Für den neuen Präsidenten des belgischen Reitsportverbands, Bart Stokmans, ist die Weltmeisterschaft an einem der traditionsreichsten Austragungsorte des Pferdesports ein besonderer Meilenstein.
"Aachen ist ein mythischer Ort für den Reitsport. Unsere Athletinnen und Athleten wollen dort nicht nur teilnehmen, sondern bei der Vergabe der Medaillen ein gewichtiges Wort mitreden", lautet die klare Zielsetzung der belgischen Delegation.
Die Erinnerungen an Aachen sind aus belgischer Sicht besonders positiv. Bei den Weltreiterspielen 2006 feierte Belgien zwei Goldmedaillen: Jos Lansink gewann mit seinem legendären Schimmel Cumano den Weltmeistertitel im Einzel-Springreiten, während Felix-Marie Brasseur Weltmeister im Vierspännerfahren wurde. Zudem holte das belgische Fahrteam damals Mannschaftssilber.
Auch 2026 darf sich Belgien in mehreren Disziplinen berechtigte Hoffnungen auf Spitzenplätze machen. Im Dressurreiten gilt Doppel-Europameister und Weltranglistenerster Justin Verboomen als einer der Top-Favoriten auf den WM-Titel. Gleichzeitig kämpft die belgische Mannschaft um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Im Vielseitigkeitsreiten führt Lara de Liedekerke ein starkes belgisches Team an. Neben einer Spitzenplatzierung steht auch hier die Qualifikation für Los Angeles im Mittelpunkt. Die Wettbewerbe finden vom 13. bis 16. August statt.
Historisch ist die Teilnahme im Voltigieren: Erstmals überhaupt stellt Belgien ein Team bei Weltmeisterschaften in dieser Disziplin. Die Athleten haben sich rund anderthalb Jahre gezielt auf ihren WM-Auftritt vorbereitet. Auch sie treten vom 13. bis 16. August an.
Im Vierspännerfahren zählen die erfahrenen Felix-Marie Brasseur und Dries Degrieck zu den belgischen Hoffnungsträgern. Das belgische Team gewann in dieser Saison bereits drei Nationenpreise und reist mit entsprechendem Selbstvertrauen zu den Weltmeisterschaften vom 20. bis 23. August.
Auch die Para-Dressur blickt optimistisch auf Aachen. Die junge belgische Mannschaft hat die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles fest im Visier.
Im Springreiten verfolgt Belgien gleich zwei große Ziele: den Gewinn einer Mannschaftsmedaille und die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles. Nach den historischen Erfolgen von 2006 hoffen die "Red Musketeers", in Aachen erneut belgische Reitsportgeschichte schreiben zu können.
Christophe Ramjoie