Die Anhänger des KFC Amel hatten wenige Augenblicke vor dem Schlusspfiff des Derbys gegen den KFC Olympia Recht schon den Torschrei auf den Lippen: eine Riesenchance für die Grün-Weißen. Aber die Gelegenheit blieb ungenutzt - und so stand die Punkteteilung fest. Amels Kapitän Emil Hilgers trauerte der verpassten Chance ein wenig hinterher: "Es war eine von zwei, drei Hochkarätern, die wir machen konnten. Wir haben hinten gut gestanden, deshalb hätte man für uns schon mehr erwarten können am Ende", sagte er.
Für Recht hatte das stimmungsvolle Derby denkbar schlecht begonnen: Nach zehn Minuten lag man nach einem Treffer des Amelers Ismail Aksu mit 0:1 hinten - und Gästetrainer Jérôme Stark musste die Seitenlinie nach einer zweiten gelben Karte verlassen. "Bevor das Tor passiert, waren viele Aktionen dabei, die der Schiedsrichter nicht für uns geflötet hat. Da habe ich einfach nur gesagt: 'Bitte beide Seiten flöten'", so Rechts Trainer. Daraufhin gab es Gelb für Stark und kurz darauf noch einmal, als sich Stark über diese Entscheidung aufregte.
Aber die Rechter Mannschaft fing sich wieder und erhöhte ihrerseits den Druck. Die Belohnung gab es in der 22. Spielminute, als Joshua Lejeune den Ausgleich erzielte.
Dass der Absteiger aus der 1. Provinzklasse vor Wochenfrist zum Auftakt einen klaren 4:0-Sieg gegen Stavelot hingelegt hatte, war im Derby längst vergessen - denn Duelle unter Nachbar sind nun mal etwas ganz Besonderes. "Jeder freut sich auf ein Derby. Heute war mehr die Nervosität bei uns", sagte Stark.
Nicht nur wegen der Riesenchance kurz vor Schluss: Amel hatte einen Heimsieg auf dem Fuß - die lautstarke Unterstützung von den Rängen trieb die Grün-Weißen immer wieder nach vorn.
Der achte Platz war es für Emil Hilgers und seine Mannschaft in der vergangenen Saison in der 2. Provinzklasse C. Diesmal darf es noch etwas mehr sein, so Amels Kapitän - auch wenn nach zwei Spielen noch kein Sieg zu Buche steht: "Wir versuchen, die Top 5 anzuvisieren. Das ist das Ziel für dieses Jahr", so Hilgers.
Oben dabei sein - das trauen auch viele dem KFC Olympia Recht in der 2. Provinzklasse C zu. Trainer Jérôme Stark ist diesbezüglich zurückhaltend: "Wir haben keine Ambitionen, jetzt sofort wieder Meister zu werden", betont er. Dem Publikum schönen Fußball zeigen, darum drehe es für die Rechter vorrangig, so Stark.
Für Recht geht es am kommenden Sonntag gegen Rocherath weiter. Amel spielt bereits am Donnerstagabend wieder zu Hause - dann ist Franchimont zu Gast.
Moritz Korff