Trump legt im Streit mit Deutschland nach

US-Präsident Donald Trump lässt im erbitterten Streit mit Deutschland nicht locker. Nach dem Eklat um deutsche Erdgasimporte aus Russland zum Auftakt des Nato-Gipfels hat Trump am Donnerstag die Bundesregierung erneut scharf kritisiert.

US-Präsident Donald Trump

Bild: Brendan Smialowski/AFP

Präsidenten hätten jahrelang erfolglos versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Staaten dazu zu bewegen, mehr für ihren eigenen Schutz vor Russland zu zahlen, schrieb Trump auf Twitter. Sie bezahlen nur einen Bruchteil ihrer Kosten. Alle Nato-Staaten müssten ihre Zwei-Prozent-Verpflichtung erfüllen, und sie müssen letztlich auf vier Prozent gehen.

Gemeint ist seine Forderung, zwei beziehungsweise vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

Zum Auftakt des zweitägigen Gipfels hatte Trump am Mittwoch den Streit über die Verteidigungsausgaben der Nato-Länder weiter forciert und dabei vor allem Deutschland ins Visier genommen. Er warf der Bundesregierung vor, nicht nur zu wenig für die Bundeswehr auszugeben, sondern gleichzeitig Russland mit milliardenschweren Gasgeschäften zu stärken.

In der Nacht legte Trump über Twitter nach: Seit seiner Teilnahme am Nato-Gipfel 2017 hätten die Bündnisstaaten mehrere Milliarden Dollar zusätzlich ausgegeben, auf seine Forderung hin, schrieb Trump.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wies Trumps Vorwurf, Deutschland sei ein „Gefangener“ Russlands, scharf zurück. Sie habe selbst erlebt, dass Ostdeutschland von der Sowjetunion kontrolliert worden sei. Heute dagegen sei Deutschland vereint und eigenständig.

Nach dem erbitterten Streit über Militärausgaben wollen sich die Nato-Partner am zweiten Tag ihres Gipfels in Brüssel auf die gemeinsame Linie für Afghanistan konzentrieren. Das Bündnis sagt dem Land am Hindukusch bis mindestens 2024 weitere Hilfe zu.

Zudem geht es am Donnerstag um die Beziehungen zu Georgien und zur Ukraine. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Georgien zu weiteren Reformschritten mit Blick auf einen Beitritt zum Bündnis aufgerufen. Auf einer Pressekonferenz mit dem georgischen Präsidenten sagte Stoltenberg, Georgien sei einer der wichtigsten operativen Partner der Allianz und ein treuer Freund.

Georgien und die Ukraine werden aber auch bei diesem Gipfel nicht die erhoffte konkrete Perspektive auf einen Nato-Beitritt bekommen.

Nato-Gipfel: Trump greift Deutschland an

dpa/sh

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Ein Kommentar
  1. Dieter Leonard

    Die Europäer sollten dem 1. amerikanischen Rabauken, der sich um Verträge, Abkommen und Vereinbarungen einen Dreck schert zu verstehen geben, dass man sich an die 2% Vorgabe für Rüstung und Verteidigung nicht mehr gebunden fühlt um stattdessen ein neues Ziel von z.B. 1 % festzulegen. Der verlässliche Natopartner sind die USA ohnehin nicht mehr.
    Dieses Großmaul versteht keine andere Sprache.

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