Beide Teams hatten aufgrund von Sperren oder Verletzungen mehrere Ausfälle zu verkraften und gingen gleich engagiert zur Sache. Schon in der ersten Halbzeit sah sich Schiedsrichter Luîs Leconte genötigt, fünf Gelbe Karten zu verteilen: zwei auf Ameler Seite und drei für Spieler von Oudler, darunter eine an Neuzugang Elmahedi Zinoune.
Oudler ab Beginn der zweiten Halbzeit in Unterzahl
Als der Stürmer dann kurz nach Wiederanpfiff im Ameler Strafraum zu Fall kam, sah der Unparteiische darin eine "Schwalbe" und zeigte Zinoune Gelb-Rot (47. Minute). Oudlers Trainer Manuel Mutsch sprach von einer Fehlentscheidung: "Das war für mich ein klarer Elfer, weil der Gegenspieler das Bein stehen lässt. Zwar hat mein Spieler den Strafstoß gesucht, aber dass er dafür Gelb-Rot sieht ... Ich hätte gerne gewusst, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir weiter komplett gewesen wären. Ich bin aber stolz darauf, was meine Mannschaft in Unterzahl gezeigt hat."
Schon zur Pause führten die Gäste aus Amel mit 1:0 durch einen Treffer des erst 18 Jahre alten Yannis Faymonville aus der 23. Minute. Wenige Minuten nach dem Platzverweis für Oudler legte der Youngster in der 51. Minute mit einem satten Schuss zum 2:0 nach: "Unser Trainer Gino Piol hatte mir im Training gesagt, ich müsste häufiger mal aufs Tor schießen. Beim zweiten Tor sah ich, dass der Torwart von Oudler etwas weiter rechts im Tor stand, links war offen, da dachte ich mir: Schieß einfach!"
18-jähriger Matchwinner Yannis Faymonville
So wurde Yannis Faymonville zum Matchwinner. Zumal es Amel in Überzahl und mit neuen Offensivkräften unterließ, den Deckel drauf zu machen. Stattdessen kam Oudler in der 77. Minute zum Anschlusstreffer - diesmal gab es den Elfmeter, und diese Chance ließ sich der Routinier Ronny Collignon nicht entgegen - nur noch 1:2.
Es gab noch auf beiden Seiten Gelegenheiten, die letzte entschärfte Amels neuer Schlussmann Nathan Fernandez praktisch mit dem Schlusspfiff, als er den Ball bei einer hohen Flanke herunterpflückte. Da zitterte Yannis Faymonville nach seiner Auswechslung eine Viertelstunde vor Schluss schon von der Bank aus mit seinen Mitspielern: "Das war einfach nur Kampf. Bei manchen hat man gesehen, wie fertig sie waren. Ich bin froh, dass wir die Führung gehalten haben."
Ameler Mischung zwischen jung und erfahren
"Wir wussten um jeden Konter, den wir kriegen", sagte Oudlers Trainer Manuel Mutsch hinterher. "Ob wir noch 1:3 oder 1:4 verlieren oder am Ende vielleicht doch einen Punkt holen - wir waren nah dran. In der ersten Halbzeit haben wir das sehr gut gemacht, Nadelstiche gesetzt, aber uns oft falsch entschieden. Und das dann gegen ein Team, das sicher in den Top drei der Serie landen wird."
Die Ameler bauen in dieser Saison auf eine Mischung zwischen "jungen Wilden" und erfahrenen Spielern aus dem eigenen Verein und aus den Nationalklassen wie den Ex-Kelmiser Quentin Hubert. Und sie freuen sich wie Yannis Faymonville ganz besonders auf Eifeler Derbys wie das gegen Oudler: "Ja, 100 Prozent. Es gibt nichts Schöneres, als ein Derby zu spielen und ein Derby zu gewinnen." Schon am kommenden Samstag könnten die Ameler im Heimspiel gegen den Honsfelder SV nachlegen.
Radio-Interviews mit Manuel Mutsch und Yannis Faymonville im Player:
Stephan Pesch





