Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen schnell mit zwei Toren in Führung. Belgien ließ sich zunächst aber nicht abschütteln. Sien Buelens und Tabea Luickx sorgten nach gut acht Minuten für den 4:4-Ausgleich.
Anschließend folgte jedoch die erste entscheidende Schwächephase. Technische Fehler, Ballverluste und ausgelassene Torchancen ermöglichten Litauen fünf Treffer in Folge (4:9, 14.). Auch eine Auszeit brachte nicht die erhoffte Wende. Beim 5:11 betrug der Rückstand bereits sechs Tore. Charlotte Dubuc und Willemijn Cuypers verkürzten nochmals auf 8:12, ehe Litauen mit einer komfortablen Sechs-Tore-Führung in die Kabine ging.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Belgierinnen zunächst ein anderes Gesicht. Mit mehr Konsequenz in der Abwehr und einer verbesserten Torhüterleistung kämpften sie sich zurück. Ilana Deelkens verkürzte in der 39. Minute auf 14:17 und weckte neue Hoffnungen. Doch Litauen reagierte mit einer Auszeit und fand wieder zu seinem Rhythmus. Vier Treffer in Folge sorgten bis zur 45. Minute für die Vorentscheidung (14:21).
Belgien bemühte sich weiterhin um eine Resultatsverbesserung, konnte den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen. In der Schlussphase schraubte Litauen das Ergebnis sogar auf 27:19 aus Sicht der Gäste hoch.
Zur überragenden Spielerin avancierte Gabija Pilikauskaite mit neun Treffern. Zudem überzeugte Torhüterin Evita Žilionytė mit elf Paraden. Bei Belgien war Sien Buelens mit vier Treffern erfolgreichste Werferin.
Die unterschiedliche Chancenverwertung machte den Unterschied deutlich: Litauen traf bei 63 Prozent seiner Würfe, Belgien lediglich bei 46 Prozent.
Damit steht Belgien vor dem Rückspiel am Sonntag (25. Oktober) in Litauen vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Acht Tore gilt es aufzuholen, um doch noch die nächste Qualifikationsrunde zu erreichen. Für Litauen, das letztmals 1993 bei einer WM und 1996 bei einer EM vertreten war, rückt die Rückkehr auf die große internationale Bühne dagegen näher.
Die vier Sieger der ersten Qualifikationsrunde treffen gemeinsam mit Portugal und 21 EM-Teilnehmern in den Play-offs aufeinander. Die 13 Duelle werden am 19. Dezember ausgelost. Die 13 besten EM-Teams sind gesetzt. Titelverteidiger Norwegen, Gastgeber Ungarn und der Europameister beziehungsweise das beste noch nicht qualifizierte Team sind direkt für die WM 2027 qualifiziert.
Christophe Ramjoie