Das Dezibel-Duell zwischen den Trainern ging Unentschieden aus. Beide trieben ihre Mannen lautstark und unermüdlich von der Seitenlinie aus an. Beim Endergebnis aber hatte Oudlers Manuel Mutsch gegenüber seinem Honsfelder Kollegen Pascal Jost knapp die Nase vorn: 4:3 gewann Rapid Oudler das sehenswerte Samstagabend-Derby.
Das war so ganz nach dem Geschmack der Anhänger der Heimmannschaft, die im Laufe der Begegnung Feuerwerk zündeten - und auch Oudlers Kapitän Jonathan Michaeli, der ebenfalls einen Treffer beisteuerte, war mit dem Punktgewinn zufrieden.
"Wir wollten unbedingt diesen ersten Heimsieg holen - die ersten drei Punkte zuhause. Das war ein kleiner Krimi, aber es ist uns gelungen zum Glück", sagte Michaeli. In der 82. Minute fiel die Entscheidung, als der eingewechselte Samuel Peters den vierten Treffer für Oudler erzielte.
Für die Honsfelder war der Spielverlauf umso bitterer. Sie führten früh mit 1:0 - später dann erneut mit 3:2. Aber es reichte nicht. Trainer Pascal Jost sah gute Ansätze und kurz vor Schluss sogar fast noch das 4:4, aber letztlich stand seine Mannschaft mit leeren Händen da.
"Das ist sehr frustrierend für uns", sagte Jost. "Ganz viele Dinge wiederholen sich jede Woche, die uns das Leben nicht einfach machen. Ich habe vor der zweiten Halbzeit wieder zweimal wechseln müssen, was natürlich nicht für Stabilität sorgt", so Honsfelds Trainer. "Wir schießen Tore, wir erarbeiten uns Chancen. Wir müssen den Bock umstoßen, so einfach ist das", betonte er.
Die Niederlage in Oudler war die fünfte im siebten Saisonspiel für Honsfeld. "Im Moment haben wir das Gefühl, dass jeder Fehler bestraft wird", so Jost. "Fußballerisch sind wir nicht auf unserem besten Stand. Man merkt, dass die Mannschaft anfängt zu zweifeln. Das ist ja auch klar nach einigen Niederlagen am Stück, aber es gilt, weiter am Ball zu bleiben."
Kommenden Sonntag ist der KFC Olympia Recht in Honsfeld zu Gast. "Einfaches Spiel", scherzte Jost, um dann wieder ernst zu werden: "Das ist eine Challenge, wir sind Sportler, wir lieben die Herausforderungen."
Für Oudler sieht die Lage in der 2. Provinzklasse C deutlich angenehmer aus. Elf Punkte hat die Mannschaft aus sieben Spielen gesammelt. Aber wie sagte Kapitän Jonathan Michaeli: "Es war ein Krimi gegen Honsfeld" - oder anders ausgedrückt: Ein Sieg auf des Messers Schneide. Es ist also noch Luft nach oben.
"Die Tore, die wir kassieren, die sind natürlich na ja...", so Michaeli. Unter anderem eben zwei Elfmeter, die man verursachte. "Aber wie wir immer zurückgekommen sind, das hat uns ausgemacht", sagte Oudlers Kapitän. "Jetzt haben wir uns ein bisschen einen Puffer erarbeitet für die nächsten Wochen, aber auch da ist was drin. Wir sind zufrieden", sagte er.
Und warum nicht den Rückenwind nutzen und am nächsten Wochenende auch bei der Spitzenmannschaft aus Battice etwas mitnehmen? Zuzutrauen wäre es Rapid Oudler. "Ich glaube, überall ist etwas drin. Aber ich denke, Battice ist schon ein Brocken und eine sehr gute Mannschaft. Aber wir geben alles und vielleicht ist ja auch da etwas drin", sagte Kapitän Michaeli.
Moritz Korff


