Einmal im Jahr verwandelt sich die Werchter-Wiese in wohl einen der schönsten Orte Belgiens. Dann, wenn Rock Werchter für vier Tage seine Tore öffnet und Musik zum Mittelpunkt von allem wird.
Rund 90.000 Menschen kommen täglich zusammen - aus Belgien, aus Europa und weit darüber hinaus. Sie bringen unterschiedliche Geschichten, Sprachen und Musikgeschmäcker mit. Doch auf dem Festivalgelände spielt all das plötzlich keine Rolle mehr.
Hier verbindet die Menschen die Liebe zur Musik, zu den Konzerten und zu dieser ganz besonderen Festivalatmosphäre. Ob jung oder alt, ob Rock, Pop, Indie oder elektronische Musik - für ein paar Tage zählt nur der Moment. Fremde werden zu Nachbarn, aus einem Lächeln wird ein Gespräch und aus Tausenden Einzelnen entsteht ein Rock Werchter
Der zweite Festivaltag lieferte wieder zahlreiche dieser besonderen Momente. Einer der emotionalsten gehörte zweifellos Lewis Capaldi. Nach seiner längeren Auszeit aufgrund seiner mentalen Gesundheit kehrte der Schotte auf die große Festivalbühne zurück. Mit viel Selbstironie, ehrlichen Worten und seiner unverwechselbaren Stimme berührte er das Publikum tief. Viele sangen jede Zeile mit - ein Auftritt, der berührte.
Für einen ganz anderen Höhepunkt sorgte Charlotte de Witte. Die belgische Techno-Ikone verwandelte The Barn in einen riesigen Dancefloor und unterstrich einmal mehr den internationalen Stellenwert Belgiens in der elektronischen Musikszene.
Den Schlusspunkt des zweiten Tages setzte The xx. Mit ihrem atmosphärischen, reduzierten Sound schufen sie einen stimmungsvollen Ausklang eines Tages, der einmal mehr deutlich machte, warum Rock Werchter weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Konzerten.
Christophe Ramjoie