Für die AS ist die Begegnung gegen den KSC Lokeren bereits die die letzte vor einer ungewöhnlichen Unterbrechung: Am dritten Spieltag ist die Mannschaft spielfrei. Trainer Felice Mazzu findet diese Konstellation durchaus kurios - und muss dabei weit zurückdenken.
"Das hatte ich zuletzt, als ich Trainer in der Provinzklasse war", erinnert sich Mazzu und kann sich ein leichtes Schmunzeln über die ungewöhnliche Situation kaum verkneifen. Eine solche frühe Pause im Spielplan sei im Profifußball eher ungewohnt. Gleichzeitig bleibt dem Trainer nichts anderes übrig, als die Situation anzunehmen und entsprechend zu planen. Bevor es allerdings in diese frühe Pause geht, steht mit Lokeren eine wichtige Aufgabe auf dem Programm.
Beide Mannschaften sind mit einem Erfolgserlebnis in die Challenger Pro League gestartet und wollen nun nachlegen. Für die AS geht es dabei um mehr als nur die nächsten drei Punkte. Ein Sieg würde den gelungenen Auftakt bestätigen und der Mannschaft die Möglichkeit geben, mit sechs Punkten in die anschließende spielfreie Woche zu gehen.
Mazzu weiß, dass sich seine Mannschaft im Vergleich zum ersten Spiel noch steigern muss. Der Trainer war mit dem Auftakt zufrieden, ohne die Schwächen auszublenden. Vor allem über die gesamte Spielzeit fordert er mehr Konstanz. "Wir müssen über die Länge des Spiels bestätigen, was wir gezeigt haben", erklärt Mazzu. Gerade in den schwierigeren Phasen müsse seine Mannschaft besser reagieren. Die erste Halbzeit der vergangenen Partie habe gezeigt, dass es noch Momente gibt, in denen die AS zu kämpfen hat.
Gegen Lokeren erwartet Mazzu deshalb eine andere Herausforderung. Wenn der Trainer davon spricht, dass seine Mannschaft diesmal "gegen Männer" spiele, ist das ausdrücklich nicht als Abwertung des vergangenen Gegners gedacht. Vielmehr möchte er den Unterschied in der Spielweise und Intensität hervorheben. "Der Fußball wird anders sein", sagt Mazzu. Die AS müsse sich darauf einstellen, dass Lokeren körperlich und taktisch andere Anforderungen stellen werde.
Dabei setzt der Trainer auch auf die Erfahrung seiner Führungsspieler. Besonders Igor Plastun nimmt für Mazzu eine wichtige Rolle ein. Der Ukrainer steht für Erfahrung, Reife und Persönlichkeit - und ist für den Trainer auch dann ein Leader, wenn er nicht auf dem Platz steht. "Er hat viel Erfahrung und Reife. Er ist ein sehr guter Mensch", sagt Mazzu. Plastun sei deshalb für die Gruppe von großer Bedeutung. "Wenn er spielt oder nicht spielt, er ist ein Leader und wichtig für die Gruppe", betont der Trainer. Mazzu spricht über Plastun auffallend persönlich und mit großer Wertschätzung. "Er ist eine außergewöhnliche Person", sagt der Coach.
Plastun selbst blickt nach dem erfolgreichen Auftakt nach vorne. Für ihn zählt zunächst das Ergebnis. "Ich denke, es ist ein guter Anfang, weil wir drei Punkte geholt haben. Das ist das Wichtigste", sagt der erfahrene Verteidiger. Gleichzeitig sieht auch er noch deutliches Verbesserungspotenzial. Selbst nach einer perfekten Partie müsse eine Mannschaft den Anspruch behalten, noch besser zu werden. "Selbst wenn wir ein perfektes Spiel spielen würden, müssen wir denken, dass wir besser sein können", sagt Plastun. Sein Motto lautet deshalb: "Schritt für Schritt."
Christophe Ramjoie