Der Porsche vom Team Lionspeed mit Ricardo Feller, Thomas Preining und Bastian Buus hat das 24-Stunden-Rennen von Spa 2026 gewonnen. Dabei war der Porsche #80 nach einem Motorwechsel aus der Boxengasse gestartet.
Der Porsche siegte nach 541 gefahrenen Runden mit einem Vorsprung von 12,3 Sekunden. Es ist der erste Sieg für Porsche seit 2020.
Für Lionspeed und die drei Fahrer ist es der erste Sieg in Spa. "Mega! Ich habe es schon öfters probiert, ein 24-Stunden-Rennen zu gewinnen - auch am Nürburgring, Le Mans, Daytona -und dass es jetzt endlich geklappt hat, ist fantastisch", sagt Thomas Preining.
"Wir hatten ein super Rennen. Es war natürlich nicht der Start der Woche, den wir uns erhofft hatten mit der Grid-Strafe. Aber es zählt immer, wie das Rennen endet. Und im Endeffekt stehen wir ganz oben als Team und darauf bin ich wirklich stolz." Schuld an der Strafe war ein Motorwechsel, nach einem Motorschaden im Anschluss an die Fahrerparade am Mittwoch.
Dann noch nach ganz vorne zu kommen, geht nur durch eine solide Mannschaftsleistung, sagt Preining. "Einerseits brauchst du natürlich ein gutes Line-up mit drei Fahrern, die alle ungefähr gleich schnell sind und nach vorne pushen. Du brauchst ein schnelles Auto und du brauchst ein Team, wo die Abläufe passen. Das sind wirklich viele Leute, die dahinterstecken. Und da muss einfach von vorne bis hinten alles zusammenpassen und gut koordiniert sein und das hat diesmal optimal hingehauen."
Auf Platz zwei landete der Mercedes-AMG #48 (Mannfilter) mit Lucas Auer, Luca Stolz und Maro Engel. Dritter wurde der Ferrari (AF Corse) #51 von Alessio Rovera, Tommaso Mosca und Nicklas Nielsen, der von der Pole Position ins Rennen gegangen war und während des Rennens zwei Reifenschäden und eine Zeitstrafe wegstecken musste und trotzdem noch das Treppchen erreicht.
Beste belgische Mannschaft im Klassement ist WRT: Der BMW #46 mit Valentino Rossi, Dan Harper und Max Hesse wurde Sechster hinter dem Porsche #22 und dem Ferrari #50 mit unter anderem Arthur Leclerc, dem Bruder von Formel-1-Fahrer Charles Leclerc.
Bester belgischer Fahrer wurde Alessio Picariello (mit Morris Schuring und Dorian Boccolacci im Porsche #2 von Boutsen VDS) auf Platz acht. Bis kurz vor Schluss lag dort der WRT-BMW #32 mit Charles Weerts aus Aubel, Kelvin van der Linde und Jordan Pepper, das Auto kämpfte aber in der letzten Runde mit einem technischen Defekt und wird auf Platz zwölf gewertet.
Pech für Maxime Martin und das Belgien-Quartett
Der Aston Martin #700 von Comtoyou mit dem rein belgischen Team Xavier Knauf, Grégory Servais, Sarah Bovy und Nicolas Baert kam nicht ins Ziel. Das Auto war von einem anderen Fahrzeug angeschoben worden, Sarah Bovy knallte in der Blanchimont-Kurve in die Leitplanken. Der Porsche von Mühlner Motorsport musste nach einem Abflug im Raidillon aufgeben.
Auch Maxime Martin kam bei seiner 20. Teilnahme nicht ins Ziel. Martin hatte sich in der ersten Stunde durch das Feld gepflügt und den Mercedes von Platz 52 auf 34 vorgefahren. Später schied der Porsche #17 von GetSpeed nach einer Kollision mit einem anderen Mercedes aus.
Sieg für Ugo de Wilde im Gold Cup
Allerdings gab es einen belgischen Sieger in der Gold-Klasse mit Ugo de Wilde und den Teamkollegen Tim Tramnitz und Jens Klingmann im Rowe-BMW #998 auf Gesamtrang elf. "Das Rennen war unglaublich hart", sagt de Wilde. "Ich bin mehr als neun Stunden gefahren und trotz Klimaanlage hast du 45 Grad im Auto, du schwitzt unglaublich viel. Man macht dann schneller Fehler, weil es körperlich und auch mental so anstrengend ist."
Die Hitze hat aber auch Auswirkungen auf das Material. "Wenn die Streckentemperatur so hoch ist mit teils über 50 Grad, dann bauen die Reifen schneller ab und die Balance vom Auto stimmt am Ende des Stints nicht mehr. Dazu kommt dann die Müdigkeit. Aber für uns ist ja alles gut gelaufen." Ob der Sieg gefeiert wird? "Ich hoffe es! Ich hoffe, ich habe noch die Energie dazu."
Mit 132.000 Zuschauern insgesamt an den vier Tagen hat das Rennen seinen Rekord gebrochen. Für Abkühlung an diesem heißen Rennwochenende sorgten Sprenkleranlagen und gratis Trinkwasser für das Publikum. Das traditionelle Feuerwerk bekamen die Zuschauer aber nicht zu sehen, wegen der hohen Temperaturen entschieden die Veranstalter, aus Sicherheitsgründen darauf zu verzichten.
Katrin Margraff