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Rote Teufel beenden den US-Traum und stehen im Viertelfinale

07.07.202604:01
  • Fußball-WM
  • Rote Teufel
  • USA
Bild: Dirk Waem/Belga

Die Roten Teufel stehen im Viertelfinale der Fußball-WM. In Seattle setzte sich Belgien verdient mit 4:1 gegen Gastgeber USA durch. Mit dem Aus der USA verabschiedet sich zugleich auch das dritte Gastgeberland aus dem Turnier. Belgien hingegen darf weiter vom WM-Titel träumen und trifft im Viertelfinale auf Spanien.

Nach dem dramatischen Comeback gegen Senegal stand Belgien im WM-Achtelfinale gegen Gastgeber USA vor der nächsten großen Bewährungsprobe. Zusätzliche Brisanz erhielt die Partie durch den Fall Folarin Balogun: Der US-Stürmer durfte trotz seiner Roten Karte im vorherigen Spiel auflaufen, nachdem die Fifa seine Sperre kurzfristig ausgesetzt hatte. Der belgische Verband reagierte mit scharfer Kritik und prüfte weitere rechtliche Schritte.

Nationaltrainer Rudi Garcia überraschte mit frische Impulsen in seiner Startelf. Raskin und Lukebakio begannen ebenso wie Ngoy und Onana. De Bruyne und Doku nahmen zunächst auf der Bank Platz, genau wie Theate und Vanaken.

Die Belgier legten einen starken Start hin und verzeichneten bereits in der ersten Minute den ersten Abschluss. US-Keeper Freese war bei Castagnes Distanzschuss gefordert und klärte zur Ecke. Die Gastgeber versuchten, die Roten Teufel früh unter Druck zu setzen, Belgien ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. In der achten Minute tankte sich Lukebakio durchs Mittelfeld und bediente auf der rechten Seite Castagne, der den Ball in die Mitte auf Tielemans legte. Dieser trat jedoch über den Ball.

Nur eine Minute später belohnten sich die Roten Teufel für ihren engagierten Auftakt. Nach starkem Zuspiel von Raskin traf De Ketelaere flach aus kurzer Distanz zum 1:0 und erzielte damit seinen ersten Turniertreffer.

Bild: Bruno Fahy/Belga

Mit der Führung im Rücken kontrollierte Belgien das Spielgeschehen. Bei einer Pressingaktion verletzte sich Onana und musste durch Hans Vanaken ersetzt werden. Kurz vor der Trinkpause wurden die USA zwar aktiver, konnten die belgische Defensive jedoch nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen.

Kurz nach der Trinkpause dann der überraschende Ausgleich: Ein Freistoß von Malik Tillman wurde von Vanaken unglücklich abgefälscht und landete zum 1:1 im belgischen Netz.

Die Roten Teufel zeigten sich vom Ausgleich jedoch unbeeindruckt und schlugen nur zwei Minuten später zurück. Nach einer starken Flanke von Trossard setzte sich Charles De Ketelaere im Luftduell gegen zwei Gegenspieler durch und köpfte zum 2:1 ein - der Doppelpack des Bergamo-Spielers.

Bild: Dirk Waem/Belga

In der 39. Minute kam Raskin nach einer Ecke von rechts gefährlich zum Abschluss, doch US-Keeper Freese begrub den Ball sicher unter sich. Belgien versuchte anschließend, etwas Ruhe ins Spiel zu bringen, blieb aber offensiv präsent. In der 43. Minute setzte Lukebakio nach einer präzisen Flanke von De Cuyper einen Kopfball knapp links am Tor vorbei.

Die Gastgeber wurden kurz vor der Pause noch einmal gefährlich. Balogun setzte den Ball nach einem weiten Einwurf von Tillman über das belgische Tor. Auch in der Nachspielzeit tauchte der US-Stürmer gefährlich im Strafraum der Roten Teufel auf, wurde jedoch im letzten Moment von der belgischen Defensive mit vereinten Kräften am Abschluss gehindert. Nach einer starken ersten Halbzeit der Belgier ging es mit einem verdienten 2:1-Vorsprung in die Kabinen.

Zur zweiten Halbzeit wechselten die USA einmal: Reyna ersetzte Dest. Die Roten Teufel setzten zunächst auf eine stabile Defensive und lauerten auf Konter. Zwar bemühten sich die Gastgeber, mehr Druck zu entwickeln, den nächsten Treffer erzielte jedoch Belgien.

Ein folgenschwerer Aussetzer von US-Keeper Freese leitete das 3:1 ein. Unter dem Druck De Ketelaeres spielte der Schlussmann den Ball direkt vor die Füße von Hans Vanaken. Der fackelte nicht lange und schob den Ball aus gut 30 Metern ins verwaiste Tor.

In der 67. Minute folgte ein Doppelwechsel bei den Belgiern. Für Doppeltorschütze De Ketelaere und den starken Lukebakio kamen Lukaku und Doku. Die USA schienen angezählt und das obschon im Stadion die Pearl-Jam-Hymne "Alive" lief. Der anwesende Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder hatte es trotz Rückstand der US-Boys gut. Elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit dann doch noch mal ein Warnschuss der USA. Berhalters Schuss aus der Distanz rauschte in der 79. Minute links am belgischen Tor vorbei.

Zwei Minuten später war Courtois beim Schuss von Balogun gefordert, der beinahe das Straucheln Mecheles abgestraft hätte. Die USA setzten zum Schlussspurt an. Vier Minuten vor dem Schluss die Belgier wieder gefährlich in der US-Box, aber die Amerikaner konnten die Entscheidung mit vereinten Kräften verhindern. Auf belgischer Seite kamen zum Schluss noch Witsel und Saelemaekers für Raskin und Trossard, um das Weiterkommen abzusichern. Lukaku setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt mit dem Treffer zum 4:1-Endstand. Hier wird auch kein Anruf des US-Präsidenten beim Fifa-Boss etwas verändern.

Am Freitag treffen die Roten Teufel um 21 Uhr belgischer Zeit in Los Angeles auf den amtierenden Europameister Spanien.

Christophe Ramjoie

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