EU bereitet den Weg für europäische Altersvorsorge

Vertreter der EU-Staaten haben den Weg für die Einführung einer europaweiten privaten Altersvorsorge freigemacht. Die EU-Botschafter billigten am Mittwoch in Brüssel eine zuvor getroffene Einigung mit dem Europaparlament.

Rentner

Illustrationsbild: Pixabay

Menschen, die für ihren Ruhestand sparen wollen, sollen damit künftig mehr Auswahlmöglichkeiten haben. Das europäische Vorsorgeprodukt „Pepp“ (Pan European Pension Product), ein EU-Rechtsrahmen für Sparpläne, soll bestehende gesetzliche, betriebliche und nationale private Produkte ergänzen.

Der EU-Kommission zufolge verfügen bislang nur 27 Prozent der 25- bis 59-Jährigen in Europa über eine private Altersvorsorge. Der europäische Markt für private Altersabsicherungen ist zersplittert, es existieren etliche unterschiedliche Regelungen. In einigen Staaten gibt es praktisch keine Angebote.

Künftig sollen etwa Versicherungsunternehmen, Banken und Vermögensverwalter das neue Produkt anbieten können. EU-Bürger sollen unter anderem das Recht bekommen, ihren Vertrag bei einem Umzug in ein anderes EU-Land zu behalten.

dpa/est

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8 Kommentare
  1. Rene Druschke

    Warum können wir nicht mal über den Tellerrand schauen und uns die Altersvorsorge in Norwegen anschauen? Das würde Kapital sparen und den Menschen wirklich was bringen.

  2. Yves Tychon

    Prima Vorschlag, Herr Druschke,

    allerdings brauchen wir zuerst kolossale Öl- und Gasvorkommen: Aus deren Erträgen lässt sich dann wie in Norwegen ein gewaltiger Staatsfonds auflegen, dem ca. 0,5 Prozent aller weltweit im Umlauf befindlichen Aktien gehören, aus deren Dividenden dann die Altersversorgung finanziert wird.
    Könnte also noch eine Weile dauern bis es bei uns so weit ist…

  3. Rene Druschke

    Hallo Herr Tychon,

    für einen Staatsfond braucht man keine Öl- oder Gasreserven. Sondern eine einfache passive Anlegestrategie nach dem Buy & Hold Prinzip ohne Spielerei von aktiven Fondshändler. Das kann jeder umsetzen. Und bei einem größeren Fondsvolumen greift der Zinseffekt sogar noch stärker. Und selbst ich erreiche eine durchschnittliche Rendite von 6% p.a.

  4. maria van Straelen

    Ja Herr Druscke, und wenn dann der nächste crash kommt, ist Ihr Durchschnitt mal schnell – 50%. Gerade für Normalverdiener, die nicht zu viel übrig haben, ist sowas gefährlich. Es gab (oder gibt immer noch ?) das Pensionssparen in Form von Fonds, aber da muss man durchhalten bis zur Rente, und wenn man zwischenzeitlich mal arbeitslos wird oder dergleichen, wird es schnell eng. Außerdem sind ALLE privaten Initiativen gleichzeitig marktabhängig und bieten keinerlei Vorabgarantie für den Zeitpunt, wenn man 65 wird. UND es ist super ungerecht, wer viel verdient, kann viel anlege. Es sind letztlich nur verkappte Aktien, weil die Banken uns auf Biegen und Brechen vom normalen Sparen abbringen wollen, da verdienen sie zu wenig dran, von Aktien viel mehr. Die gesetzliche Rente, die auch im Alter mitwächst (ganz wichtig) ist und bleibt das sicherste Standbein.

  5. Gerd Meyer

    Ich will keine Riester-Rente ,
    ich möchte Riesters Rente !

  6. Rene Druschke

    Hallo Frau van Straelen,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich versuche auf das wesentliche einzugehen.
    Die Banken verdienen bis auf die einmalige Ordergebühr genau 0€. Die Bank tritt als Vermittler zwischen Börse und Kunden auf.

    Es gibt viele Studien die beweisen, dass bei einem langen Anlagehorizont von 20-30 Jahre das Risiko sehr minimiert wird. Gänge ETF´s weisen eine maximale Volatilität (Schwankungen) von ca. 20% aus. Keine 50%. Selbst wer beide Finanzcrachs miterlebt hat, erzieht nach 30 Jahren eine positive Rendite. Und ich rede hier nicht davon dass eine einzelne Person investiert, sondern der Staat als Staatsfond.
    Unter buy & hold versteht man das lange halten von z.b. 30 Jahren wie beim Pensionssparen. Nicht der kurzfristige Verkauf. Und die Bank verdient am Pensionssparen definitiv mehr als an Aktien.

  7. Maria van Straelen

    Genau das sag ich doch: die Bank verdient beim Pensionssparen definitiv mehr, und zwar mehr als der “Anleger”. Wer im falschen Moment 65 Jahre alt wird, hat im Extremfall ein Minus gemacht. Geldanlage ist was für Leute, die mit Geld Casino spielen wollen, nicht für Leute, die es im Ernstfall als einzige Finanzierung ihrer letzten, oft teuersten Jahre ihres Lebens brauchen. Unser Rentensystem ist bei weitem das sozialste Mittel dazu. Sind sie bei all dem Fachvokabular vielleicht Bankberater und bekommen bei jedem Abschluss dann einen Bonus ?

  8. Yves Tychon

    Hallo Herr Duschke,
    dass ein „normaler“ Staat (also kein Land wie die Emirate oder Norwegen mit ständig sprudelnden Einnahmen aus Öl, Erdgas oder Diamanten) im Stande wäre, einen mittelfristig lukrativen Fonds aufzulegen, ist m.E. so wahrscheinlich wie dass ein Hund einen Riesenvorrat an Knochen für harte Zeiten verbuddeln würde.

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