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Pas possible! Rote Teufel verlieren erneut gegen Frankreich

05.10.202622:38
  • Frankreich
  • Rote Teufel
Bild: Bruno Fahy/Belga

Lange durften die Roten Teufel vom ersten Sieg gegen Frankreich seit 2015 träumen. Lukebakio brachte Belgien im Stade de France in Führung, doch dem zunehmenden französischen Druck hielt die Mannschaft von Mark van Bommel nicht bis zum Ende stand und musste sich mit 1:4 geschlagen geben.

Nationaltrainer Mark van Bommel hatte es bereits angekündigt: Nach intensiven Länderspielen wollte er einigen Spielern eine Verschnaufpause gönnen. Entsprechend nahm er für die Partie gegen Frankreich gleich sechs Änderungen in der Startelf vor. Die auffälligste davon war wohl Maarten Vandevoordt. Der Torhüter von Leipzig ersetzte Senne Lammens zwischen den Pfosten. Vor ihm standen allerdings viele bekannte Gesichter: Im Vergleich zum 3:0-Erfolg gegen die Türkei war Joaquin Seys der einzige Neue in der Defensive.

Im Mittelfeld musste aufgrund der Sperren von Tielemans und De Bruyne ohnehin umgebaut werden. Wie erwartet rückten Raskin und Lavia für die beiden ins Team. Erstmals unter Nationaltrainer van Bommel stand zudem Romelu Lukaku in der Startelf, flankiert von Lukebakio und Moreira.

Frankreichs Nationaltrainer rotierte noch kräftiger und veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:1 gegen Italien gleich auf zehn Positionen. Lediglich Dembélé blieb das Rotationsprinzip erspart.

Frankreich startete mit viel Tempo in die Partie und drängte die Belgier zunächst tief in die eigene Hälfte. Den ersten Abschluss der Roten Teufel gab es dennoch in der 11. Minute durch Lukaku. Restes im Tor der Franzosen war rechtzeitig unten und parierte den Distanzschuss. Kurz darauf folgte ein Moment, der die Herzen der französischen Fans höherschlagen ließ: Zidane nahm einen nach links abdriftenden Abschlag Vandevoordts gekonnt an – Szenenapplaus im Stade de France.

Ein Fehler im belgischen Spielaufbau wäre den Roten Teufeln nach etwas mehr als einer Viertelstunde beinahe zum Verhängnis geworden. Barcola hatte über die linke Seite viel Zeit und Raum, scheiterte mit seinem Abschluss aber an Belgiens Schlussmann Vandevoordt.

Danach wurden die Belgier etwas mutiger. Über die rechte Seite beschleunigte Lukebakio und brachte den Ball in den Sechzehner, wo Raskin in Rückenlage über das französische Tor köpfte. Frankreich erhöhte anschließend wieder den Druck, doch dann schlugen die Roten Teufel zu: Nach einem traumhaften Ball von Lavia in die Tiefe ließ Lukebakio das Stade de France mit der belgischen Führung mucksmäuschenstill werden. 1:0 für die Roten Teufel.

Es war die erste belgische Führung gegen Frankreich seit dem 7. Oktober 2021. Damals hatten die Roten Teufel im Halbfinale der Nations League sogar mit 2:0 geführt, mussten sich am Ende aber noch mit 2:3 geschlagen geben.

Bild: Bruno Fahy/Belga

Belgien blieb nach dem Führungstreffer gefährlich und setzte gegen nun angeschlagen wirkende Franzosen immer wieder Nadelstiche. Ein weiterer Treffer gelang vor der Pause allerdings nicht mehr, sodass die Roten Teufel mit einer knappen 1:0-Führung in die Kabine gingen.

Die Roten Teufel hatten die Franzosen zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst im Griff. Nach einem abgeblockten Schuss von Koné landete der Ball bei Frankreichs Kapitän Dembélé, der die Kugel neben den belgischen Kasten setzte. Danach wurden die Franzosen wieder mutiger. In der 59. Minute verhinderte Vandevoordt aus kurzer Distanz den möglichen Ausgleich.

Nach einer Stunde reagierte Frankreichs Coach Zidane mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem Olise für Dembélé. Ausgerechnet Olise hatte im Hinspiel den Siegtreffer gegen die Belgier erzielt.

Frankreich erhöhte nun zunehmend den Druck. Einen Schuss des eingewechselten Cherki lenkte Vandevoordt noch um den Pfosten und klärte damit zur Ecke. Kurz darauf reagierte auch van Bommel und brachte Godts und De Ketelaere für Lukebakio und Lukaku.

Am Spielgeschehen änderte das wenig. Der französische Druck blieb hoch. Barcola verpasste in der 72. Minute den Ausgleich nur um Haaresbreite, als sein Schuss hauchzart am belgischen Kasten vorbei strich.

Fünf Minuten später war dann aber auch Vandevoordt machtlos. Désiré Doué setzte den Ball in der 77. Minute außerhalb der Reichweite des belgischen Schlussmanns rechts unten in die Maschen – 1:1.

Und es kam noch bitterer für die Roten Teufel: Keine drei Minuten später hatten die Franzosen die Partie komplett gedreht. Auch der nächste Angriff war von Erfolg gekrönt: Cherki traf zum 2:1 und ließ das Stade de France erneut jubeln.

Doch damit nicht genug. Nun brachen bei den Belgiern alle Dämme. Auch Olise reihte sich noch in die Torschützenliste ein – und das gleich doppelt. Aus einer lange Zeit vielversprechenden belgischen Führung wurde so am Ende eine deutliche 1:4-Niederlage.

Damit warten die Roten Teufel weiterhin auf ihren ersten Sieg gegen Frankreich seit dem 7. Juni 2015.

Im November stehen für die Roten Teufel noch zwei Nations-League-Partien auf dem Programm. Am 12. November gastiert Belgien zunächst in der Türkei, drei Tage später folgt in Brüssel zum Abschluss das Duell mit Italien.

Christophe Ramjoie

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