Sowohl Heinen in der Altersklasse der 14- bis 16-Jährigen als auch Schäfer bei den 11- bis 13-Jährigen belegten den undankbaren vierten Platz – nur die drei Erstplatzierten qualifizierten sich für die nächste Runde. Dabei war für beide deutlich mehr möglich.
Matteo Schäfer aus Grüfflingen hielt zu Beginn des Rennens problemlos mit der Spitzengruppe mit, ehe ihn ein kleiner Fahrfehler zurückwarf. "An sich war das Rennen relativ gut. Ich konnte am Anfang mit den ersten drei gut mithalten. Dann hatte ich in Runde fünf oder sechs einen kleinen Fehler und bin auf Platz sechs zurückgefallen. Ich konnte mich zwar wieder auf Rang vier vorarbeiten, aber die Top drei waren dann leider nicht mehr zu erreichen", schilderte der Nachwuchsfahrer.
Trotz des knapp verpassten Weiterkommens überwog bei ihm die Freude über die Teilnahme. "Es war ein sehr schönes, wenn auch stressiges Erlebnis. Trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht", sagte Schäfer, der bereits auf eine weitere Chance hofft. "Wenn ich noch einmal teilnehmen darf, möchte ich zeigen, dass ich es in die Top drei schaffen kann."
Ähnlich fiel das Fazit von Marlé Heinen aus. Der 15-Jährige aus St. Vith zeigte ein starkes Rennen und kämpfte bis zur letzten Runde um einen Podestplatz. "Ich habe gemischte Gefühle. Natürlich bin ich froh, dass ich überhaupt die Chance bekommen habe, hier mitzufahren. Gleichzeitig bin ich aber auch etwas enttäuscht, weil ich das Tempo hatte, vorne mitzumischen und die nächste Runde zu erreichen", sagte er.
Die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss. "Ich war noch einmal ganz nah dran und habe versucht, in einer engen Kurve vorbeizugehen. Leider habe ich etwas zu spät gebremst. Dadurch konnte mein Konkurrent wieder kontern und mich überholen."
Für Heinen war die Teilnahme eine besondere Gelegenheit, denn Motorsport sei für viele junge Talente kaum finanzierbar. "Motorsport ist ein sehr teurer Sport. Wenn man so eine Chance bekommt, muss man versuchen, das Beste daraus zu machen." Umso größer ist die Motivation, im kommenden Jahr einen neuen Anlauf zu nehmen. Da er altersbedingt noch einmal startberechtigt ist, blickt er bereits nach vorne: "Wenn der Wettbewerb nächstes Jahr wieder stattfindet, möchte ich auf jeden Fall noch einmal angreifen und zeigen, was ich kann."
Auch wenn für Marlé Heinen und Matteo Schäfer der Traum von der nächsten Runde in Spa-Francorchamps vorerst geplatzt ist, hinterließen beide einen starken Eindruck. Der vierte Platz mag zwar undankbar sein, doch ihre Leistungen haben gezeigt, dass sie das Potenzial besitzen, bei einer weiteren Chance ganz vorne mitzufahren.
Christophe Ramjoie

