Vier Siege aus fünf Spielen, zuletzt drei Erfolge in Serie: Die AS Eupen ist erfolgreich in die Meisterschaft gestartet und will ihren Lauf auch nach der Länderspielpause fortsetzen. Gegner sind die RSCA Futures, die nach sechs Spieltagen mit nur einem Punkt das Tabellenende zieren. Die Anderlechter haben auf den Fehlstart reagiert und den Franzosen Karim Mokeddem als Nachfolger von Jelle Coen verpflichtet.
Für Eupens Trainer Felice Mazzu macht der Trainerwechsel die Aufgabe nicht einfacher. "Anderlecht hat zwar nur wenige Punkte geholt, aber durchaus gute Dinge gezeigt. Durch den Trainerwechsel könnte eine neue Dynamik entstehen. Vielleicht wird auch das Spielsystem verändert. Darauf müssen wir vorbereitet sein", erklärt Mazzu.
Auch Offensivspieler Logan Delaurier-Chaubet warnt davor, den Gegner zu unterschätzen. "In dieser Meisterschaft kann sich von einer Woche zur nächsten viel verändern. Wir wissen, dass Anderlecht momentan Schwierigkeiten hat, aber mit dem neuen Trainer wird es möglicherweise ein anderes Spiel. Wir haben den Gegner gut analysiert und werden unseren Prinzipien treu bleiben."
Die Länderspielpause hinterließ bei den Eupenern unterschiedliche Eindrücke. Nach einem schwachen Pokalauftritt zeigte die Mannschaft im Testspiel gegen Alemannia Aachen eine deutlich überzeugendere Leistung. Mazzu sieht darin ein positives Signal. "Ich habe das Gefühl, dass in dieser Gruppe etwas entsteht. Die Atmosphäre ist sehr positiv. Sonst hätten wir ein Freundschaftsspiel unmittelbar vor einigen freien Tagen wohl kaum mit dieser Einstellung bestritten."
Diese Einschätzung teilt auch Delaurier-Chaubet. "Es entsteht gerade eine richtige Mannschaft. Die Stimmung zwischen den jüngeren und älteren Spielern ist hervorragend. Das spürt man auch auf dem Platz." Der Franzose fühlt sich in der neuen Konstellation sichtlich wohl. "Es ist eine andere Saison, mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Trainerstab. Ich bin mit meinem Saisonstart zufrieden, auch wenn ich persönlich immer noch mehr erreichen möchte. Entscheidend ist, dass ich der Mannschaft helfen kann und wir gemeinsam Freude am Fußball haben."
Mit den zahlreichen Unterbrechungen des Spielbetriebs hadert Mazzu hingegen. "Die Meisterschaft läuft seit fast drei Monaten, und wir haben erst fünf Ligaspiele bestritten. Eine solche Situation habe ich in meiner Trainerkarriere noch nicht erlebt." Dennoch habe seine Mannschaft die Pause gut genutzt.
Personell gibt es positive Nachrichten: Kevin Nadje ist wieder voll belastbar und steht gegen die Anderlechter zur Verfügung. Torhüter Marco Hiller macht ebenfalls Fortschritte, kommt für den Kader aber noch nicht infrage. "Marco ist sehr nah an einer Rückkehr. Seine Entwicklung verläuft ausgesprochen positiv", sagt Mazzu, der gleichzeitig die starken Leistungen von Lejoly lobt. Er wird wohl gegen Anderlecht wieder zwischen den Pfosten stehen.
Christophe Ramjoie