Gegen den Tabellenzweiten der 1. flämischen Amateur-Division Merelbeke rotierte Eupens Trainer Felice Mazzu ordentlich durch. Im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen den RFC Lüttich nahm er sechs Veränderungen vor. Kikas, Vidigal, Caliskan, Müller und Youndje durften von Beginn an ran. Der Nigerianer Precious Michael feierte zudem sein Pflichtspieldebüt für die Eupener. Er nahm den Platz von Paeshuyse in der Innenverteidigung ein. Routinier Igor Plastun führte die Eupener Elf als Kapitän auf den Platz.
Der Tabellenzweite trägt seine Heimspiele im schmucken, 2023 eröffneten Sportpark Molenkouter aus. Der Club ist offizieller Partnerverein von KAA Gent und gehört zum "Blue White Network". Dabei geht es vor allem um Jugendausbildung, Scouting, Wissensaustausch und den Übergang talentierter Spieler zu KAA Gent.
Bereits in der 2. Minute wurde es erstmals im Strafraum der Gastgeber gefährlich. Nach einer Ecke von links wurde Michaels Kopfball auf der Linie geklärt. Glück hatte Eupen in der 8. Minute, als Merelbekes Stürmer Nico Binst alleine auf Antoine Lejoly zustürmte, mit seinem Abschluss aber am Fuß des Eupener Keepers scheiterte.
Auch die nächste gefährliche Aktion ging von Merelbeke aus. Diesmal versuchte sich Binst als Vorbereiter, doch Yentl Van Genechten konnte die Hereingabe des Stürmers klären. Eupen war also gewarnt. Offensiv kam bei den Ostbelgiern hingegen nur wenig zustande.
Nach einer knappen halben Stunde wurde Merelbeke erneut im Eupener Strafraum gefährlich. Nach einer Flanke von Xander Balcaen kam Binst aus rund elf Metern zum Kopfball, setzte den Ball aber über das Tor.
Kurz darauf brachte sich Eupen selbst in Bedrängnis. Ein hoher Rückpass von Fixelles brachte Lejoly im Eupener Tor in Schwierigkeiten. Der Schlussmann konnte die Situation jedoch bereinigen. So blieb es zur Pause beim 0:0 – nach einem insgesamt eher enttäuschenden Auftritt der Ostbelgier.
Für den zweiten Durchgang brachte Mazzu Nuhu und Théo Maréchal für Müller und Keita. Rund sechs Minuten nach Wiederanpfiff gab Caliskan den ersten Eupener Abschluss der zweiten Hälfte ab und holte damit einen Eckball heraus. Der führte zum vermeintlichen 1:0 durch Vidigal. Das Schiedsrichtergespann hatte zuvor allerdings ein Foul an Merelbekes Keeper Jasper Otto erkannt. Auch die anschließenden Diskussionen der Eupener Spieler mit Schiedsrichter Michiel Desmet änderten an der Entscheidung nichts.
In der 63. Minute landete der Ball erneut im Merelbeker Tor – und wieder zählte der Treffer nicht. Diesmal hatte das Schiedsrichtergespann Kikas im Abseits gesehen.
Kurz darauf brachte Mazzu Logan Delaurier-Chaubet für Fixelles. Ein Wechsel, der sich auszahlen sollte. Die AS wurde nun zunehmend stärker und belohnte sich in der 72. Minute: Delaurier-Chaubet traf zum 1:0. Diesmal gab es nichts zu beanstanden – der Treffer zählte.
Nur knapp drei Minuten später schickte Maréchal Nuhu in Richtung des Merelbeker Strafraums. Der Ghanaer scheiterte jedoch an Keeper Otto. Zwei Minuten später jubelte Eupen schon wieder – und erneut nur kurz. Zum dritten Mal an diesem Nachmittag wurde ein Treffer der AS aberkannt. Nach Ansicht des Schiedsrichtergespanns hatte Maréchal im Abseits gestanden.
Die Eupener hatten nun endgültig das Kommando übernommen. In der 81. Minute bot sich Aaron Sulejmani die Gelegenheit zur Entscheidung, doch auch er fand in Merelbekes Schlussmann Otto seinen Meister.
So musste die AS bis zum Schlusspfiff um den knappen Vorsprung bangen, brachte das 1:0 aber über die Zeit und löste damit das Ticket für das Sechzehntelfinale.
Die Auslosung der nächsten Pokalrunde findet am Montag statt.
Christophe Ramjoie