Kongo: Tshisekedi gewinnt Präsidentenwahl – Fayulu spricht von Wahlbetrug

Im Kongo hat der Oppositionskandidat Felix Tshisekedi überraschend die Präsidentenwahl gewonnen. Der unterlegene Mitbewerber Fayulu bezeichnete das Ergebnis als manipuliert.

Felix Tshisekedi gewinnt Präsidentenwahl im Kongo

Felix Tshisekedi (Bild: Luis Tato/AFP)

Tshisekedi bekam nach Angaben der Wahlkommission knapp 39 Prozent der Stimmen. Das entspricht rund sieben Millionen Stimmen und damit etwa 700.000 mehr als der zweite wichtige Oppositionskandidat, Martin Fayulu. Der Bewerber der Regierungspartei und Wunschkandidat von Präsident Kabila, Emmanuel Shadary, kam auf gut vier Millionen Stimmen und landete nur auf Platz drei.

Das Ergebnis ist umstritten. Letzte Umfragen hatten dem Oppositionskandidaten Martin Fayulu die größten Chancen auf das Präsidentenamt eingeräumt. Fayulu bezeichnete das Ergebnis als manipuliert und bezichtigte die Wahlkommission des Betrugs. Es sei ein Geschäft gemacht worden, um Tshisekedi zum Sieger zu erklären.

Der Kongo ist eines der instabilsten Länder Afrikas. Seit der Unabhängigkeit 1960 gab es noch nie einen friedlichen Machtwechsel.

Für den Sieg bei der Präsidentenwahl genügt im Kongo eine einfache Mehrheit. Wahlsieger Tshisekedi löst Präsident Kabila ab, der seit 17 Jahren das Land regiert.

In den Straßen der Hauptstadt Kinshasa brachen viele Menschen in den frühen Morgenstunden in Jubel aus. Felix Tshisekedi ist der Sohn des bekannten Oppositionspolitikers Etienne Tshisekedi, der 2017 in Brüssel verstarb.

dpa/vrt/rtbf/jp

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10 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    In Afrika ist Demokratie die Abloesung eines Banditen mit vollen Taschen durch einen anderen Banditen mit leeren Taschen auf Kosten der Bevoelkerung.

  2. Alex Kaiser

    Ja Herr Scholzen, ganz Afrika ist ein „Drecksloch“. Ist es das?
    Ihre Aussage zeugt von Überheblichkeit und Unwissenheit.
    Geben sie dem neuen Präsidenten zumindest eine Chance, ihre Vorurteile zu widerlegen.

  3. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Kaiser. Wie oft waren Sie in Afrika ? Und wieviele Afrikaner kennen Sie ? Ich bin skeptisch und pessimistisch bezueglich der Zukunft des Kongo und Afrikas. Was sollte auch Anlass zu Optimismus geben ?

  4. Guido Scholzen

    Welche 2 afrikanischen Staaten müssten, den Bodenschätzen nach beurteilt, die zwei reichsten Länder des schwarzen Kontinent sein? Es sind Angola und der Kongo.
    Und was machen die Regierenden daraus?
    Noch Fragen?

  5. Maria van Straelen

    Wenn dann diese Bodenschätze (entspr. Bergbaugesellschaften) nicht allesamt europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften gehören würden … oder denkt hier etwa jemand die Kolonialzeit wäre vorbei ?? Noch Antzorten ??

  6. Marcel scholzen Eimerscheid

    Eine Sache ist schon seltsam. Da wird seit Jahrzehnten fuer Afrika gespendet und man sieht nicht, das es besser wird. Da stellt sich die Frage nach dem Sinn von sogenannter Entwicklungshilfe.

  7. Maria van Straelen

    Spenden gehen meistens an private Hilfsorganisationen, die vor Ort einiges bewegen für individuelle Gruppen, sowas ist bei aller Notwendigkeit und gutem Willen gesamtwirtschaftlich nicht erfassbar, soll nicht sagen unnütz, im Gegenteil. Entwicklungshilfe sind die Summen die Staaten an ein Land weiterleiten, übrigens nicht in Form von Geld sondern großindustriellen Projekten, die dann eher unserer eigenen Industrie helfen, weil oft am eigentlichen Bedarf von kleineren Projekten in Afrika vorbeiinvestiert wird, gerne noch verbunden mit erzwungenen Krediten, damit die Banken auch mitverdienen

  8. Guido Scholzen

    @Maria van Straelen:
    Was heißt hier europäische und US-Konzerne? Diese Dominanz war gestern. Die immer größer werdende Kolonialmacht in Afrika ist China. Auch die Chinesen machen sich die korrupten Machtstrukturen des schwarzen Kontinents zu nutze und haben kein Interesse daran, dass sich was ändert, außer es nutzt dem Reich der Mitte. Diese „Kommunisten“ (besser wäre die Bezeichnung Staatskapitalismus) haben den Imperialismus fürs 21. Jahrhundert nicht neu erfunden, die kopieren auch den Westen in diesem Fall, nur besser. Warum kritisieren die Linken im Westen nicht die Volksrepublik in diesem Fall? Alle bewundern irgendwie Karl Marx, und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

  9. Maria van Straelen

    ich lasse kein gutes Wort an dieser mörderischen Diktatur in China, können Sie mir glauben, aber ich habe reagiert auf die beiden Begriffe “Spenden” und “Entwicklungshilfe” und es wurde im vorhergehenden Artikel auch Belgien und Europa gemeint. Man kann nicht immer die ganze Weltpolitik erklären. Übrigens gerade heute wurde in Knack nochmal auf den Mord an Hammarskjöld zurückgekommen, ein belg. Militärpilot soll den Flieger damals crashen lassen haben – gleichzeitig kam ein Vergleich zu Lumumba. Lange her, aber beide waren um ein besseres Afrika bemüht, entgegen den Interessen der ehemaligen Kolonialherren und beide wurden von diesen demokratischen Mächten ermordet.

  10. Jean-Pierre DRESCHER

    Ich sehe keinen Sinn darin, in politische Geschicke anderer Länder eingreifen zu wollen, selbst wenn man es wirklich gut meint wegen früher oder wegen der Menschen allgemein.

    Kolonialverbrechen sind nur wiedergutzumachen dadurch, dass finanziell besonders priviligierte Flamen, Wallonen, Engländer, Franzosen und Spanier (nicht Kleinunternehmer und kein Mittelstand!) den geschädigten Nationen nach deutschem Nachkriegsvorbild Geld für Aufbauprojekte einer funktionierenden Infrastruktur aus Hilfe zur Selbsthilfe für Schulen, Universitäten und moderne artgerechte Landwirtschaft bzw. sozial gerechte Industriebetriebe bezahlen.

    Einfachen Bürgern und Kleinunternehmen kann dieser Soli nicht zugemutet werden, aber den wirklichen beispielsweise obersten 10 Prozent sowie nach Internationalem Recht verurteilten rechtsextremistischen Erben der europäischen Kolonialmächte.

    Bei korrupten Regierungen in den geschädigten Ländern ist das gerechte Verteilen der Wiedergutmachungshilfen natürlich nicht unbedingt so einfach sondern erfordert viel Sachverstand hocherfahrener Experten, die sich mit der gesamten Sozialstruktur in Afrika noch am besten auskennen.

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