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Das Wunder von Seattle: Rote Teufel drehen 0:2-Rückstand und ziehen ins Achtelfinale

02.07.202600:51
  • Fußball-WM
  • Rote Teufel
  • Senegal
Youri Tielemans und Romelu Lukaku
Bild: Bruno Fahy/Belga

Die Roten Teufel stehen im Achtelfinale der Fußball-WM. Nach schwacher Vorstellung in den ersten 80 Minuten und 0:2-Rückstand retteten Treffer von Lukaku und Tielemans die Belgier in die Verlängerung. Tielemans sorgte in der 125. Minute für das erlösende 3:2 vom Elfmeterpunkt.

Zum ersten Mal überhaupt standen sich Belgien und Senegal in einem offiziellen Länderspiel gegenüber. Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia setzte nach dem überzeugenden 5:1-Erfolg gegen Neuseeland erneut auf dieselbe Startelf. Senegals Coach Pepe Thiaw nahm nach dem 5:0-Sieg gegen den Irak dagegen drei Änderungen vor. Cissé und Ndiaye feierten ihr Startelf-Debüt bei dieser Weltmeisterschaft, während Pape Gueye nach seinem starken Joker-Einsatz erstmals von Beginn an ran durfte. Im Tor der Afrikaner vertrat erneut Diaw den verletzten Stammtorhüter Mendy.

Die Roten Teufel, die erstmals im Magritte-Auswärtstrikot aufliefen, begannen die Partie zurückhaltend. Beide Mannschaften verzichteten zunächst auf aggressives Pressing, wodurch das Spiel nur langsam Fahrt aufnahm. Die erste belgische Torchance gab es in der neunten Minute: Nach einem Zuspiel von De Ketelaere zog Trossard aus rund 16 Metern ab, doch Diaw war zur Stelle und hielt den Ball sicher fest.

Vier Minuten später hatten die Belgier allerdings großes Glück. Courtois verschätzte sich bei einer Flanke von Jakobs und spielte den Ball unfreiwillig Ismaïla Sarr in die Füße. Der Senegalese traf jedoch nur den Pfosten, ehe sein Nachschuss aus spitzem Winkel im Außennetz landete.

Mit zunehmender Spieldauer übernahm Senegal immer mehr die Kontrolle. Idrissa Gueye prüfte Courtois in der 17. Minute mit einem Distanzschuss, der allerdings zu zentral geriet. Belgien fand kaum Zugriff auf das Spiel, während die Senegalesen den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen ließen.

In der 25. Minute wurden sie schließlich für ihren engagierten Auftritt belohnt. Mané brachte eine präzise Flanke von der linken Seite in den Strafraum. Ismaïla Sarr köpfte den Ball an den rechten Pfosten, von wo dieser direkt vor die Füße von Diarra sprang. Der Mittelfeldspieler musste nur noch ins leere Tor einschieben und brachte Senegal verdient mit 1:0 in Führung.

Thibaut Courtois beim Gegentreffer
Bild: Dirk Waem/Belga

Auch nach der Trinkpause tat sich Belgien schwer, ins Spiel zu finden. Senegal kombinierte weiterhin gefällig und spielte sich in der 36. Minute erneut durch die belgische Defensive. Manés Abschluss war jedoch zu unplatziert und landete in den Armen von Courtois.

Erst in den Schlussminuten der ersten Halbzeit wurden die Belgier etwas aktiver. Eine abgefälschte Flanke von Doku fing Diaw sicher aus der Luft. Kurz darauf sorgte De Cuyper mit einem Distanzschuss noch einmal für Gefahr, doch Senegals Schlussmann lenkte den gut platzierten Schlenzer stark zur Ecke. Weitere Tore fielen vor der Pause nicht mehr. Senegal ging daher mit einer verdienten 1:0-Führung in die Kabine.

Zur zweiten Halbzeit brachte Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia Rekordtorschütze Lukaku für De Ketelaere, der in den ersten 45 Minuten kaum Akzente setzen konnte. Doch auch nach dem Seitenwechsel erwischte Senegal den besseren Start. Bereits in der 46. Minute zog Ndiaye aus aussichtsreicher Position ab, verfehlte das belgische Tor jedoch knapp. Wenig später kam auch Diarra zum Abschluss, setzte den Ball aber ebenfalls links am Kasten vorbei.

Im dritten Anlauf machte es Senegal besser. Nach einem starken Zuspiel von Niakhaté tauchte Ismaïla Sarr frei vor Courtois auf und erhöhte mit seinem vierten Turniertreffer auf 2:0 (53.). Garcia reagierte umgehend und brachte mit Lukebakio und Raskin für Doku und De Bruyne zwei frische Kräfte.

Nach etwas mehr als einer Stunde feierte schließlich auch Diego Moreira seine WM-Premiere. Vanaken verließ für ihn das Feld. Belgien fand jedoch weiterhin kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive der Senegalesen, die das Geschehen über weite Strecken kontrollierten und kaum etwas anbrennen ließen.

Erst in der 78. Minute sorgten die Roten Teufel wieder für Gefahr. Lukebakio zog aus der Distanz ab, verfehlte das Tor aber nur knapp. Garcias letzter Wechsel wirkte zunächst überraschend: Meunier ersetzte De Cuyper. Doch der Routinier zahlte das Vertrauen seines Trainers schnell zurück. Fünf Minuten vor dem Ende setzte sich Meunier auf der rechten Seite durch und legte quer auf Lukaku, der zum 1:2-Anschlusstreffer einschob.

Romelu Lukaku jubelt nach dem Anschlusstreffer
Bild: Bruno Fahy/Belga

Belgien war nun wieder im Spiel – und schlug wenig später erneut zu. In der 88. Minute flankte Trossard von der linken Seite punktgenau in den Strafraum. Senegals Torhüter Diaw segelte am Ball vorbei und Tielemans Kopfball  landete zum 2:2 im Netz. Das war überraschend, denn wenige Minuten zuvor deutete nichts auf dieses Finale der regulären Spielzeit hin.

In den Schlussminuten drängten die Roten Teufel sogar auf den Sieg. Ein spätes Fußballmärchen wie beim spektakulären WM-Comeback gegen Japan im Jahr 2018 blieb jedoch aus. Nach 90 Minuten stand es 2:2 – die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen.

Es dauerte eine Weile, ehe die erste Halbzeit der Verlängerung etwas in Schwung kommen sollte, aber ein echtes Durchkommen gab es auf beiden Seiten nicht. Mit dem 2:2 ging es in den zweiten Durchgang der Verlängerung.

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel hatte Sapoko Ndiaye die Chance auf die Führung Senegals. Sein Schuss ging links am Tor vorbei. Auf Seiten der Teufel kam Onana für Trossard. Sapoko Ndiaye blieb ein Unruheherd bei Senegal und beschäftigte die belgische Hintermannschaft. Lukebakio setzte in der 117 Minute an die Latte!

Nach der Aktion gab es noch einen VAR-Check, da Tielemans zuvor im Sechzehner von hinten zu Fall gebracht wurde. Es gab Foul-Elfmeter für die Belgier. Nach einigen Hin und Her übernahm Tielemans Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:2.

Am kommenden Dienstag bestreitet Belgien das Achtelfinale in Seattle gegen den Sieger der Partie USA - Bosnien-Herzegowina. Anpfiff ist um 2 Uhr belgischer Zeit.

Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Menschen beim Public Viewing beim Sechzehntelfinale Belgien vs. Senegal in der Trottinette am Triangel St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF

Christophe Ramjoie

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