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  • WM 2026
-

Gruppensieg in weiter Ferne: Rote Teufel enttäuschen gegen Iran - 0:0

21.06.202623:04
  • Fußball-WM
  • Iran
  • Rote Teufel
Bild: Dirk Waem/Belga

Die Roten Teufel warten bei dieser Weltmeisterschaft weiter auf den ersten Sieg. In Los Angeles kam die belgische Nationalmannschaft nicht über ein 0:0 gegen den Iran hinaus.

Belgien ging mit einer deutlich veränderten Mannschaft in sein zweites Gruppenspiel bei dieser Weltmeisterschaft. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen Ägypten nahm Nationaltrainer Rudi Garcia mehrere personelle Anpassungen vor. In der Defensive rückte Maxim De Cuyper für Timothy Castagne in die Startelf, im Mittelfeld ersetzte Nicolas Raskin den bislang gesetzten Amadou Onana.

Die auffälligsten Veränderungen betrafen jedoch die Offensive: Romelu Lukaku stand gegen den Iran überraschend von Beginn an auf dem Platz, zudem erhielt Alexis Saelemaekers für den erkrankten Jérémy Doku eine Chance in der Anfangsformation. Von der Angriffsreihe aus dem ersten Spiel blieb damit einzig Leandro Trossard in der Startelf.

Garcia reagierte mit diesen Umstellungen auf einen Auftritt gegen Ägypten, der den Belgiern zwar phasenweise Spielkontrolle, insgesamt aber zu wenig Durchschlagskraft gebracht hatte. Für die Roten Teufel war die Ausgangslage in Gruppe G klar: Nach dem Remis zum Auftakt durfte sich der Favorit im Rennen um den Einzug ins Achtelfinale keinen weiteren Rückschlag erlauben. Iran hatte im Vergleich zum Punktgewinn gegen Neuseeland ebenfalls dreifach gewechselt. Mit Saeid Ezatolahi stand dabei auch ein ehemaliger AS-Spieler in der iranischen Startelf.

Die Rollenverteilung zwischen den beiden Kontrahenten im teuersten Stadion der Welt war von Beginn an klar erkennbar. Nach einer Hereingabe von Kevin De Bruyne von der rechten Seite kam Lukaku in der 4. Minute einen Tick zu spät gegen den iranischen Schlussmann und sah dafür die Gelbe Karte. Gefährlich wurde es wenig später, als sich Trossard in der 9. Minute über die linke Seite in den Angriff einschaltete und De Bruyne bediente. Dessen Schuss wurde jedoch abgeblockt, De Cuypers Nachschuss landete in den Armen von Irans Keeper Alireza Beiranvand.

Bild: Dirk Waem/Belga

Auf der anderen Seite leisteten sich die Belgier in der 14. Minute nach einem Einwurf von links eine Unsicherheit. Sie konnten die Situation nicht klären, so dass Kanaani aus der Drehung aus rund zwölf Metern zum Abschluss kam. Courtois parierte jedoch mit all seiner Klasse. Kurz vor der eigentlichen Trinkpause fanden die Roten Teufel dann einmal eine Lücke im iranischen Defensivblock, doch Tielemans’ Schuss von halbrechts wurde von Beiranvand zur Ecke abgewehrt.

Mit einer frechen Freistoßvariante schien Iran anschließend sogar in Führung zu gehen. Anstatt direkt abzuschließen, spielte Haji Safi den Ball clever an der Mauer vorbei auf einen Mitspieler durch, der plötzlich völlig frei vor Courtois auftauchte und den Ball am belgischen Keeper vorbei ins Netz schob. Zum Glück für Belgien kassierte der VAR den Treffer wegen einer Abseitsstellung wieder ein. Das Gesäss Taremis war in der verbotenen Zone.

Nach einer knappen halben Stunde gab es die Trinkpause. Auch danach hatten die Belgier zwar mehr Spielanteile, erspielten sich jedoch nur wenige wirklich gefährliche Szenen. In der 42. Minute hebelte Trossard mit einem starken Zuspiel die iranische Abwehr aus und setzte De Bruyne in Szene, doch der Mittelfeldstar konnte den schwierigen Ball nicht sauber verarbeiten. Zwei Minuten später kamen die Belgier zum nächsten Abschluss, doch erneut scheiterte De Cuyper an Beiranvand. Die Iraner setzten alles daran, das 0:0 mit in die Kabine zu nehmen. Das sollte auch gelingen, weil die Teufel insgesamt  trotz 81 Prozent Ballbesitz zu harmlos in der Offensive waren.

Bild: Bruno Fahy/Belga

Nach dem Seitenwechsel gab es einen Aufreger, als ein grobes Foul an Trossard weder vom Unparteiischen noch vom VAR geahndet wurde. Saelemakers' Schuss in der 50. Minute landete nach De Bruynes Ecke per Direktabnahme nur im Seitennetz. Danach die Iraner mal wieder am Zug. Courtois war beim Schuss Taremis erneut gefordert, um die Teufel vor dem Rückstand zu bewahren.

Rudi Garcia reagierte und wechselte in der 58. Minute dreifach. Für Raskin, Meunier und Saelemaekers kamen Castagne, Vanaken und Lukebakio. Kurz darauf bot sich den Belgiern die bis dahin beste Chance nach starkem Einsatz De Bruynes, der De Cuyper bediente, dieser aber erneut den Ball nicht im Tor der Iraner unterbringen konnte. Beiranvand blieb zum zweiten Mal der Sieger.

Die Roten Teufel spielten ab der 66. Minute mit einem Mann weniger. Ngoy rutschte ein Rückpass vom Fuß, Taremi  hatte den Braten gerochen und war entwischt und wurde dann von Ngoy als letzter Mann zu Fall gebracht. Rot war die logische Folge. Nach der Trinkpause war für Lukaku Schluss und Theate kam in die Partie. Das Bild des Spiels veränderte sich nun ein wenig, denn die Belgier überließen den Iranern die Initiative. Neun Minuten vor dem Ende zog Ezatolahi aus gut 24 Metern ab und prüfte Courtois, der aber in zwei Mal klärte. Danach wagten sich auch noch mal die Belgier in die Nähe des iranischen Strafraums. Fünf Minuten vor Schluss scheiterte De Cuyper auch beim dritten Versuch am iranischen Keeper.

Für die Schlussphase kam bei den Teufel noch Fernandez-Pardo für De Bruyne. Die Belgier waren zwar bemüht, aber am Ende blieb es beim enttäuschenden 0:0.

Am kommenden Samstag bestreiten die Roten Teufel ihr letztes Gruppenspiel im kanadischen Vancouver gegen Neuseeland.

Christophe Ramjoie

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