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Bitteres WM-Aus für die Roten Teufel: Belgien scheitert nach 1:2 gegen Spanien

10.07.202623:01
  • Fußball-WM
  • Rote Teufel
Spieler in Aktion auf dem Platz
Bild: Bruno Fahy/Belga

Belgien hat den Einzug ins WM-Halbfinale auf dramatische Weise verpasst. Nach einer kämpferisch starken Vorstellung gegen Spanien hielten die Roten Teufel lange dagegen, mussten sich am Ende aber mit 1:2 geschlagen geben. Ein später Treffer von Mikel Merino besiegelte das bittere Aus im Viertelfinale.

Belgien war mit einer besonderen WM-Erinnerung im Rücken in das Duell mit Spanien gegangen. Erst zweimal hatten sich die beiden Nationen bei Weltmeisterschaften gegenübergestanden – und die Bilanz war vor dem erneuten Aufeinandertreffen ausgeglichen gewesen. 1986 hatten die Belgier im Viertelfinale nach einem dramatischen Elfmeterschießen mit 5:4 gegen Spanien gewonnen, ehe die Iberer vier Jahre später in der Gruppenphase mit einem 2:1-Erfolg zurückgeschlagen hatten.

Nach dem überzeugenden 4:1 gegen die USA hatte Nationaltrainer Rudi Garcia seine Startelf dennoch umstellen müssen. Der Ausfall von Amadou Onana nach einem Kreuzbandriss war ein herber Rückschlag gewesen, doch mit Kevin De Bruyne rückte ein erfahrener Anführer ins Mittelfeld. Zudem sollte Jérémy Doku anstelle von Dodi Lukebakio über den Flügel für Gefahr sorgen. Kurz vor dem Anpfiff musste Garcia allerdings noch eine weitere Änderung vornehmen: Kapitän Youri Tielemans verletzte sich beim Aufwärmen und konnte nicht auflaufen. Für ihn rückte Hans Vanaken in die Startelf, während De Bruyne die Kapitänsbinde übernahm. Auch Spanien hatte reagiert: Nach einem blassen Auftritt von Pedri gegen Portugal musste der Mittelfeldspieler zunächst auf der Bank Platz nehmen, Fabián rückte neben Rodri ins Zentrum.

Wie erwartet hatten die Spanier den besseren Start erwischt und übernahmen mit viel Ballbesitz die Kontrolle. Bereits in der zehnten Minute wurde es nach einer Freistoßflanke im belgischen Strafraum gefährlich, doch Rodris Abschluss wurde geblockt. Fünf Minuten später setzten die Roten Teufel einen ersten Akzent: Nach einem schnellen Konter blieb Charles De Ketelaeres Abschluss allerdings hängen.

Spanien ließ den Ball weiter geduldig durch die eigenen Reihen laufen und suchte die Lücken in der belgischen Defensive. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Nicolas Raskin kam Lamine Yamal zum Abschluss, setzte seinen Versuch aber knapp neben das Tor. Nach der Trinkpause erhöhten die Spanier weiter den Druck. Nach einer ersten starken Kombination scheiterte Dani Olmo zunächst an Thibaut Courtois, doch der Ball landete direkt vor den Füßen von Fabián. Dessen Schuss wurde von Timothy Castagne unglücklich abgefälscht und schlug zur spanischen Führung ein.

Bild: Dirk Waem/Belga

Die Belgier ließen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und nutzten ihre erste wirklich gefährliche Offensivaktion eiskalt. Nach einer Flanke von Castagne stieg De Ketelaere im Strafraum am höchsten und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein. Für den Angreifer von Atalanta war es bereits der dritte Treffer bei dieser WM, gleichzeitig kassierten die Spanier erstmals in diesem Turnier ein Gegentor. Nach 649 Minuten ohne Gegentreffer war auch Torhüter Unai Simón erstmals bezwungen.

Mit dem 1:1-Unentschieden ging es schließlich in die Halbzeitpause – Belgien hatte trotz spanischer Dominanz Moral bewiesen und sich mit der ersten großen Chance zurück ins Spiel gekämpft.

Bild: Dirk Waem/Belga

Beide Mannschaften kehrten unverändert aus der Kabine zurück, und auch am Spielgeschehen änderte sich zunächst wenig. Spanien bestimmte weiterhin mit viel Ballbesitz das Tempo, während Belgien auf Umschaltmomente lauerte. Die erste gefährliche Aktion des zweiten Durchgangs gehörte allerdings den Roten Teufeln: Maxim De Cuyper setzte sich in Szene, sein Abschluss landete jedoch nur am Außennetz.

Nach rund einer Stunde reagierten die Spanier mit einem Doppelwechsel. Kurz darauf folgte erneut ein überraschender Dreifachwechsel von Rudi Garcia: Für Leandro Trossard, Hans Vanaken und De Cuyper kamen Axel Witsel, Romelu Lukaku und WM-Debütant Matte Smets. Belgien suchte nun verstärkt den Weg nach vorne. Nach einer geblockten Flanke forderten die Teufel im Konter einen Handelfmeter, doch Schiedsrichter Michael Oliver ließ die Partie zurecht weiterlaufen.

Direkt im Anschluss musste Belgien erneut tief durchatmen. Thibaut Courtois verhinderte mit einer starken Parade gegen Mikel Oyarzabal die erneute spanische Führung. Kurz vor der Trinkpause folgte der nächste Schockmoment: Courtois setzte sich verletzt auf den Rasen. Zwar konnte Belgiens Nummer eins nach kurzer Behandlung zunächst weitermachen, doch wenig später ging es für ihn unter Tränen nicht mehr weiter. Senne Lammens kam zu seinem WM-Debüt und musste sofort Verantwortung übernehmen.

Fans der Roten Teufel schauen in St. Vith gemeinsam das WM-Spiel
Public Viewing zum WM-Viertelfinale zwischen Belgien und Spanien in St. Vith (Bild: Stephan Pesch/BRF)
Fans der Roten Teufel schauen in St. Vith gemeinsam das WM-Spiel
Bild: Stephan Pesch/BRF
Fans der Roten Teufel schauen in St. Vith gemeinsam das WM-Spiel
Bild: Stephan Pesch/BRF
Fans der Roten Teufel schauen in St. Vith gemeinsam das WM-Spiel
Bild: Stephan Pesch/BRF

Nach dem erneuten Rückschlag übernahm Spanien wieder die Kontrolle und drängte auf die Entscheidung. Für die Schlussphase brachte Luis de la Fuente Nico Williams für den weitgehend unauffälligen Oyarzabal. Bei Belgien musste der ausgelaugte Kevin De Bruyne vom Feld, für ihn kam Alexis Saelemaekers.

Doch zwei Minuten vor dem Ende wurde der Abend für die Roten Teufel endgültig bitter. Pau Cubarsí zog aus rund 25 Metern ab, Lammens konnte den Ball nicht festhalten. Der Abpraller landete genau vor den Füßen des eingewechselten Mikel Merino, der zum 2:1 für Spanien einschob und Belgien damit den Traum vom WM-Halbfinale entriss.

Am Dienstag bestreitet Spanien das Halbfinale in Dallas gegen Frankreich. Anpfiff ist um 21 Uhr belgischer Zeit.

Christophe Ramjoie

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