Die Rückkehr an den Kehrweg ist für Mannschaft und Umfeld etwas Besonderes. "36 Tage, das ist lange", sagt der Trainer. Auch wenn die Eupener Anhänger ihre Mannschaft auswärts begleitet haben, sei die Unterstützung im eigenen Stadion noch einmal eine andere. "Wir sind froh, endlich wieder zu Hause zu spielen."
Zusätzliche Bedeutung erhält die Partie durch den Derbycharakter. "Ein Derby bleibt ein Derby", sagt Mazzu, der in seiner Laufbahn schon einige unterschiedliche Derbys miterlebt hat. Solche Spiele seien von besonderer Energie geprägt. Für seine Mannschaft gehe es jedoch darum, sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren und die positive Entwicklung der letzten Wochen fortzusetzen.
Im Tor wird erneut Antoine Lejoly stehen. Nach der Verletzung von Marco Hiller ist der Torhüter zur neuen Nummer eins aufgerückt und will diese Chance nutzen. "Ich bin hier, um so lange wie möglich im Tor zu bleiben und meine Chance zu nutzen. Ich fühle mich in dieser Rolle und in dieser Gruppe sehr wohl."
Eine besondere Partie ist es für Lejoly auch deshalb, weil Lüttich sein ehemaliger Club ist und er aus der Region stammt. Eine Sonderrolle will er daraus allerdings nicht ableiten. "Jetzt bin ich Spieler von Eupen und konzentriere mich auf meine Mannschaft." Sein Ziel für Samstag formuliert er entsprechend knapp: "Ich will einfach das Spiel gewinnen."
Lejoly sieht Eupen auf einem guten Weg. Die Mannschaft wolle offensiv auftreten und gleichzeitig defensiv gut organisiert bleiben. Für den Torhüter ist dabei die Kommunikation mit seinen Mitspielern ein wichtiger Faktor. "Ob Englisch, Niederländisch oder Französisch - wir haben eine gute Kommunikation mit allen Spielern."
Verbesserungspotenzial sieht Lejoly vor allem bei der Konzentration bis zum Schlusspfiff. Das Gegentor in der vergangenen Woche gegen Patro kurz vor dem Ende habe gezeigt, dass Eupen bis zur letzten Sekunde aufmerksam bleiben müsse.
Auch der Trainer fordert mehr Konsequenz. Beim jüngsten Auswärtssieg habe seine Mannschaft zwar Reife gezeigt, doch das Gegentor in der 94. Minute hätte vermieden werden müssen. Vor allem die Chancenverwertung bereitet ihm noch Kopfzerbrechen. "Wir müssen in offenen Situationen konsequenter sein." Eupen habe mehrere Möglichkeiten gehabt, die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Gegen Lüttich könnte genau diese Effizienz entscheidend werden. Der RFC zeigte zuletzt beim 4:4 gegen Brügge seine offensiven Qualitäten, aber auch, dass die Mannschaft hinten anfällig ist. Genau da möchte Eupen ansetzen.
Christophe Ramjoie