Der Wechsel des AS Eupen von Aspire zu QSI ist nicht nur auf dem Papier vollzogen: Die Veränderungen sind rund um den Kehrweg sichtbar und auch im sportlichen Bereich deutlich spürbar.
Acht Neuzugänge sollen dem Kader neue Impulse geben, dazu kommt mit Felice Mazzù ein neuer Cheftrainer. Der 60-Jährige bringt reichlich Erfahrung aus dem belgischen Fußball mit und wird von einem ebenfalls neu zusammengestellten Trainerteam unterstützt. Mit Jérôme Patris, Damien Marcq, Konditionstrainer Thibaut Meyer sowie Video- und Standardspezialist Enzo Donis hat Mazzù ein erfahrenes Team an seiner Seite.
Auch optisch hat sich am Kehrweg einiges getan. Kleinere kosmetische Arbeiten sorgen dafür, dass die Spuren der Aspire-Zeit zunehmend verschwinden. Die neue Eupener Ära soll also nicht nur auf dem Spielfeld beginnen.
Sportlich steht Mazzù allerdings vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Ein großer Teil des Kaders wurde verändert, gleichzeitig muss eine Mannschaft entstehen, die möglichst schnell seine Ideen umsetzt. Mit Mathias Fixelles hat Eupen beispielsweise einen erfahrenen Mittelfeldspieler verpflichtet, der bereits unter Mazzù bei Union Saint-Gilloise gearbeitet hat. Der 29-Jährige bringt mehr als 200 Einsätze in der belgischen ersten und zweiten Liga mit und soll auch Führungsqualitäten einbringen.
Dazu kommen Spieler wie Aron Sulejmani, der nach 17 Toren in 25 Spielen bei Belisia Bilzen den Sprung in den Profifußball wagt, oder Ba-Muaka Simakala, der für zusätzliche Erfahrung und Offensivqualität sorgen soll. Auch vom Champions-League-erfahrenen Kevin Nadje und vom portugiesischen Talent Sandro Vidigal werden Impulse erwartet.
Zum Auftakt wartet Jong Genk
Die erste Standortbestimmung folgt zum Auftakt gegen Jong Genk (Samstag, 16 Uhr). Die Vorbereitung verlief mit mehreren Testspielen gegen tiefer klassierte Mannschaften durchaus ordentlich, kann allerdings nur bedingt als richtungsweisend betrachtet werden. Der letzte Test gegen den direkten Konkurrenten Seraing ging verloren und dürfte damit auch einige Fragezeichen hinterlassen haben.
Gegen Jong Genk wird deshalb interessant zu beobachten sein, wie schnell diese neu formierte Eupener Mannschaft bereits als Einheit funktioniert. Wie hoch steht Eupen? Wie aggressiv wird gegen den Ball gearbeitet? Welche Rolle übernehmen die erfahrenen Spieler? Und wie viel Verantwortung erhalten die jungen Neuzugänge?
Gerade gegen Jong Genk dürfte sich zeigen, wie weit die Mannschaft in ihrer Entwicklung bereits ist. Die Limburger verfügen traditionell über technisch gut ausgebildete junge Spieler und können Eupen damit vor eine andere Herausforderung stellen als die Gegner der bisherigen Vorbereitung.
Am Kehrweg beginnt eine neue Zeitrechnung. Jetzt muss sich zeigen, ob aus all diesen Veränderungen auch sportlich eine Mannschaft entsteht, die in der Challenger Pro League wieder ganz oben angreifen kann.
Christophe Ramjoie