"Das Wetter wird dieses Wochenende auf jeden Fall ein größeres Thema als sonst", sagt Max Hesse, Teamkollege von Valentino Rossi und Daniel Harper im WRT-BMW #46. Am Donnerstag standen 41 Grad auf der berühmten digitalen Anzeigetafel, die jetzt auch den neuen Uhoda-Turm schmückt – allerdings in der prallen Sonne.
"Jedes 24-Stunden-Rennen ist anstrengend, aber ich glaube, das hier verlangt noch mal einiges mehr von uns - körperlich und auch mental. Wir haben natürlich einen sehr guten Support von BMW und vom Team WRT mit Physios und wir kriegen immer schön eine Wasserflasche hingestellt."
"Aber ich glaube, es geht auch bisschen um Eigendisziplin dieses Wochenende. Man muss sich gut überlegen, wann man Energie verbraucht. Wir versuchen, uns so viel wie möglich im Kälteren aufzuhalten und so viel wie möglich zu relaxen – was allerdings schwierig ist. Aber jede Minute, die wir schaffen, die hilft uns dann am Samstag und am Sonntag."
Was das Ganze nochmal schwieriger macht: Bei den zwei Testtagen vor gut einem Monat herrschten komplett andere Bedingungen. Die Abstimmungsarbeit ist damit für die Tonne. "Da hatten wir so um die zwölf Grad. Das heißt, das hat jetzt nicht alles so viel Sinn ergeben für dieses Wochenende. Aber wir versuchen, uns von Session zu Session zu verbessern und schauen mal, wo wir rauskommen."
Max Hesse sieht das Wetter vor allem als Herausforderung - und als Chance für das Team und die Fahrer. "Da kann man vielleicht noch mal einen größeren Unterschied machen gegenüber den anderen. Für Samstag und Sonntag sieht es auch immer mal wieder nach einem kleinen Gewitter aus. Und dann den richtigen Punkt zu erwischen, um von Regenreifen wieder auf Slicks zu wechseln - da kann man sehr viel gut machen, natürlich aber auch leider sehr viel verlieren. Aber ich denke, da sind wir als Team relativ stark aufgestellt und das stimmt mich eigentlich eher positiv, so ein paar Wetterkapriolen dabei zu haben."

Bei der Frage nach dem Ziel für das Wochenende muss Max Hesse nicht lange überlegen. "Wir sind natürlich hier, um zu gewinnen und nicht um 20. zu werden, ist ganz klar. BMW hat schon viele Gesamtsiege hier bei den 24 Stunden von Spa, das letzte Mal 2023. Aber es ist nunmal das härteste GT3-Rennen der Welt. Es sind sehr, sehr viele starke Kontrahenten - von anderen Herstellern und auch von unseren eigenen Autos. Wir haben vier sehr starke BMWs. Also erstmal heißt es Teamwork, wir müssen als Marke gemeinsam nach vorne kommen - und dann schauen wir am Sonntagmittag, wo wir stehen."
"Es kommt auch immer so ein bisschen auf den Rennverlauf an. Wenn man ein sauberes Rennen gefahren hat, keine Strafen kassiert und das Maximum herausgeholt hat, dann muss man zufrieden sein. Das Gefühl stellt sich allerdings meistens erst montags ein, also wenn man einmal drüber geschlafen hat."
Max Hesses bestes Resultat in Spa ist Platz fünf. "Ich habe hier noch keinen Podiumsplatz bisher, das heißt, ich wäre auch zufrieden mit einem zweiten oder dritten Platz. Aber ganz klar, wir kommen zu diesem Rennen, um zu gewinnen. Es ist das Heimspiel für das Team WRT. Von dem her sind wir auf jeden Fall nicht da, um Vierter oder Fünfter zu werden."
Bei den freien Trainings am Donnerstag landete der BMW #46 auf Platz 26 und 29. Die Bestzeit ging beide Mal an Ferrari, erst an Tommaso Mosca im Ferrari #51 und dann an Lilou Wadoux im Ferrari #50. Im Qualifying am Donnerstagabend war der Mercedes AMG von GetSpeed #17 von Maxime Martin, Maximilian Götz und Fabian Schiller das schnellste Auto. Um die Pole Position geht es erst am Freitagnachmittag, dann kämpfen die schnellsten 32 Teams um den ersten Startplatz. Der BMW #46 ist mit Platz 24 in der Qualifikation ebenfalls dabei.
Katrin Margraff