Anfang Juli reist die belgische Rhönrad-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Göttingen, wo in diesem Jahr ausschließlich Einzelwettkämpfe ausgetragen werden.
Für Belgien gehen mit Nela Knodt, Laura Schmitz und Joanna Delnoy drei Turnerinnen aus Eupen an den Start, ergänzt durch die ukrainische Athletin Sofia Babych, die ebenfalls im Umfeld der Delegation betreut wird. Für Delegationsleiterin Lara Patzer ist es dabei eine besondere Premiere, da sie erstmals in dieser Funktion direkt bei einer Weltmeisterschaft vor Ort ist.
Die Vorbereitung sei aus ihrer Sicht jedoch kein grundlegender Umbruch, sondern eher eine Fortsetzung der bisherigen Arbeit. "Vom Prinzip her ist das jetzt nicht so anders als die WMs, die ich ja auch schon vorher mitgemacht habe", erklärt Patzer, die betont, dass der Fokus klar auf der bestmöglichen Vorbereitung der Athletinnen liegt: "Ich bereite die Athletinnen bestmöglich vor - und das war’s eigentlich." Gleichzeitig befinde sich das Team in den letzten Trainingswochen vor der WM, in denen noch an Feinheiten gearbeitet werde, ohne das grundlegende Konzept zu verändern.
Im Team selbst treffen sehr unterschiedliche Erfahrungsstände aufeinander. Während einige Turnerinnen bereits internationale Wettkampfluft geschnuppert haben, ist es für andere der erste Auftritt auf einer Weltmeisterschaft. "Man merkt schon, dass bei denen, die noch nie bei einer Weltmeisterschaft dabei waren, auch der Stress mitkommt." Besonders die WM-Neulinge wie Joanna Delnoy und Sofia Babych würden die steigende Nervosität spüren, während erfahrenere Athletinnen wie Nela Knodt oder Laura Schmitz bereits etwas Routine mitbringen und Stabilität in die Gruppe bringen.
Auch organisatorisch bringt die WM in Göttingen noch offene Fragen mit sich, insbesondere bei der Einteilung der Wettkampftage. Ob die Starterinnen aus Belgien gemeinsam antreten oder auf unterschiedliche Sessions verteilt werden, ist noch nicht final entschieden. "Wir müssen schauen, wie die Wettkampfplanung aussieht, ob dann zwei und zwei aufgeteilt werden oder drei und eine "Sportlich bleibt das Ziel dabei klar bodenständig: Vor allem für die Debütantinnen steht ein sauberer Wettkampf im Vordergrund, während einzelne Athletinnen auch ambitioniertere Ziele verfolgen. "Sie hat sich das Ziel gesetzt, ins Finale zu kommen", sagt Patzer über eine der erfahreneren Turnerinnen, ergänzt aber realistisch: "Da muss vieles passen, wenn man unter die besten sechs der Welt kommen will".
Radio-Interview mit Lara Patzer im Player:
Christopher Ramjoie