Terroranschläge: Schadensfälle sollen schneller reguliert werden

Die Opfer der Brüsseler Terroranschläge werden von den Versicherungsgesellschaften eine deutlich höhere Entschädigung erhalten als üblich. Darauf haben sich der Dachverband Assuralia und die Föderalregierung am Freitag verständigt. Die Politik hatte den Druck auf die Versicherer erhöht, weil immer mehr Klagen von Opfern und ihren Angehörigen laut geworden waren.

Assuralia Chef Philippe Colle

Assuralia Chef Philippe Colle

Viele Opfer fühlen sich im Stich gelassen – vom Staat wegen des zu hohen Verwaltungsaufwands und vor allem von den Versicherungsgesellschaften, weil sie in vielen Fällen erst dann zahlen wollen, wenn der Krankheitsverlauf geklärt ist.

Gesundheitsministerin Maggie De Block und Premierminister Charles Michel haben in den letzten Tagen den Druck auf die Versicherer massiv erhöht. Jetzt gelobt der Dachverband Assuralia Besserung: Insgesamt 1.361 Anschlagsopfer sind offiziell registriert. Dazu gehören die Toten und Verletzten von Zaventem und Maelbeek, aber auch diverse Augenzeugen, Angehörige und Rettungskräfte.

Wer Anrecht auf moralische Schadensvergütung hat, soll diese unverzüglich erhalten. Der übliche Betrag wird verdoppelt – für all diejenigen, deren Behinderung mehr als zehn Prozent beträgt.

Alle anderen erhalten die Hälfte mehr – also 150 Prozent der gebräuchlichen Entschädigung, erklärte ein Assuralia-Sprecher die Regelung.

Bislang haben die belgischen Versicherungsgesellschaften etwas mehr 16 Millionen Euro Entschädigung gezahlt. Der durch die Anschläge entstandene Gesamtbedarf wird auf knapp 140 Millionen geschätzt.

Alain Kniebs - Bild: Virginie Lefour (belga)

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