Als Walloniemeister waren die Spielerinnen des HC Eynatten-Raeren zum Finale der Handball-Jugendlandesmeisterschaft nach Bocholt gereist. Dort trafen sie zum Abschluss des Landesmeisterschaftstages auf den frisch gekürten flämischen Meister Sezoens Bocholt.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnte sich die von Françoise Kück trainierte Mannschaft nach rund einer Viertelstunde dank einer starken Defensivleistung erstmals absetzen. Auch im Angriff agierten die Eynatten-Raerenerinnen zunehmend sicherer und führten in der 19. Minute mit 9:4. In den folgenden Minuten hielt sich der Vorsprung konstant bei fünf Treffern.
HCER-Frauen gehen mit knapper Führung in die Pause
Erst ab der 24. Minute geriet die Führung ins Wanken. Nach einer Zeitstrafe gegen die Ostbelgierinnen nutzte Bocholt die Überzahlsituation und verkürzte den Rückstand. Nach einem verwandelten Siebenmeter gelang schließlich der Ausgleich zum 12:12.
Lina Greven brachte den HC Eynatten-Raeren 30 Sekunden vor der Halbzeit erneut in Führung. Bei einer anschließenden Abwehraktion verletzte sie sich jedoch an der Schulter. Mit dem knappen Vorsprung für die Ostbelgierinnen ging es schließlich in die Pause.

Nach der Pause ging es aber weiter für Greven. Mit dem ersten Treffer des zweiten Spielabschnitts kamen die Gastgeberinnen zum Ausgleich. Greven erwies sich in der Folge als wichtiger Torgarant. Nach einem Doppelschlag erhöhte sie auf 16:13 für die Mannschaft aus Ostbelgien. Der Vorsprung wuchs noch um einen weiteren Zähler an, ehe Bocholt zwei mal erfolgreich abschließen konnte.
Die Mannschaft von Françoise Kück zog, angetrieben von Jung-Nationalspielerin Greven, Mitte des zweiten Durchgangs wieder auf fünf Treffer davon (21:16). Aber auch diesmal schafften es die Limburgerinnen, sich ins Spiel zurückzukämpfen. Nur noch zwei Tore betrog der Vorsprung der Ostbelgierinnen in der 46. Minute.
Die Hoffnung kehrte ins Lager der Limburgerinnen zurück, als sie in der 49. Minute wieder den Anschlusstreffer erzielten. Aber auch in diesem schwierigen Moment bewahrten die Ostbelgierinnen einen kühlen Kopf. Célina Gehlen traf in 51. Minute zum wichtigen 23:21; Clara Nütten legte den Treffer zm 24:21 nach und es blieben noch acht Minuten auf der Uhr.
Sekunden fehlen zum Sieg
Es blieb spannend bis zum Schluss. Rund zwei Minuten vor dem Ende bewahrte der Pfosten die Eynattenerinnen vor dem Ausgleich. Bocholt hatte noch zwei Mal die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an den eigenen Nerven. 25 Sekunden vor Schluss war Eynatten im Ballbesitz und nahm Trainerin Françoise Kück eine kluge Auszeit. Eynatten verlor aber noch einmal den Ball und der Ausgleich sollte doch noch fallen. 25:25 nach der regulären Spielzeit. Die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen.
In der ersten Hälfte der Verlängerung trafen zunächst die Gastgeberinnen, ehe die Ostbelgierinnen zwei Mal erfolgreich waren. 27:27 war der Stand nach den ersten fünf Minuten der Verlängerung. Auch im zweiten Durchgang legten die Limburgerinnen vor. Diesmal sollten die Ostbelgierinnen sich nicht noch einmal herankämpfen können und mussten sich am Ende mit 28:31 geschlagen geben.
Trainerin Kück bedauert Fehler in der Schlussphase
Nach der Niederlage im Finale nach Verlängerung zeigte sich Françoise Kück enttäuscht, weil ihr Team das Spiel lange kontrolliert hatte: "Wir haben fast die ganze Zeit geführt"
Besonders schmerzhaft sei, dass die Mannschaft durch einige Fehler in der entscheidenden Phase den Sieg aus der Hand gab: "Wir machen dann zwei, drei dumme Sachen, Fehlpass, Schritte und dann geben wir das Spiel komplett aus der Hand." Diese Fehler seien letztlich "unser Genickbruch" gewesen.
Christophe Ramjoie