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Endlich! Enfin! Eindelijk! Rote Teufel ziehen mit Sieg ins Sechzehntelfinale ein

27.06.202607:0027.06.2026 - 08:10
  • Fußball-WM
  • Neuseeland
  • Rote Teufel
Bild: Dirk Waem/Belga

Die Roten Teufel haben am letzten Gruppenspieltag den Einzug ins WM-Sechzehntelfinale perfekt gemacht. Durch den 5:1-Erfolg gegen Neuseeland schnappen sich die Belgier noch den Gruppensieg. Leandro Trossard war mit zwei Treffern und einem Assist der Spieler des Spiels.

Belgien ging mit einer deutlich veränderten Startelf in die Partie. Nationaltrainer Rudi Garcia nahm im Vergleich zum vorherigen Spiel gleich fünf Änderungen vor: Für den gesperrten Ngoy rückte Frankfurts Theate in die Innenverteidigung, Castagne ersetzte Meunier in der Abwehr. Zudem kehrten Vanaken, der nach überstandener Erkrankung genesene Doku und De Ketelaere für Raskin, Saelemaekers und Lukaku in die Anfangsformation zurück. Für Courtois war es das 18. WM-Einsatz im Dress der Roten Teufel, damit ist er nun belgischer Rekordhalter.

Auch Neuseelands Trainer Darren Bazeley reagierte auf die 1:3-Niederlage gegen Ägypten mit zwei Wechseln: Thomas und Bindon begannen anstelle von McCowatt und Boxall. Im Angriff ruhte die Hoffnung der "All Whites" erneut auf Nottingham-Forest-Stürmer Chris Wood, dem prominentesten Namen im neuseeländischen Aufgebot.

Im ersten Aufeinandertreffen der beiden Nationalmannschaften überhaupt war beiden Teams die Bedeutung der Partie zunächst anzumerken. Sowohl für Belgien als auch für Neuseeland stand viel auf dem Spiel, entsprechend nervös verliefen die Anfangsminuten. Ein erstes Raunen ging durch das Rund in Vancouver, als die frühe Führung Ägyptens im Parallelspiel auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde.

Die Roten Teufel übernahmen anschließend klar die Kontrolle und schnürten die Neuseeländer tief in deren Hälfte ein. Die erste große Chance hatte Trossard in der 11. Minute, dessen flacher Abschluss nach tollem Zuspiel von Vanaken vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang und anschließend von Bindon in höchster Not geklärt wurde. Belgien bestimmte das Geschehen nahezu nach Belieben. In der 20. Minute schien es nach einem vermeintlichen Handspiel von Finn Surman im Strafraum nach einem Trossard-Schuss Elfmeter für Belgien zu geben. Nach VAR-Überprüfung nahm Schiedsrichter die Entscheidung jedoch zurecht zurück, da Surmans Arm angelegt war.

Bild: Dirk Waem/Belga

Kurz nach der Trinkpause erlöste Leandro Trossard die Belgier und beendete zugleich die Torflaute der Roten Teufel bei dieser WM. Nach einer Ecke von De Bruyne stand der Offensivspieler goldrichtig und schob aus kurzer Distanz zur längst verdienten 1:0-Führung ein. Für Trossard war es bereits der 13. Treffer im Nationaltrikot.

Ab der 35. Minute fanden die Neuseeländer etwas besser ins Spiel, ohne zunächst für echte Gefahr zu sorgen. Das änderte sich in der 41. Minute beinahe, als eine scharfe Hereingabe von Cacace fast Just erreichte. Courtois reagierte glänzend und verhinderte mit dem Fuß den möglichen Ausgleich. Im direkten Gegenzug fehlte De Ketelaere bei seinem Abschluss die letzte Entschlossenheit – da war deutlich mehr drin. Belgien erhöhte in der Schlussphase des ersten Durchgangs den Druck noch einmal, verpasste es jedoch, vor der Pause nachzulegen. Das blieb das einzige Manko einer ansonsten dominanten ersten Halbzeit.

Die Neuseeländer wechselten zur zweiten Halbzeit zwei Mal während Rudi Garcia die teuflische Elf unverändert ließ. Die Belgier legten sich die Neuseeländer zu Beginn des zweiten Spielabschnitts zurecht. Trossard schnürte in der 50. Minute den Doppelpack. De Bruyne steckt im Sechzehner durch auf den freien Trossard. Sein erster Abschluss wurde geblockt, doch der Mann vom FC Arsenal setzte nach. Aus der Luft jagte er den Ball ins Netz. Vier Minuten später war Courtois beim Schuss von Just gefordert. Der Real-Keeper war rechtzeitig unten, um Schlimmeres zu verhindern. Kurz darauf der erste Wechsel bei den Teufel. Fernandez-Pardo kam für Doku.

Nach einer Stunde bot sich Theate eine Doppelchance. Erst flog sein Kopfball am Tor der Neuseeländer vorbei, kurz darauf zwang sein Abschluss mit dem Fuß Neuseelands Schlussmann Crocombe zu einer Parade. Einen traumhaften Pass von Trossard in den Lauf von Fernandez-Pardo konnte dieser aber nicht nutzen, um die Führung weiter auszubauen. Das sollte Kevin De Bruyne zwei Minuten später gelingen. Mit einem satten Linksschuss jagte er das Leder ins lange Eck und Belgien virtuell an die Spitze der Gruppe G.

Bild: Dirk Waem/Belga

Nach der Trinkpause war Schluss für die beiden Torschützen. Onana und Saelemaekers kamen für die verbleibende Spielzeit. Das Spiel war entschieden und plätscherte etwas vor sich hin. Sieben Minuten vor dem Ende kassierten die Belgier den Gegentreffer, der virtuell den zweiten Gruppenplatz bedeutete. Courtois war beim Dropkick Justs chancenclos.

Garcia brachte noch Raskin und Lukaku, der die Belgier mit seiner ersten Ballberührung wieder in Führung brachte. Raskin mit der präzisen Flanke auf den Rekordtorschützen, der zum 4:1 einkickte. Sein sechster Treffer bei einer WM. In der Nachspielzeit verhinderte Neuseelands Keeper zunächst noch den fünften Treffer der Teufel durch De Cuyper. Den Schlusspunkt setzte Alexis Saelemaekers an seinem Geburtstag zum 5:1.

So geht's weiter

Belgien bestreitet das Sechzehntelfinale am Mittwoch, 1. Juli, um 22 Uhr belgischer Zeit. Gespielt wird im Lumen Field in Seattle, wo die Roten Teufel bereits ihr Quartier haben. Eine weite Reise bleibt der Mannschaft damit erspart.

Der Gegner steht noch nicht fest. Belgien trifft auf einen der besten Gruppendritten. Als mögliche Kontrahenten gelten derzeit Südkorea, Senegal, Österreich oder Algerien.

Sollte Belgien die erste K.-o.-Runde überstehen, könnte im Achtelfinale ein Duell mit den USA warten – vorausgesetzt, der Gastgeber setzt sich gegen Bosnien und Herzegowina durch. Diese Partie wäre am 7. Juli, ebenfalls in Seattle.

Ein möglicher Gegner im Viertelfinale wäre Spanien. Damit könnte der Weg der Roten Teufel nach einem gelungenen Start in die K.-o.-Phase deutlich anspruchsvoller werden.

Christophe Ramjoie

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