"Ich rechne mit einem Spiel mit sehr viel Intensität und zahlreichen Umschaltmomenten. Beide Mannschaften wollen gewinnen und beide haben große Ambitionen", erklärte Mazzu anlässlich der Pressekonferenz. Beerschot sei aufgrund seiner gewachsenen Strukturen und eingespielten Mannschaft möglicherweise etwas weiter als Eupen. "Aber wir werden mit unseren eigenen Waffen spielen. Für die Zuschauer wird es sicherlich ein großartiges Spiel mit vielen Emotionen."
Auch Chris-Kévin Nadje freut sich auf das Kräftemessen mit dem Spitzenreiter: "Ich glaube nicht, dass es einen guten Zeitpunkt gibt, um gegen Beerschot zu spielen. Das ist eine sehr gute Mannschaft, die einen starken Saisonstart hingelegt hat. Aber wir sind bereit und freuen uns auf solche Spiele."
Vor dem Spitzenspiel gilt es für die Eupener, die deutliche Pokalniederlage beim KV Mechelen zu verarbeiten. Fünf Gegentore kassierte die Mannschaft von Mazzu gegen den Erstdivisionär. Besonders der Einbruch nach einer guten ersten Halbzeit ärgerte den Trainer. "Die Spieler waren genauso enttäuscht wie ich. Wir haben darüber gesprochen und danach einen Schlussstrich gezogen. Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf die Meisterschaft."
Ähnlich sieht es Nadje: "Eine so deutliche Niederlage haben wir in dieser Saison noch nicht erlebt. Aber so etwas passiert im Fußball. Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Wir haben diese Woche hart gearbeitet, um uns optimal auf Beerschot vorzubereiten."
Trotz der besonderen Tabellenkonstellation möchte Mazzu die Bedeutung des Spitzenspiels nicht überbewerten. "Dieses Spiel ist wichtig, aber nicht wichtiger als das nächste. Es gibt noch viele Begegnungen und es sind noch viele Punkte zu vergeben."
Nadje unterstreicht unterdessen den Ehrgeiz der Mannschaft: "Ob man vom Aufstieg spricht oder nicht, spielt keine Rolle. Wir sind Wettkämpfer und wollen jedes Spiel gewinnen. Egal, ob gegen Beerschot oder einen anderen Gegner."
Der Mittelfeldspieler fühlt sich nach seinem Wechsel nach Eupen bestens aufgehoben. Besonders das Gespräch mit Mazzu habe ihn überzeugt. "Ich hatte sofort das Gefühl, dass Eupen die richtige Wahl für mich ist. Es ist ein familiärer Verein, in dem man sich wohlfühlt. Ich bereue meine Entscheidung nicht."
Nach zwischenzeitlichen verletzungsbedingten Problemen ist Nadje inzwischen wieder weitgehend beschwerdefrei. "Ich fühle mich im Training wieder besser und hoffe, der Mannschaft genauso helfen zu können wie vor meiner Verletzung."
Auch das Verhältnis zum Trainer lobt er: "Mazzu ist sehr offen und spricht viel mit uns. Der menschliche Aspekt ist ihm wichtig. Gleichzeitig arbeiten wir sehr intensiv."
Personell könnte Sandro Vidigal wegen Problemen am Quadrizeps am Sonntag ausfallen. Marco Hiller steht dagegen vor einer möglichen Rückkehr in den Kader. Raphaël Di Matteo und Gaëtan Hendrickx sollen erst ab der kommenden Woche wieder vollständig ins Mannschaftstraining einsteigen.
Christophe Ramjoie