Auf dem Rasen übernahmen die Ostbelgier im Deinzer Stadion, der Heimstätte der RSCA Futures, von Beginn an die Initiative. Vor spärlicher Kulisse blieben nennenswerte Torchancen zunächst allerdings Mangelware. Nach fünf Minuten kombinierten sich die Eupener gefällig in den gegnerischen Strafraum, ohne dabei jedoch für ernsthafte Gefahr zu sorgen.
Der erste Schuss auf ein Tor ließ bis zur 18. Minute auf sich warten. Ein Freistoß des Anderlechters Enzo Sternals von der rechten Strafraumecke sorgte erstmals für etwas Gefahr. Eupen versuchte unterdessen, den Defensivriegel der Hausherren über die Flügel zu knacken. Bei einem dieser Vorstöße über die rechte Seite segelte eine Hereingabe in den Strafraum, doch Isaac Nuhus Kopfball ging über den Kasten.
Nach 33 Minuten kamen auch die RSCA Futures wieder zu einem Abschluss. Gassimo Sylla versuchte sein Glück, doch Eupens Schlussmann Lejoly konnte den Ball problemlos unter sich begraben. Zwei Minuten später zeigte der Schiedsrichter erstmals Gelb. Fixelles wurde nach einem Foul unmittelbar vor dem Eupener Strafraum verwarnt. Der anschließende Freistoß der Anderlechter brachte allerdings nichts ein.
Bis zur 37. Minute mussten sich die mitgereisten Eupener Anhänger gedulden, ehe ihre Mannschaft erstmals selbst einen Torschuss abgab. Nach einem Einwurf von Paeshuyse versuchte es Keita aus der Drehung, blieb mit seinem Abschluss jedoch erfolglos.
Nullnummer zur Pause
So ging es nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit torlos in die Kabinen. Zwar hatten die Ostbelgier über weite Strecken mehr vom Spiel, gegen die kompakt stehende Defensive der Anderlechter fehlten jedoch die zündenden Ideen und die nötige Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Zum zweiten Durchgang reagierte Eupens Trainer und brachte Sandro Vidigal für Isaac Nuhu. Und die Gäste erwischten den besseren Start. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff war der Bann gebrochen: Nach einer Flanke von Van Genechten stand Ba-Muaka Simakala goldrichtig und köpfte den Ball aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung in die Maschen. Für den Offensivspieler war es der erste Saisontreffer.
Wenig später bot sich Simakala die große Gelegenheit, seinen zweiten Treffer nachzulegen. Nach einem Handspiel von Alexandre De Ridder, das längere Zeit überprüft wurde, entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Eupen. Simakala übernahm die Verantwortung, zögerte bei der Ausführung jedoch etwas und scheiterte vom Punkt. Die Vorentscheidung war damit zunächst vertagt.
In der 71. Minute machte es der Eupener Angreifer besser. Nach einer Hereingabe von Gavory über die linke Seite war Simakala erneut zur Stelle und beförderte den Ball diesmal mit dem Fuß zum 2:0 ins Netz. Damit schnürte er doch noch seinen Doppelpack und sorgte für die Vorentscheidung.
Kurz darauf war der Arbeitstag des Doppeltorschützen beendet. Auch Keita durfte vorzeitig Feierabend machen. Für die beiden Akteure kamen Kikas und Nadje in die Partie.
Am Ende brachten die Eupener ihren Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit und feierten einen verdienten Auswärtssieg, auch wenn sie sich vor allem im ersten Durchgang gegen die kompakte Defensive der Gastgeber schwer getan hatten.
Mit dem 2:0 bei den RSCA Futures feierte die AS Eupen ihren vierten Sieg in Folge. Eine solche Erfolgsserie war den Schwarz-Weißen seit zehn Jahren nicht mehr gelungen. Zuletzt hatten die Eupener in der Aufstiegssaison 2015/2016 vier Ligaspiele hintereinander gewonnen. Durch den Sieg klettert Eupen vorläufig auf den zweiten Platz.
Am kommenden Wochenende wartet auf die Ostbelgier allerdings eine andere Herausforderung. Dann steht das Sechzehntelfinale des belgischen Landespokals beim KV Mechelen auf dem Programm. Dort will die AS Eupen ihren derzeitigen Erfolgslauf fortsetzen.
Simakala nach Doppelpack: "Wir haben uns den Sieg hart erarbeitet"
Ba-Muaka Simakala war beim 2:0-Erfolg der AS Eupen gegen die RSCA Futures mit seinem ersten Doppelpack der Saison der entscheidende Mann. Trotz eines verschossenen Elfmeters zeigte sich der Angreifer nach dem vierten Sieg in Folge zufrieden.
"Es war kein leichtes Spiel, vor allem, wenn sich der Gegner so weit hinten reinstellt", erklärte Simakala. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit habe seine Mannschaft im zweiten Durchgang die sich bietenden Räume besser genutzt und ihre Überlegenheit in Tore umgemünzt.
Auf seine persönliche Torbilanz angesprochen, blieb der Stürmer gelassen: "Ich mache mir keinen Stress. Heute war der Tag, an dem ich zwei Tore erzielt habe." Entscheidend sei für ihn, der Mannschaft zu helfen – sei es mit Treffern oder Vorlagen.
Auch die historische Siegesserie, die Eupen zuletzt vor zehn Jahren in der Aufstiegssaison gelungen war, wollte Simakala nicht überbewerten. Vielmehr sei sie das Ergebnis harter Arbeit und der Vorgaben des Trainers. "Vier Siege in Folge tun der Mannschaft einfach gut. Darauf können wir aufbauen."
Mit Blick auf das anstehende Pokalspiel gegen einen Erstligisten und das anschließende Spitzenspiel gegen Beerschot mahnte Simakala zur Konzentration: "Wir schauen Schritt für Schritt. Jetzt fokussieren wir uns erst einmal auf das Pokalspiel."
Christophe Ramjoie