Im Duell mit Club NXT muss Eupen einen wichtigen Ausfall verkraften: Torhüter Marco Hiller steht für mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Der 29-Jährige hatte bereits seit einigen Wochen Beschwerden im Bereich der Adduktoren. Trotz intensiver medizinischer Betreuung entschied man sich schließlich für einen operativen Eingriff.
"Marco hatte seit einigen Wochen eine kleine Beschwerde im Bereich der Adduktoren und wurde von unserem medizinischen Staff hervorragend betreut", erklärte Trainer Felice Mazzu. Am 24. August habe sich Hiller "einer kleinen Operation" unterzogen und werde nun "für einige Wochen" ausfallen. Für Eupen ist dies ein empfindlicher personeller Rückschlag, denn Hiller fehlt damit nicht nur kurzfristig, sondern für einen längeren Zeitraum zu Beginn der Saison. Ob Renner oder Lejoly das Tor hüten wird, ließ der Trainer noch offen.
Neben Hiller muss Mazzu auch auf Logan Delaurier-Chaubet verzichten. Der Franzose fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte in Lokeren gesperrt. Damit fällt ein Spieler aus, den Mazzu wegen seiner Kreativität, seiner Dynamik und seines starken linken Fußes schätzt. Dennoch sieht der Trainer darin auch eine Chance für andere Spieler im Kader. "Logan hat Kreativität, er kann in die Tiefe gehen und hat einen hervorragenden linken Fuß. Aber es liegt an mir, Lösungen zu finden", sagte Mazzu. Durch die Sperre müsse nun ein anderer Spieler seine Chance bekommen und zeigen, dass er ebenfalls die Qualität für einen Stammplatz besitzt.
Sportlich beschäftigt Eupen vor allem die Frage, warum die Mannschaft ihre Qualität nicht von Beginn an konstant auf den Platz bringt. Sowohl gegen Jong Genk als auch in Lokeren verlief die erste Phase der Begegnungen schwierig. Gegen Genk gelang nach einer schwachen ersten Halbzeit eine deutliche Steigerung und schließlich ein 4:1-Erfolg. In Lokeren kam die Reaktion dagegen erst nach einem 0:2-Rückstand. "Wir dürfen nicht warten, bis wir zurückliegen, um so aufzutreten, wie wir am Ende des Spiels aufgetreten sind", fordert Mazzu. Die Mannschaft müsse ein Spiel "mit viel mehr Energie beginnen"und sich mental von unnötigem Druck befreien.
Auch Ex-Kapitän Rune Paeshuyse sieht genau darin das größte Arbeitsfeld der Mannschaft. Nach dem 0:2 in Lokeren habe Eupen deutlich gezeigt, was eigentlich möglich gewesen wäre. "Danach haben wir begonnen, Druck zu machen und anzugreifen. Da waren wir meiner Meinung nach wirklich die bessere Mannschaft", sagte Paeshuyse. Die Konsequenz daraus sei klar: "Das müssen wir von Beginn an machen und nicht erst, wenn wir zurückliegen." Leidenschaft und Energie müssten vom ersten bis zum letzten Pfiff vorhanden sein.
Mit Club NXT wartet nun allerdings ein Gegner, der sich nicht durch sein junges Durchschnittsalter täuschen lassen darf. Mazzu warnt ausdrücklich vor der Qualität der Brügger Nachwuchsmannschaft. Die vier Nachwuchsteams der Challenger Pro League seien in dieser Saison nicht mehr ausschließlich auf Ausbildung ausgerichtet, sondern hätten Kader zusammengestellt, die sportlich in der Liga bestehen sollen. Club NXT hat das mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen bereits unter Beweis gestellt. "Sie haben Seraing und Patro geschlagen", betont Mazzu. Eupen bekomme es mit "einer sehr guten Mannschaft mit Talent, Dynamik und einem Spielstil, der fast dem der ersten Mannschaft entspricht" zu tun.
Paeshuyse teilt diese Einschätzung und warnt davor, die jungen Spieler zu unterschätzen. "Auch wenn es Spieler von 16, 17 oder 18 Jahren sind - diese Mannschaften stecken voller Talent und wollen sich jede Woche beweisen." Die vermeintliche Erfahrung der Eupener sei deshalb kein automatischer Vorteil.
Eupen geht trotz der Niederlage in Lokeren mit einer grundsätzlich positiven Einschätzung der eigenen Möglichkeiten in die Partie. Mazzu sieht insbesondere offensiv keinen Grund zur Panik. Seine Mannschaft erspiele sich genügend Möglichkeiten, müsse diese aber konsequenter nutzen. "Wir schaffen uns Situationen und Torchancen", so der Trainer. Gegen Lokeren sei insbesondere die Präsenz und Positionierung im Strafraum über weite Strecken nicht gut genug gewesen. In der Schlussphase, nach einer taktischen Umstellung, habe Eupen dagegen deutlich mehr Druck erzeugt.
Christophe Ramjoie