewinne bei der EU-Wahl an diesem Wochenende. Aushängeschild der Partei ist ihre deutsche Spitzenkandidatin Ska Keller. „Wir können nicht der nächsten Generation sagen, das tut uns leid mit dem kaputten Planeten, aber da war Trump und dann hat Brasilien den Regenwald abgeholzt und dann wollten wir halt auch nicht mehr tun.“

„Die Erderhitzung lässt sich nicht national bekämpfen, sondern nur, wenn wir gemeinsam und ambitioniert vorangehen. Das kann und muss Europa leisten“, so Keller weiter.

Schlagfertig, selbstbewusst, professionell – die 37-Jährige steht stellvertretend für eine grüne Bewegung, die nicht nur Ideale hat, sondern auch aktiv Politik machen will. Franziska Maria Keller, wie sie mit vollständigem Namen heißt, kommt aus der ostdeutschen Kleinstadt Guben an der polnischen Grenze. 2009 wurde sie mit 27 Jahren erstmals ins EU-Parlament gewählt. Schon 2014 bildete sie den weiblichen Teil des grünen Spitzenduos bei der EU-Wahl.

Ihr männliches Pendant ist der 42-jährige Umweltwissenschaftler Bas Eickhout aus den Niederlanden. Als Berichterstatter des EU-Parlaments war er in der laufenden Legislaturperiode maßgeblich an der Gesetzgebung für neue CO2-Grenzwerte für Autos und Lastwagen beteiligt. Europa sieht er als Haus, das umgebaut, renoviert und vor allem energieeffizient gemacht werden muss.

Die offensichtlichen Folgen des Klimawandels und Bewegungen wie die Fridays-for-Future-Proteste geben den Grünen Aufwind. Die Partei hat aber weiterhin das Problem, dass sie nur im Norden und Westen Europas erfolgreich ist. In Ländern wie Spanien, Italien, Bulgarien oder Polen haben grüne Parteien kaum Chancen, Sitze im EU-Parlament zu gewinnen.

Die Präsidentschaft der EU-Kommission rückt dadurch in weite Ferne – damit bleibt den Grünen immerhin die Entscheidung zwischen Ska Keller und Bas Eickhout erspart. Am Ende könnte schließlich nur einer der beiden den Chef-Posten bekommen.

Bas Eickhout (Bild: Marcel van Hoorn/ANP/AFP)

Bas Eickhout (Bild: Marcel van Hoorn/ANP/AFP)

Peter Eßer

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