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Die beste Mannschaft schnappt sich den Titel: Spanien ist Weltmeister

20.07.202600:12
  • Argentinien
  • Fußball-WM
  • Spanien
Bild: Mandel Ngan/AFP

Spanien ist Fußball-Weltmeister. Den entscheidenden Treffer für die Spanier erzielte Joker Ferran Torres in der Verlängerung gegen Titelverteidiger Argentinien. Es ist nach 2010 der zweite Titel für Spanien.

Vor 82.500 Zuschauern im restlos ausverkauften Stadion in New Jersey wollten die Fans das WM-Finale zwischen dem amtierenden Europameister Spanien und dem amtierenden Weltmeister Argentinien live miterleben. Der argentinische Superstar Lionel Messi war mit 39 Jahren der älteste Feldspieler, der jemals ein WM-Finale bestritten hat. Zahlreiche Stars wie Pitbull, Robbie Williams und Laura Pausini heizten den Zuschauern im Vorfeld des Endspiels ein. Auch US-Präsident Donald Trump wohnte dem WM-Finale hinter einer dicken Panzerglasscheibe bei. Der Zustand des Spielfeld war wenig WM-würdig

Mit sechs Minuten Verspätung wurde das Finale angepfiffen. Die erste Chance hatten die Spanier bereits in der 5. Minute. Lamine Yamals Schuss von halbrechts in die lange Ecke wurde von Lisandro Martínez noch abgefälscht und landete in den Armen von Torhüter Emiliano Martínez. Im Gegenzug war Spaniens Keeper Unai Simón aufmerksam und vereitelte gegen den heraneilenden Messi eine Großchance der Albiceleste.

Anschließend übernahm Spanien zunehmend die Kontrolle und hatte mehr Ballbesitz. Währenddessen sorgten im Fernsehen Bilder für Aufsehen, auf denen der Brasilianer Ronaldo den WM-Pokal in den Schoß von US-Präsident Donald Trump legte. Dies wurde als weiterer Tabubruch des US-Präsidenten bei dieser WM gewertet, nachdem er bereits im Vorfeld des Achtelfinalspiels zwischen den USA und Belgien Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben soll, um die Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun aufheben zu lassen.

Spanien bestimmte weiterhin das Spiel, während Argentinien auf Fehler des Gegners lauerte. Klare Torchancen oder gefährliche Strafraumszenen blieben jedoch lange Zeit Mangelware. Die Gangart der Argentinier wurde – wie schon im bisherigen Turnierverlauf – zunehmend robuster. Erst in der 39. Minute zwang Mikel Oyarzabal Argentiniens Schlussmann Emiliano Martínez mit einem platzierten Abschluss zum Abtauchen. Zwei Minuten vor der Pause versuchte es Marc Cucurella mit einem Distanzschuss, der jedoch rechts am Tor vorbeiging.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Argentiniens Innenverteidiger Lisandro Martínez verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Nicolás Otamendi ins Spiel. So ging eine chancenarme erste Halbzeit mit einem torlosen 0:0 zu Ende – zugleich war es der erste Durchgang mit den wenigsten Torabschlüssen bei dieser Weltmeisterschaft.

Erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gab es eine Halbzeitshow, die mit zahlreichen internationalen Superstars besetzt war. Unter anderem sorgten Justin Bieber, Madonna, Shakira, Figuren der Muppet Show, Chris Martin und BTS für Unterhaltung, wodurch sich die Halbzeitpause auf über 25 Minuten verlängerte. Dieses viel diskutierte Novum sorgte für Kritik, da sich die Fifa damit über die geltenden Fußballregeln hinwegsetzte.

Nach der überlangen Pause nahmen die Argentinier ihren zweiten Wechsel vor. Leandro Paredes ersetzte Nicolás González. Den ersten Torabschluss der zweiten Halbzeit verzeichneten wenige Augenblicke nach dem Wiederanpfiff die Spanier.

Die Partie wurde nun zunehmend hitziger. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung sah Paredes die Gelbe Karte. Spanien hatte in der Folge mehr vom Spiel und kam zumindest zu einigen gefährlicheren Strafraumszenen. Nach etwas mehr als einer Stunde reagierte Spaniens Trainer mit einem Doppelwechsel.

Kurz vor der Trinkpause drängten die Spanier auf die Führung und hatten in der 67. Minute ihre bis dahin beste Gelegenheit. Nach einer Flanke von Lamine Yamal von der rechten Seite setzte Ferran Torres einen Kopfball genau in die Arme des argentinischen Schlussmanns Emiliano Martínez. Nach der Trinkpause wechselte auch die Albiceleste doppelt.

Erst in der Nachspielzeit nahm das Finale noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst entschärfte Unai Simón die erste wirklich gefährliche Aktion der Argentinier. Im direkten Gegenzug prüfte Nico Williams den argentinischen Keeper Martínez. Wenig später sah Enzo Fernández nach einem Foulspiel die Gelb-Rote Karte, so dass Argentinien die Schlussminuten in Unterzahl bestreiten musste. In der achten Minute der Nachspielzeit verhinderte Emiliano Martínez mit einer starken Parade nach einem Freistoß von Lamine Yamal den späten Führungstreffer Spaniens. So blieb es auch nach 90 Minuten beim torlosen 0:0. Damit ging das WM-Finale in die Verlängerung. Die Argentinier ließen nicht einen Schuss aufs Tor der Spanier in der regulären Spielzeit verzeichnen.

Nico Williams war es, der den ersten Abschluss in der ersten Halbzeit der Verlängerung für die Spanier hatte. Er konnte den Ball aber mit dem Kopf nicht entscheidend berühren, um im Tor zu landen. In der 96. Minute zappelte der Ball im argentinischen Tor, doch Schiedsrichter Vincic pfiff kurz danach ab. Otamendi war im Strafraum gegen Merino zu Boden gegangen, der Martinez zum herauseilen zwang und die Kugel vor die Füße von Williams schob. Williams stand am Elfmeterpunkt richtig und schob das Leder zum vermeintlichen 1:0 ein. Das Tor zählte wegen Merinos Einsatz nicht. Die Spanier hatten die nächste Chance durch Merino. Der Kopfball des Jokers ging rechts am Tor vorbei.

Eine Minute nach Beginn der zweiten Halbzeit legte Williams im Strafraum für Ferran Torres auf, der mit links zum 1:0 für Spanien traf. Hochverdient! Der Joker schien in der 114. Minute den Deckel drauf zu machen. Sein vermeintlicher zweiter Treffer zählte wegen Abseits nicht. Mit dem Rücken zur Wand hatten die Argentinier dann doch noch Möglichkeiten zum Ausgleich. Erst konnte Cubarsi in der 120. Minute zur Ecke klären. In der zweiten Minute der Nachspielzeit knallte der eingewechselte Simeone das Leder über das spanische Tor. Es blieb beim 1:0. Der zweite WM-Titel für Spanien, die bei dieser WM nur einen Gegentreffer kassiert haben - im Viertelfinale gegen Belgien.

Die nächste WM wird 2030 in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen.

Pfeifkonzert für Trump und Infantino

Vor der Siegerehrung für den neuen Fußball-Weltmeister Spanien sind US-Präsident Trump und Fifa-Chef Infantino von großen Teilen des Publikums ausgepfiffen worden. Als beide den Rasen des Finalstadions von East Rutherford betraten, gab es ein Pfeifkonzert. Wenig später überreichten Trump und Infantino gemeinsam den goldenen WM-Pokal an Spaniens Rodri.

Trump unterhielt sich danach noch mit einigen spanischen Spielern und ließ es sich auch nicht nehmen, am rechten Rand des Siegerfotos zu posieren. Gemeinsam mit Infantino verteilte Trump auch die Medaillen an das spanische und das argentinische Team. Der US-Präsident besuchte beim Finale sein erstes Spiel dieser WM im Stadion.

 

dpa/cr/est

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